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    <title>Fantasy FilmFest Reviews</title>
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    <description>Die letzten 50 Reviews mit komplettem Text.</description>
    <language>de-DE</language>
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    <pubDate>Mon, 09 Mar 2026 10:09:18 GMT</pubDate>
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    <webMaster>todi@f3a.net (Torsten Ketelsen)</webMaster>
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      <title>Kette dich frei</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 4.5 von 10<br/><br/>Dummer- und lustigerweise schon gefühlt der fünfte Film mit dem Titel "Good Boy" in wenigen Jahren, mittlerweile auch unter dem Namen "Heel" international vertrieben, erzählt diese europäische Koproduktion von einem aufmüpfigen, krankhaft feiernden Jugendlichen, der von einem mysteriösen Mann, *** SPOILER ->womöglich seinem Vater,<- SPOILER *** entführt, im Keller angekettet und "umerzogen" wird...<br/><br/>The Stockholm Syndrome Family<br/><br/>Stephen Graham ist immer ein Biest und eine Sensation, das ist hier nicht anders. Er kann auch mittelmäßige Filme tragen. Und leider ist genau das hier der Fall. "Good Boy" aka" Heel" ist ein freaky, schwarzhumoriger Kidnapthriller, der weder freaky noch spannend noch speziell genug ist, um bei abgefuckteren Genrefans wirklich hohe Wellen zu schlagen. Vielleicht hat man Ähnliches in den letzten Jahren auch einfach zu oft und auch extremer gesehen. Und total mies ist "Heel" nie. Aber er geht für mich nie genug dort hin, wo es weh tun könnte. Weird aber nicht wirklich wundervoll. Und einfach nicht böse genug, tut mir leid. Da erwarte ich mehr. Damit schockiert man nicht mal mehr meine Oma heutzutage. Philosophische und gesellschaftliche Fragen (z. B. rund um schwelende Generationenkonflikte) werden nur angeschnitten, genretechnische Perversitäten stehen gefühlt wie gesagt immer arg auf der Bremse, jegliche Fragen und Mysterien haben es mir wenig angetan. Ich hatte schmerzhaft wenig Aktien im Spiel. Fertig ist ein "Umerziehungsthriller", der mich vollkommen kaltgelassen hat und sich einfach halbgar anfühlt.<br/><br/>Fazit: Creepy-freaky Idee - zahm-öde Umsetzung. "Heel" aka "Good Boy" fehlt es komplett an Biss. Kurzfilmmaterial.]]></description>
      <pubDate>Mon, 09 Mar 2026 10:09:18 GMT</pubDate>
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      <title>Träume sind toxische Styleschäume</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Die Stadt der verlorenen Kinder (1995) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 9.0 von 10<br/><br/>Der verrückte Tyrann Krank lebt auf seiner Bohrinsel vor der Küste der verdreckten Stadt u. a. zusammen mit seinen sechs geklonten Söhnen. Er hat noch nie geträumt und entführt daher verbittert Kinder, um deren Träume zu stehlen. Doch er hat seine Rechnung ohne einen gewissen Kraftmenschen und dessen kleinen Freunde gemacht, die in dieses traurige Reich der Schatten eindringen und dem wahnsinnigen Wissenschaftler ein für alle Mal den Garaus machen wollen…<br/><br/>Bevor er mit „Alien 4“ etwas Schiffbruch erlitt in Hollywood, war Jean-Pierre Jeunet eines der vielversprechenderen Talente auf der europäischen Regiekarte. Und sein „The City of the Lost Children“ ist zusammen mit dem audiovisuell sehr ähnlichen „Delicatessen“ das stärkste Anzeichen dafür. Ein creepy Kinderfilm. Ein abstraktes Märchen. Ein augenzwinkernder Alptraum. Eine giftige Gülle der schönsten Farben, Filter und Formen. Dreckig, düster, französisch durch und durch. Kunstkino trifft Kinderkiste. Grimm trifft Grimmiges. Von Weihnachtsmännern und weinenden Kleinkindern. Am Rande des Tauchfeldes. Eine kongenial kurskorrigierte Kakophonie. Haptisch, schwitzig, handgemacht. Ein Theaterstück der tragischkomischen Toxine. Eine Tauchfahrt des Tollkühnen. Grünes Wasser. Was macht es? Es leuchtet grün! Faulige Fische. Einäugige Handlanger. Gewieftes Ungeziefer. Postapokalyptische Eitelkeiten. Gesprengte Ketten der festgehaltenen Fantasie. Ron Perlman spricht lustig französisch. Und dieser wilde bis völlig verstörende „Kinderfilm“ hatte mich in jeder Sekunde an seinen Lippen!<br/><br/>Fazit: Was für ein wunderbares, düsteres, europäisches Märchen… Speziell und formell very, very, very well. Jeunets beeindruckende Visitenkarte irgendwo zwischen Alptraum und Kunstwerk, zwischen Gilliam, Fellini und Disney, zwischen „Brazil“ und „Pinocchio“!]]></description>
      <pubDate>Sat, 07 Mar 2026 21:59:15 GMT</pubDate>
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      <title>He's not a free man… He's THE Freeman!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Crying Freeman (1995) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>„Crying Freeman“ würde ich als straight up Killerflick bezeichnen und ebenso als heimlichen Favorit aus den guilty pleasurigeren Videothekenregalen der 90er, wenn ein hochrangiger chinesischer Auftragsmörder in mystische Sphären aufsteigt und sich auf ein gefährliches Spiel mit einer attraktiven Kronzeugin einlässt - was wiederum die japanische Mafia auf den Plan ruft…<br/><br/>Comic statt Komik<br/><br/>„Crying Freeman“ ist comichafteste (oder besser gesagt mangahafteste) Eleganz. Kinetik, Schönheit, Anmut. Hin bis zur schönsten Arroganz. Gepaart mit Brutalität und etwas Käse. Fertig ist nicht weniger als ein Leidenschaftsprojekt. Eine top Symbiose aus europäischer und asiatischer Ästhetik. Internationale Koproduktion mit Strahl- und Sprengkraft. Eine heikle Angelegenheit, delikat und super attraktiv gelöst. Das hätte alles schnell lächerlich und zu drüber wirken können - tut es aber nahezu nie. Dacascos hat eine mächtige wie magische Aura, wie eine Mischung aus Brandon Lee und Chow Yun-Fat. Das Karma des Drachen. Die Tattoos der Handkanten. Die Pistolen des Killers. „Crying Freeman“ hat Shoot-outs und Autoaction, klassisch Martial Arts als auch westliche Stuntarbeit. Und Tcheky Karyo ist immer eine 1A Bösewicht - und er wird seinem Ruf hier absolut gerecht. Und somit hat „Crying Freeman“ Gutes aus West und Ost, aus Frankreich wie aus Japan, aus Hollywood wie Hongkong - wodurch ein enorm kurzweiliger Cocktail entsteht, der wenn dann Freudentränen hervorruft… Heroic Bloodshed trifft Mangamadness - in französischen Designeranzügen!<br/><br/>Ungeniert auf der grenzüberschreitenden Überholspur<br/><br/>Fazit: In einen „Crying Freeman“ könnte ich mich hineinlegen… Von der sphärisch-cheesigen (90s-)Atmosphäre über den ikonisch-melancholischen Dacascos bis zu den vielseitigen, exzellent ausschauenden Fights… Das Ding ist und bleibt einfach ein (wenn auch maximal oberflächliches) Style-und-Actionfeuerwerk aus einem Guss!]]></description>
      <pubDate>Sat, 07 Mar 2026 01:19:02 GMT</pubDate>
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      <title>50 Shades of Meh</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Bone Lake (2024) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Der Film läuft noch keine Minute, da werden einem nackten Typen schon die Eier vom Pfeil einer Armbrust durchbohrt. Ein neuer Hardcoresplatter erwartet uns in BONE LAKE allerdings nicht. Auch der Song zum Intro, „Sex &#x26; Violence“ von The Exploited, verspricht ein bisschen mehr, als der Film tatsächlich einlöst, obwohl es beides gibt.<br/><br/>Aber der Reihe nach: BONE LAKE gehört zum Minisubgenre „doppelt gebuchtes Airbnb“. Zwei junge Paare beschließen, aus einem Buchungsfehler das Beste zu machen und das großzügige Anwesen übers Wochenende einfach zu teilen. Zwischen Möchtegern-Schriftsteller Diego und seiner ihn finanzierenden Freundin Sage läuft's sexuell nicht mehr so gut, während Brett und Cin (!) das Traumpaar schlechthin zu sein scheinen. Aber wie das so mit dem Schein ist: Er trügt mal wieder. Das edle Herrenhaus verbirgt nämlich ein paar Geheimnisse hinter sorgfältig verschlossenen Türen. Und einige der Urlauber legen nach und nach ein etwas merkwürdiges Verhalten an den Tag, bei dem man erst nicht so recht weiß, ob es nur verführerisch oder schon psychopathisch ist.<br/><br/>Der Film verrät seinen ersten Twist schon in der Mitte, was den Zuschauenden allerdings sehr entgegenkommt, denn das Herumscharwenzeln bis dahin ist alles andere als abendfüllend. Zwar gibt der Film sich sexy und schamlos, ist letztlich aber mindestens so prüde wie jeder andere amerikanische Film auch: Beim Sex wird schön das Oberteil anbehalten (oder Hände auf die Brust gepresst) und eine Decke über die „private parts“ gebreitet, lediglich das nackt fliehende Pärchen zu Beginn wurde wohl genau für ein wenig „full frontal“ eingekauft. Das musste dann wohl mit ein paar überraschenden Gewaltspitzen wettgemacht werden, sowohl Chekhovs Axt als auch Chekhovs Kettensäge und Chekhovs Außenbordmotor finden pflichtschuldig Verwendung.<br/><br/>BONE LAKE ist stylisch gefilmt, die zweite Hälfte genregerecht spannend und gegen Ende sogar nochmal etwas splattrig (s. o.), so dass man alles in allem zwar über die konstruierte Geschichte und die Logiklücken hinwegsehen mag, einen besonders cleveren Genrebeitrag hat man aber trotzdem nicht geschaut.]]></description>
      <pubDate>Mon, 16 Feb 2026 17:35:10 GMT</pubDate>
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      <title>Love is stronger than death</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Honey Bunch (2025) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 8.5 von 10<br/><br/>Ich liebe verrätselte, langsame Filme aus dem „Mystery“ Genre. Es werden nur leider nicht mehr viele davon gemacht. „Honey Bunch“ ist ein Fest für Freunde des Genres, wirkt in seiner ersten Hälfte wie aus der Zeit gefallen, und die von anderen Rezensenten genannten Parallelen zum 70er-Kino bieten sich angesichts der eigentümlichen Farbgestaltung, der Kamera, des Lichts und der Erzählstruktur nahezu an. Der Film weckt Erinnerungen an Brian de Palma's „Obesession“ oder Nicolas Roeg's „Wenn die Gondeln Trauer tragen“.<br/><br/>Geduldige Zuschauer, die sich auf das langsame Erzähltempo einlassen, werden mit einer eindrucksvollen, dichten Atmosphäre in einer wahrlich unheimlichen Geschichte belohnt. Der Kopf schlägt Kapriolen, beim Versuch herauszufinden, was genau hier eigentlich passiert. Dabei liefert „Honey Bunch“ bis zur eigentlichen Auflösung des Rätsels nicht wirklich viele Hinweise, und perfider Weise verbirgt sich ein kleiner „clue“ bereits im Titel des Films.<br/><br/>So macht es eine lange Zeit lang wirklich Freude, sich in das nahezu gotische Labyrinth einer enorm immersiven Welt hineinziehen zu lassen, bis der Film im letzten Drittel dann plötzlich das Tempo wechselt und dabei leider auch seiner bisherigen Erzählstruktur untreu wird.<br/><br/>Das zuvor bis in das kleinste Detail liebevoll aufgebaute Gebilde aus Atmosphäre, Rätsel und Mysterium, reißen die Regisseure Madeleine Sims-Fewer und Dusty Mancinelli unerwartet abrupt ein, und schockieren mit einigen sowohl harten als auch unappetitlichen Momenten, die man so nicht erwartet hatte. Ein ebenso verstörender wie auch tragischer Twist, den zumindest ich nicht so habe kommen sehen, der mir aber in seiner brachialen Umsetzung mit zu viel unnötiger und stellenweise auch ungelenk wirkender „Action“ im letzten Drittel zum einen zu früh kam, zum anderen nicht so recht zum Rest des wunderbaren Films passen wollte, sonst hätte ich noch höher bewertet.<br/><br/>„The poet's voice lingers on<br/>His words hang in the air<br/>The ground you walk upon<br/>My death will not be there<br/><br/>I take you through my dreams<br/>Out into the darkest morning<br/>Past the bloodfilled stream<br/><br/>In the willow's shade<br/>Don't lie to hear it weep<br/>For its tears of gold and jade<br/>Will drown you as you sleep“<br/><br/>The Garden of Jane Delawney]]></description>
      <pubDate>Sun, 15 Feb 2026 11:40:14 GMT</pubDate>
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      <title>Das letzte große Puzzleteil</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Twin Peaks: Fire Walk With Me (1992) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.5 von 10<br/><br/>Mit dem intensiven Kinoereignis „Fire Walk With Me“ schließt David Lynch den Kreis rund um „Twin Peaks“, stellt gleichzeitig ein paar neue Mysterien in den Raum und lässt uns, völlig befreit von Fernsehfesseln, in die letzten lebenden Tage von Laura Palmer eintauchen, die zu ihrem grausamen, gewaltsamen Tod und überhaupt erst zu den vielen aufbrechenden dunklen Geheimnissen in dem titelgebenden Städtchen führen…<br/><br/>Jazz und andere Jagdgebiete<br/><br/>„Fire Walk With Me“ ist sowas wie der große Kinobruder von „Twin Peaks“ und eines der letzten großen Puzzleteile in diesem noch immer völlig einzigartigen, brillanten und fesselnden Kosmos aus Tannen, Toden und Tarnungen. Vorher könnte man sich fragen, ob es das gebraucht hätte oder ob wir genau diese Fragen überhaupt beantwortet haben wollen. Aber Lynch tritt dieser Skepsis auf seine ganz eigene Art und Weise konsequent und völlig überzeugend entgegen. Und ich denke, danach will kein „Twin Peaks“-Fan mehr auf „Fire Walk With Me“ verzichten. Das ist mysteriös, das ist atmosphärisch, das ist bizarr und das hat mehr Spleens, Seele und Sonderbarkeiten als ganze Filmografien anderer Regisseure. „Fire Walk With Me“ ist ein Ritt auf der Rasierklinge und ein Tanz ums Feuer. Gleichzeitig Sequel wie Prequel. Und eine Ergänzung wie Rundung, wie sie nur Lynch auf die Beine stellen und nachschieben konnte. Laura Palmer ist unheimlich faszinierend - egal ob als Leiche oder im Leben. Schönheitsköniginnen bis zum Rande des Nervenzusammenbruchs geschändet. Tortur, Trauma, Todessehnsucht. Vielleicht zudem visuell die elegantesten zwei Stunden, die wir je in Twin Peaks verbracht haben. Ich kann weder meine Gedanken noch meine Augen von „Fire Walk With Me“ nehmen. Ein Satz mit X, das ist viel mehr als nix. Selbst Skeptiker sollten sich den zutrauen! Lynch zeigt hier auch unglaublich viel Empathie für seine (tote) Heldin, deren Schicksal unumgänglich ist und mit der wir trotzdem höllisch mitfiebern. Von wegen kalt, konfus und kauzig… Undefinierbar, androgyn und genial wie David Bowie. Freestyle wie Jazz. Unterschwellig wie eine Botschaft von den Sternen. Oder aus dem amerikanischen Unterbewusstsein. Und durchzogen von einem Summen, einem Stöhnen, einem Brummen und einem Dröhnen, wie man es sonst nur in Himmel oder Hölle, in Träumen oder auf Trips, auf Friedhöfen oder in Leichenhallen erlebt, spürt, erleidet. Aber ein schönes Leiden. Ein schöner Alptraum. Ein schönes „Finale“. Das ist und bleibt einer der krassesten „Vibes“ aller Zeiten - sogar kunstformübergreifend! Jetzt fehlen mir nur noch die „Missing Pieces“…<br/><br/>Masken, Menschen… Monster<br/><br/>Fazit: Perfekter „Abschluss“ (oder Beginn?) eines der entscheidenden und genialsten amerikanischen Film-/Serienmysterien. Ein Muss für jeden, der auch nur den Hauch für „Twin Peaks“ oder Lynch übrig hat. Und sogar alleinstehend funktioniert „Fire Walk With Me“ einigermaßen… Ein unnachgiebiges Unikum!]]></description>
      <pubDate>Fri, 13 Feb 2026 10:49:23 GMT</pubDate>
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      <title>Wudang Clan ain't nothing to fuck with!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Jiang Hu, Between Love and Glory (1993) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.5 von 10<br/><br/>Wenige Filme schaffen bei mir eine Art „Flow State“, bei dem es mir dann auch egal ist, wenn ich nur einen Bruchteil von dem verstehe, was hier eigentlich vonstattengeht. Und im Wuxia-Subgenre ist „Das unbesiegbare Schwert“ definitiv einer dieser wenigen Titel… Erzählt wird von einer gefährlichen aber unsterblichen Liebe im alten, mystischen China, über Clans und Zugehörigkeiten hinaus, die durch magische Kräfte, hinterhältige Morde und ein mächtiges Schwert auf die Probe gestellt wird…<br/><br/>Dies- und Jenseits tanzen auf der glänzenden Schwertklinge des Todes<br/><br/>„Das unbesiegbare Schwert“ aka „The Bride With White Hair“ ist ein besonderer Film. Er hat etwas Magisches. Unfassbar in mehreren Bedeutungen des Wortes. Fließend wie Wasser, scharf wie ein Schwert, romantisch wie ein jahrtausendealtes Liebesgedicht. Für viele zu vage, zu sprunghaft, zu viel Weichzeichner und zu oberflächlich. Für mich vergehen die Minuten hier jedoch wie im Flug, Zeit wird nebensächlich und relativiert. Alles ist im Fluss, alles brennt lichterloh, innerlich wie äußerlich. Das gleicht tatsächlich mehr anderen Kunstformen wie Poesie, Musik und Malerei. Von der „Story“ (im Grunde „Romeo &#x26; Julia“ in der Ming-Dynastie) und dem Mythos gibt’s viele Versionen aus China, alle habe ich natürlich nicht gesehen. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass das in Sachen Kinetik, Eleganz und Vibes übertroffen werden kann…<br/><br/>Fazit: Eines der fantastischsten, edelsten und imposantesten Wuxiawunderwerke aller Zeiten!]]></description>
      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 12:26:00 GMT</pubDate>
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      <title>Sex Steals</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Femme Fatale (2002) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Mit „Femme Fatale“ war Brian De Palma endgültig im neuen Jahrtausend angekommen und kreuzt sämtliche, ihn auszeichnende Strähle - (Neo) Film Noir, Heistmovie, Erotiksause, Starvehikel, Psychothriller, Krimigroteske, augenzwinkerndes Zitatefeuerwerk… Wenn ein spektakulärer Juwelenraub auf den und während der Filmfestspiele in Cannes komplett schiefläuft und in Scherben, Blut und Verrat endet…<br/><br/>Diamonds Are DePalmas Best Friends!<br/><br/>„Femme Fatale“ ist ein sehr kinetischer und wortkarger, cleverer Film. Keiner für die ätzenden heutigen Sehgewohnheiten zwischen Handy und Bügeln. DePalma zitiert, DePalma brilliert, DePalma filetiert. Mit manch einem Twist habe ich gar nicht gerechnet, manch einer ist sicher auch etwas weit hergeholt. Und trotzdem kommt das Gesamtbild erstaunlich vielschichtig und eindringlich zusammen. Rebecca Romijn liefert schlicht und ergreifend eine der heißesten Performances, die ich je gesehen habe. DePalma spielt exzentrisch mit Bild, Ton, Kamera und Sexualität. Zeitsprüngen und doppelten Böden, Perücken und Gedächtnislücken. Und hinter all dieser attraktiven Oberfläche und Erotik schimmert eine enorme Kenntnis filmischer und noirischer Muster, wie sie fast nur DePalma kann und kennt. Ein sinnliches Vexierspiel. Ein Meistermanipulator bei der Arbeit. DePalma ganz in seinem Element.<br/><br/>Fazit: Sinnlich, sleazy, selbstbewusst… Ich finde „Femme Fatale“ fünfmal heißer als „Oceans Eleven“, zehnmal verspielter als „Mission: Impossible“ und fünfzehnmal bezaubernder als „Now You See Me“. DePalma bringt’s auch im letzten Drittel seiner Karriere noch!]]></description>
      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 12:23:46 GMT</pubDate>
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      <title>Facelift einer Legende</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Hero (1997) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>In diesem losen 90s-Remake des ultimativen Shaw Brothers-Klassikers „Der Boxer von Shantung“ kommt ein Brüderpaar neu nach Shanghai, um dort in einen epischen Kampf zwischen zwei Triadengangs und der britischen Besatzung zu geraten…<br/><br/>Gangs of Shanghai<br/><br/>Passend zum Thema bzw. manch einem Kampf hier ist „Der Boxer von Shanghai“ ein zweischneidiges Schwert. Oder sollte man sagen ein zweischneidiges Lastenfahrrad?! Mit mehr Licht als Schatten, aber dennoch einigen eklatanten Makeln. Doch erstmal zu den äußerst positiven Aspekten. Es gibt ein paar echt coole Hongkong-Stars zu sehen, aus fast allen Alterszonen. Es gibt ein paar der bizarrsten und spektakulärsten, comichafteren Kämpfe seiner Hongkong-Generation zu bestaunen. Und die epischen, leicht trashigen Gangstervibes müssen sich selbst hinter Hollywood in den besten Momenten nicht verstecken, nur eben etwas (viel) kitschiger und kurioser. Mehr weiße Anzüge, mehr axtschwingende Bastarde, mehr Pathos und Paraden. Und nun zu den verbesserungsbedürftigen Seiten. Die Story. Das Tempo. Die Rastlosigkeit und Ruhelosigkeit. Manch eine schneller laufende Szene bzw. Kampf. Das kann auf dem Papier auch positiv flott und frech wirken. Aber in der Praxis konnte mich „Der Boxer von Shanghai“ (1997) durch seine Hatz und Oberflächlichkeit nicht halb so in Beschlag nehmen, wie er es vielleicht als echtes Epos und mit guter Regie (auch außerhalb der Fights) tun hätte können. So geben sich dann „Husch husch“ und „Wow wow wow“ überschwänglich die Klinke in die Hand… Aber die Fights sind einfach zu krass, um hier nicht doch wieder auf den Füßen zu landen!<br/><br/>Fazit: Der Film hetzt … und fetzt! Dieses Tohuwabohu in der Unterwelt von Shanghai hat ein paar der wildesten Fights, Figuren und Stunts der späten Shaw Brüder-Produktionen… Würde sich die Story doch nur zwischendurch auch mal zumindest etwas Zeit lassen oder Sinn ergeben…]]></description>
      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 12:20:07 GMT</pubDate>
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      <title>Im Loosertum angekommen</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Deathgasm: Goremageddon (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>„Deathgasm“ ist nun auch schon wieder 10 Jahre her (!) und war damals ein großer, kindlicher Splatterspaß mit Festivalmeute im Rücken. Doch selbst zu Hause alleine hat er bei einem Rewatch noch genug gezogen, wenn auch nicht mehr ganz so wie im Kino. Jedenfalls kommt jetzt (endlich?) die Fortsetzung, „Deathgasm 2: Goremageddon“, in der unser rockiger, dämonenschnetzelnder Held und weiterhin Außenseiter seine mittlerweile verstorbenen Bandkollegen mithilfe eines teuflischen Buches zurückholen will - und dabei selbstredend erneut die Hölle auf Erden loslässt…<br/><br/>Necrorockimon<br/><br/>Die große Frage vor „Deathgasm II“ war: Funzt das heute noch oder bin ich (oder gar die ganze Welt) dieser unreifen aber geilen In-Your-Face-Mixtur entwachsen? Metal + Rotzhumor + Splatterhorror = Immer noch ein Hit? Und die Antwort kann man kurz und knapp halten: Nein! Leider nein, leider gar nicht. Während ich im Original nicht weniger als einen waschechten Erben Peter Jacksons gesehen habe, wirkt „Deathgasm 2: Goremageddon“ leider eher wie ein minderbemitteltes Fanprojekt und ein Sequel, dass jetzt scheinbar noch unbedingt schnell musste, aber nie wirklich konnte. Wenn ihr versteht, was ich meine. Aber jeder, der „Deathgasm II“ sieht, wird das irgendwie verstehen - die Magie, die Chemie und der Moment in Time des Originals, alles irgendwie weg und in der Luft zerfetzt. Pipimannhumor als Dauerzustand. Ein Tonmix aus der Hölle. Plus die dreckige neuseeländische Aussprache. Eher Wannabes als echte Rocker. Eher Looser, denen man das Loosen gönnt, statt das Gewinnen im Leben. Selten haben sich Charaktere für mich dermaßen falsch abgebogen angefühlt. Und insgesamt hechelt das einfach meilenweit hinter seinem Vorgänger hinterher, dass es einfach eher traurig als witzig ist. Das ist ein Druckabfall und ein Verhältnis wie wenn ein Werwolf zuerst in London und dann später in Paris unterwegs ist - dazwischen liegt wesentlich mehr als nur der Ärmelkanal! Ich würde lügen, wenn ich sage, „Deathgasm II“ hätte mich null zum Lachen gebracht. Aber diese Momente waren viel zu rar, zerstreut und mitleidig. Selten hatte ich im Kino krasser und sprachloser das Gefühl, dass nur ungefähr jeder achte Joke halbwegs landet. Und selbst das nur auf zittrigen und unsicheren Beinen. „Deathgasm II“ in dieser Form hätte es echt nicht gebraucht und das scheint mir auch eine dieser brutal danebenschießenden Fortsetzungen zu sein, die sogar den Ruf des Originals gehörig ankratzen… Und das alles wohlgemerkt mit einem Genrefilmfestivalpublikum im Rücken, das das Ding spürbar lieben wollte - aber einfach nicht konnte…<br/><br/>Schrott Children vs. The Zombieworld<br/><br/>Fazit: A New Zealandian Zombie in Nowhere Land… Das Original ist ein moderner Splatterklassiker. Dieses Sequel spielt drei Klassen tiefer und ist eine echte Enttäuschung. Unreif, verspätet, platt. Da war die Luft schon längst raus…]]></description>
      <pubDate>Sun, 25 Jan 2026 23:02:35 GMT</pubDate>
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      <title>The Turkish Glasstable Massacre</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Turkish Coffee Table (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Das Original von 2022 fliegt immer noch irgendwo unter dem Radar und war ein dermaßen bitterböser Schocker aus Spanien, dass man fast unbedingt von schwarzem Humor sprechen und sich etwas in ein ungläubiges Lachen retten musste, um das einzuordnen, zu verarbeiten, sacken zu lassen. Erst recht als Vater. Definitiv kein Film, den man schnell vergessen oder aus den Knochen hatte. Da schwitzten die Hände, da ging mein Puls schneller, da staunte ich nicht schlecht. Nun kommt relativ zügig das erste internationale Update des Themas, Can Evrenols türkisches Remake, bei dem besonders spannend war, wie dunkel, humorvoll und auch explizit (!) der türkische „Schlachtermeister“ („Baskin“, „Sayara“) in seiner Version vorgehen würde… Auch hier geht’s wieder über ein Pärchen, ihr Baby und einen wackeligen, extrem kitschigen Couchtisch…<br/><br/>Auf Glastischs Schneide<br/><br/>Auch das spanische Original hat schon ein gewisses Augenzwinkern, um wie gesagt der Situation auch nur ansatzweise Herr zu werden. Evrenol dreht den Humorpegel und die Absurditäten aber deutlich höher und platziert seinen türkischen Kaffeetisch zwischen Screwballkomödie aus der Hölle, Kammerspiel aus dem Abgrund und Improtheater mit dem schwärzesten Humor, den man sich ausmalen kann. Umso weniger man weiß, desto besser. Die Punchline sitzt jedes Mal. Das Kino war geschockt, fasziniert, berauscht und humortechnisch aus dem Häuschen. Selbst wenn einigen dabei natürlich das Lachen im Halse stecken bleibt. Aber das Gro des Fantasy Filmfest-Publikums konnte damit gefühlt schon gekonnt und amüsiert umgehen. Das Ende changiert für mich zwischen Konsequenz, Sauberkeit und Fluchtreflex. Und dass Evrenol die ganze Story und die Ausgangslage scheinbar nie wirklich ernst nehmen konnte, kann ich ihm gar nicht verübeln. Es ist einfach zu heftig… Einige Vorurteile von Ehe und Paardynamik, Schuld und Vergebung, Vaterschaft und Grauen stecken tief drin. Ein paar türkische Themen und Gepflogenheiten werden zwischengesteckt. Wie würde wohl eine deutsche Version mit M'Barek und Jasna Fritzi Bauer aussehen? Ach lassen wir das komische Gedankenspiel… „The Turkish Coffee Table“ gleitet jedenfalls exzellent am Rand des guten Geschmacks entlang, geht über einige Tabus tadellos mit dem dicken Radierer rüber und kann nahezu auf Augenhöhe mit seinem Vorbild stehen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, das hätte ich so nicht unbedingt gedacht. Und dafür gönne ich Evrenol jeden Applaus!<br/><br/>Wie der Vater so der Hohn<br/><br/>Fazit: Härter, flotter, plakativer. Aber auch lustiger und kurzweiliger. Feiger? Vielleicht. Ich persönlich würde das dramatischere und düsterere, sensiblere (!) Original glaube ich minimal vorziehen. Aber auch Evrenol ist eine bitterböse, mutige und pechschwarze Schockergrotseke gelungen, die zwischen Crowdpleaser, Lachanfall und Sprachlosigkeit spielend hin- und herschwingt wie ein Pendel des Todes in einem väterlichen Alptraum. Unvergesslich!]]></description>
      <pubDate>Sun, 25 Jan 2026 22:40:20 GMT</pubDate>
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      <title>The Trumouse Show</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Decorado (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>„Decorado“ ist ein spanischer Animatiobsfilm für Erwachsene. Über ein süßes, aber ziemlich deprimiertes Mäusepärchen in einer lila-rosa-farbigen Welt, die ihnen über die Jahre scheinbar ihr einstiges Glück entzogen hat, längst keine Träume mehr zulässt und vor allem dem arbeitslosen Mäuserich irgendwie nicht „echt“ vorkommt… <br/><br/>Probleme der Pastellfarben <br/><br/>Basierend auf dem gleichnamigen Kurzfilm von 2017 vom selben Macher, ist „Decorado“ schon jetzt einer der animierten Geheimtipps der Genrefilmsaison. Düster, trotz der Farben erstaunlich trist, teils straight up nihilistisch. Und trotzdem immer wieder mit riesigem pochendem Herzen, mit viel Liebe, mit Seele und lauten Lachern und unerwarteten Curveballs. Der Stil sticht ins Auge und ins Herz. Verspielte Details entzücken. Und die animalischen Charaktere sind uns Menschen und unseren komplizierten Leben oft näher als es Schauspieler je sein könnten. Im Klärwerk schwimmen Quietscheenten. Im Pappmaschee stecken Gefühle. Die Nachbarn sind nicht nur Staffage. Und alles hat doch irgendwie seinen Sinn. Man muss ihn nur sehen und finden und spüren … wollen. Oder sind das die „Glückstabletten“, die da aus mir sprechen? „Decorado“ ist jedenfalls ein kleines, gemeines Kunstwerk. Ein Wolf im pastellfarbenen Schafspelz. Und eine wunderschöne, vollkommen authentische Liebesgeschichte obendrauf. Auch wenn es manchmal weh tut. „Decorado“ ist sicher nicht frei von Klischees und manch eine Idee in Sachen „Hauptfigurensyndrom“ ist sicher nicht neu. Aber sie wurden selten so quicklebendig, quirlig und (seelisch-)hüllenlos ausgemalt. <br/><br/>Arnolds modernes Leben<br/><br/>Fazit: Voll mit reifen und bitteren Themen wie Depressionen und Paranoia, was einen schon ziemlich angehen und runterziehen kann. Jedoch nicht komplett ohne Hoffnungsschimmer und zudem mit etlichen lustigen Details. „Decorado“ besteht vielleicht bzw. dreht sich um Sets und Künstlichkeit - beinhaltet aber eine Menge Wahrheit, Seele und Echtheit!]]></description>
      <pubDate>Sun, 25 Jan 2026 14:46:09 GMT</pubDate>
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      <title>Dolly-Buster!!!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Dolly (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>„Dolly“ ist waschechtes, freakiges und bitterböses Terrorkino, wie es gefühlt in dieser Radikalität, Geradlinigkeit und abgefuckten Hochwertigkeit (!) heutzutage immer seltener wird… Der gekippte und garstige Backwoodslasher zeigt eine junge Frau, die von einem massiven Verfolger mit einer creepy Puppenmaske durch den Wald gehetzt bzw. entführt wird - weil diese bizarre Alptraumgestalt sie scheinbar als „Baby“ halten und aufziehen will…<br/><br/>Stiflers Mom'ster<br/><br/>Natürlich findet man auch in und an „Dolly“ noch viel von Tobe Hoopers texanisch-öliger DNA, doch auch tiefere Schnitte des Grindhousekinos werden rigoros aufgenommen (etwa „The Baby“ (1973), die „New French Extremity“, „Dolly Dearest“ oder Stuart Gordons „Dolls“). „Dolly“ ist rau, radikal und richtig böse. Keinesfalls nur eine Kopie seiner Vorbilder. Er wandert nicht auf ausgetrampelten Waldwegen. Auch, aber nicht nur. Und er schmerzt überraschend nicht rein körperlich, sondern auch psychologisch und seelisch, wenn man es denn darauf ankommen lässt und etwas hinter die Maske der „Monstermama“ schielt. Die 82 Minuten Laufzeit sind perfekt. Für mich ist das adrenalintreibende und dreckigste Midnight Madness, wie sie sein muss und z. B. auch das Fantasy Filmfest nie ganz aus den Augen verlieren und fallenlassen sollte. Die Maske hat Kultpotenzial. „Dolly“ gleicht einer Abrissbirne, einem Vorschlaghammer, einer Spassbremse - die dem richtigen Publikum dennoch eine Menge Spaß machen kann und wird. Da bin ich mir sicher! Denn ganz humorlos und furztrocken ist das alles auch ganz und gar nicht, denn viele Dummheiten, Klischees und „WTF?!“- oder „Oh no!“-Momente macht er ganz bewusst - und das Publikum rastet aus! Selbst wenn es dabei ein ums andere Mal auch himmelhoch jauchzend mit dem Kopf schüttelt. Aber das gehört zum Spiel. Sich trennen, hinfallen, in den Keller gehen, Waffe wegschmeißen - alles inklusive! Und ein Joke bleibt ein Joke, egal wie pervers oder plump oder plemplem er sein mag. „Dolly“ werdet ihr ziemlich sicher auf den Klapptischen der zukünftigen Filmbörsen in wattierten Mediabooks sehen. Da ist etwas für die „Wrong Turn“-Crowd. Ein Gourmethappen der Garstigkeiten, dessen Ellenbogen sogar für die harten 00er oder die grimmigen 70er noch scharf genug gewesen wären - und der heutzutage dadurch natürlich nochmal umso krasser ins Auge fällt und wunderbar dahin geht, wo es weh tut!<br/><br/>Baby Born… Died!<br/><br/>Fazit: „Dolly“ ist brutalstes und diabolisch grinsendes, grenzdebiles Puppentheater. Und ich liebe jede Minute davon! Stumpf ist hier Trumpf! Stylisch, körnig, bescheuert, heftig und gar nicht so sehr ohne Augenzwinkern wie man meinen könnte. Da kippt sicher manch ein Kiefer auf den Boden… Alter Wein gekonnt durch refurbishte Schläuche geleitet. Ein Highlight des aktuell gebeutelten, gesunkenen und gefederten Terrorkinos. Ein Bastard von Backwoodbabyboomer. Eine mutterlose Mitternachtsmonstermaschine!]]></description>
      <pubDate>Sun, 25 Jan 2026 00:03:56 GMT</pubDate>
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      <title>Unentschieden der Mächte</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Holy Boy (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>„The Holy Boy“ variiert und kippt konsequent einige Horrorklischees um einen „heiligen“ oder bösen (oder einfach missverstandenen?) Jugendlichen in einem abgeschiedenen italienischen Bergdorf, der eine besondere Beziehung zum neuen Sportlehrer (und Judomeister!) aufbaut und der scheinbar den religiösen Kern der mysteriösen „guten Laune“ der Gemeinde darstellt…<br/><br/>Ballade der Schmerzen<br/><br/>Böse (pubertäre) Buben und religiöse Verstörungen gibt’s viele in der Geschichte des Horrors. Gerade das noch immer klar katholisch geprägte Italien passt in diese (schon immer etwas gruseligen, fremdgesteuerten und unterwürfigen) Muster. Und Paolo Strippolis intensiver „The Holy Boy“ spielt mit all diesen Ansätzen und Traditionen. Charaktere mit Kanten. Feinste aber messerscharfe Felswände. Traumas, die verstören (und oft lobenswert nur auf der Tonspur rezitiert werden)! Top Jugenddarsteller. Edle Holzberghäuser. Und immer eine Aura des Unbehagens, die jederzeit vom Seelischen ins Körperliche kippen könnte. Und das dann natürlich auch tut. Nicht immer genau wie man vermutet. Aber doch oft genug. Gerade im Mittelteil der zwei Stunden gibt’s zudem die ein oder andere Länge. Aber das Warten lohnt sich. Ein paar Motive und Bilder werden mir sehr wahrscheinlich länger im Gedächtnis und in den Knochen bleiben. Und vor allem das Thema der (eher seelischen als körperlichen) Schmerzen und dem Umgang mit diesen, die Verdrängung dieser, den Kampf „Gut gegen Böse“ in jedem von uns - das macht „The Holy Boy“ schon echt packend. Und wird damit auch ein wenig zu einer „Pluribus“-Variation mit religiöseren Motiven. Kein Volltreffer, aber am Ende einer der vielversprechenderen Vertreter der europäischen Genrefilmsaison.<br/><br/>Ode der Qualen<br/><br/>Fazit: Mit satten zwei Stunden vielleicht etwas (passend zum Thema) zu gutgläubig in seine Qualitäten. Und erstaunlich wenig „klassischer Horror“, trotz bodysnatcher'igen und omen'artigen Motiven. Aber definitiv kein schlechter Film. Erstaunlich emotional. Nur eben auch nicht das waschechte Highlight, das ich mir vorher vielleicht im besten Fall erhofft hatte… Trotzdem gibt's von mir eine milde Empfehlung.]]></description>
      <pubDate>Sat, 24 Jan 2026 19:39:42 GMT</pubDate>
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      <title>Störungen der Synthwellen</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Every Heavy Thing (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>„Every Heavy Thing“ ist ein ziemlich brainfickender und bipolarer Ritt auf der Retrofuturismuswelle. Mal augenzwinkerndes Experiment, mal abgründiger Cyberthriller, mal reizender Fauxpas. Immer zwischen cool und cringe, zwischen anders und abgehoben, zwischen Kunst und Klischee. Wenn ein frauenmordender Killer eine karge (fiktionale) US-Großstadt unsicher macht und ihm unbedingt ein unauffälliger Anzeigenschalter einer Alternativzeitung in die Quere kommen musste bzw. Zeuge einer seiner Taten wird…<br/><br/>Stranger Days Have Happened…<br/><br/>Einer dieser „Lass ihn erstmal über dich schwappen!“-Filme ist „Every Heavy Thing“ definitiv. Und auch einer, wo viele Zuschauer dann doch manchmal kurz davor sind etwas plump „Style over Substance!“ in den Kinosaal oder die Filmforen zu rufen. Aber ganz so einfach macht es diese Cyberchimäre einem dann doch nicht, so zumindest mein Eindruck. Zwischen Slasher und schwarzer Satire, zwischen dem Abgleiten der Realität und den Alpträumen der virtuellen Realität, zwischen Edgelord und elektronischem Edelschimmel. Der Soundtrack ist kaufenswert. Der Style ist beachtenswert. Die Gesichter sind frisch. Miss Crampton ist auch mit fast 70 (!) noch ein echter Hingucker, hat aber nur einen sehr kurzen Auftritt. Und die Vorbilder sind unübersehbar und werden teils charmant bis versiert zitiert, manchmal sogar weiterentwickelt oder auf die Spitze getrieben. Doch einige Themen und Storybeats kommen für mich dann doch nie ganz zusammen, um über die Hürde zur Empfehlung oder gar Genialität zu springen. Eher Special Interest. Eher Nische. Aber immerhin keine Stangenware. Und keiner, der allen gefallen will. Trotzdem bleibt ein Gefühl als ob hier noch mehr drin gewesen wäre… Viel mehr. <br/><br/>Wovon träumen digitale Schafe und Wölfe?<br/><br/>Fazit: Abstraktes Augenzwinkern. Trantütige Tour-de-Force. Cooles Cyberlabyrinth. Neongetränktes Neo Noir-Nachtschattengewächs. Verwirrendes Voxelvexierspiel des Retrofuturismus. Zwischen Lynch, Cronenberg, Theater-AG, Bildschirmschoner und „Big-Tech-Brainfuck“. Kein Langweiler - und doch irgendwie langweilig?!]]></description>
      <pubDate>Sat, 24 Jan 2026 19:36:36 GMT</pubDate>
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      <title>Karma is a Bitch</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Turkish Coffee Table (2025) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>In Deutschland dürften die wenigsten Menschen den spanischen Film LA MESITA DEL COMEDOR aka THE COFFEE TABLE von 2022 kennen, da er hierzulande aus ungeklärten Gründen einzig bei den Hofer Filmtagen 2023 gezeigt wurde. Für den Genuss von Can Evrenols Version des Stoffes bei den White Nights ist das aber sogar vorteilhaft, denn je unbeleckter man an seinen TURKISCH COFFEE TABLE herangeht, desto effektiver dürfte der sein: Die Story entfaltet sich nämlich von Beginn an derart unerwartet (und psychisch schmerzhaft), dass man die volle Wirkung in der Magengrube wohl nur zu spüren bekommt, wenn man ihren Verlauf nicht bereits vorab kennt.<br/><br/>Über den Inhalt des Films sollte deshalb auch so wenig wie möglich verraten werden. Nur so viel: Das ganze Drama beginnt mit einem Streit eines Ehepaares bei einem Möbelhändler, wo Ibrahim darauf besteht, einen sensationell scheußlichen Couchtisch zu kaufen. Obwohl seine Frau strikt dagegen ist. Nein: deswegen. Schließlich muss er ihr, sich selbst, der Welt beweisen, dass er noch einen Rest Kontrolle über sein Leben hat.<br/><br/>Dieses Motiv zieht sich dann auch durch den Rest der Handlung, nimmt dabei aber so absurde wie verstörende Ausmaße an. Denn als bald darauf ein Unglück geschieht, das derart unglaublich ist, dass es Ibrahim schier seelisch zerstört, versucht er verzweifelt, die Situation zu ignorieren, sie zu verbergen, Herr der Lage zu bleiben. Das Geschehen entfaltet sich so einerseits tief sarkastisch und bitterböse, lässt sich andererseits aber auch als erstaunlich tiefgründiger Kommentar auf unser präferiertes Selbstverständnis bzw. unsere Selbstdarstellung als „kompetenter Macher“ lesen. <br/><br/>Was in den Händen anderer Regisseure vermutlich als schwarze Komödie voller bunter Charaktere geendet wäre, geht bei Can Evrenol in jeder Hinsicht in die Vollen. Zwar weniger blutspritzend als in seinen sonstigen Werken. Aber mindestens genauso grotesk, intensiv und schmerzhaft. Gute 7 von 10 Punkten.]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 17:36:23 GMT</pubDate>
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      <title>Les Mille Merdiers de l’Universe</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Thousand Wonders of the Universe (1996) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 3.0 von 10<br/><br/>Da muss wohl jemand zu heftig an der Crackpfeife gezogen haben: Aliens landen auf der Erde, die allerdings ohnehin schon aussieht, als sei sie von Außerirdischen übernommen worden – oder zumindest von einem Jeunet &#x26; Caro-Fanclub.<br/><br/>12.000 Menschen sind nach der Landung spurlos verschwunden. Professor Larsen (Tchéky Karyo), der als Kind wohl mal von Aliens entführt wurde, und Eva, die jüngste Sicherheitschefin aller Zeiten (Julie Delpy), begeben sich in die Alienlandezone, hübsch markiert durch eine fußballfeldgroße giftgrüne Zielscheibe. Dort werden sie von igelähnlichen Killermaschinen und menschenähnlichen Aliens angegriffen und finden den letzten Überlebenden der Invasion – einen Frosch. Im Erotiketablissement „Les Milles Merveilles de l’Universe“ haben Delpy und Karyo schwerelosen Sex in einer Art Gebärmutterkammer, was sich spektakulärer anhört als es aussieht.<br/><br/>Der Film klingt nicht nur albern, er sieht auch extrem trashig aus. Gefilmt wurde offensichtlich in leerstehenden Häusern, auf Brücken und Parkplätzen. Die Effekte haben einen ultrabilligen Look, die meisten Schauspieler scheinen keine Ahnung zu haben, was sie hier machen, der Regisseur schon gleich gar nicht. Lediglich Féodor Atkine geht in seiner geschlechtslosen Doppelrolle als Gouverneurin und Mad Scientist voll auf.<br/><br/>Es ist kein Wunder, dass der Film außerhalb Frankreichs kaum zu bekommen ist.]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 17:20:12 GMT</pubDate>
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      <title>I‘m in love with a Cyborg, but that‘s ok</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Natural City (2003) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 4.0 von 10<br/><br/>So stellen sich die Koreaner also ein BLADE RUNNER Remake vor: Industrielocations, blaues Licht, Dauerregen, viel Trockeneis und jede Menge Cyborgs.<br/><br/>In eine von ihnen, Ria, hat sich der abgefuckte Cop „R“ verliebt und versucht, die vom Verfall bedrohte Maschinenfrau zu retten. Parallel haben abtrünnige Cyborgs unter der Leitung des Killercyborgs „Cyper“ sämtliche menschliche DNA-Daten gestohlen und an den verrückten Wissenschaftler Dr. Giro (Nachname Konto?) geschickt – just der Doc, bei dem auch Ria in „Behandlung“ ist.<br/><br/>Irgendwie hängt das alles auch zusammen, doch bis das klar wird, ist der Zuschauer längst einem sanften Dämmerschlaf erlegen.<br/><br/>Gibt es Action? Ja, aber unscharf und hektisch geschnitten. Gibt es Spezialeffekte? Ja, Reklamehologramme zwischen Wolkenkratzern. Gibt es Romantik? Ja, wenn man es romantisch findet, zu zweit mit einem Motorrad durch ein Haus ins Meer zu brettern und dann ein Unterwasserballett aufzuführen. Gibt es Humor? Ja, die Polizisten schießen mit Tränengas auf die Cyborgs.<br/><br/>Die Macher des Films haben wirklich weder ein Gespür für ihr SciFi-Sujet noch für Actioninszenierung. Wer sich im Kino mit ein paar hübschen Bildern begnügt oder hardcore Cyborgfetischist ist, wird dem Film eventuell etwas abgewinnen können, ansonsten lieber nochmal die „Originale“ anschauen.]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 17:17:26 GMT</pubDate>
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      <title>Koreanische Süßspeise</title>
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       <description><![CDATA[<h3>My Daughter is a Zombie (2025) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>Wenn man weiß, dass MY DAUGHTER IS A ZOMBIE der erfolgreichste einheimische Film des Jahres 2025 in Korea war, hat man auch schon eine ungefähre Ahnung davon, was einen hier erwartet: Feelgood-Kino für die ganze Familie, pendelnd zwischen albern, niedlich und kitschig süß.<br/><br/>Im Mittelpunkt steht dabei eine 15-Jährige, die nach überwundener Zombie-Epidemie die einzige verbliebene Untote im Lande und äußerst bissig ist, von ihrem Vater allerdings trotzdem geliebt und vor den Behörden sowie rabiaten Nachbarn geschützt wird.<br/><br/>Von Anfang an geht es hier überdreht und klamaukig zu, wobei das Ganze zunächst auch für Menschen mit weniger ausgeprägter Gaga-Toleranz durchaus noch lustig und unterhaltsam wirkt – vor allem auch der coolen Katze „Meowmeow“ (die ab und an leider überflüssig CGI-versaut wird) und der resoluten Oma wegen. Irgendwann nimmt der (Familien-) Kitsch-Faktor aber eindeutig überhand, spätestens, als überflüssige Seitengeschichten um die Mutter des Zombie-Mädchens und die Hintergründe ihres Vaters eingebaut werden.<br/><br/>Sämtliche Figuren sind zwar sympathisch gezeichnet, aber das plumpe Appellieren an die Emotionen des Publikums, die Klebrigkeit der Erzählung strengt ab einem gewissen Punkt eindeutig zu sehr an. Zu viel Zucker, zu wenig Spaß: 5 Punkte von mir.]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 17:09:01 GMT</pubDate>
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    </item>
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      <title>K-Pop Zombie Jumpers</title>
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       <description><![CDATA[<h3>My Daughter is a Zombie (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 4.5 von 10<br/><br/>Der Film könnte glatt im selben Universum spielen wie TRAIN TO BUSAN – wenn der ein Happy End gehabt hätte. Hier wurde die koreanische Zombieseuche nämlich unter Kontrolle gebracht und es existiert nur noch eine einzige Infizierte: das Teenagermädchen Sooh-ah. <br/><br/>Deren Vater Jeong-hwan tut nun alles, um seine Tochter vor Regierung, Militär und neugierigen Nachbarn zu beschützen – und sich vor ihr. Jeong-hwan trainiert ihr Beißhemmung an, lehrt sie einfache Kommunikationstricks und hofft auf ein Gegenmittel. <br/><br/>Nicht nur das Genre ist seit Jahren durch, auch dieser spezielle Plot wurde schon mehrfach durchgespielt, sowohl mit Zombies (MAGGIE) als auch mit Vampiren (LET THE RIGHT ONE IN), ernsthaft, als Komödie und sogar als Kinderfilm (DER KLEINE VAMPIR). In den besten Fällen wurde dabei zumindest das Genre ernst genommen. JOMBITTAL (= Zombietochter) nimmt eigentlich nur ein Thema ernst: die Familie. Und was der Film hier anstellt, überschreitet mehr als einmal die Grenze zum Kitsch. <br/><br/>Klar, Pathos und Komik koreanischer Filme gehören grundsätzlich zu den eher gewöhnungsbedürftigen Elementen für westliche Zuschauer. Ob man mit dem Film warm wird, entscheidet sich daher bereits in den ersten Minuten: Wenn Sooh-ah und ihr Daddy sich wild gestikulierend und grunzend durch die Zombiehorden bewegen, um nicht aufzufallen und dann noch ein paar Dancemoves einstreuen, dann kann man das albern, kindisch oder peinlich finden. Millionen Koreaner fanden es offenbar witzig. Ebenso wie die resolute Kung Fu-Oma, die K-Pop-Tanzeinlagen und die CGI-Katze. Das ist eben ein ganz eigener Humor. Wobei, die (reale) Katze ist schon ganz süß. <br/><br/>Fazit: In Festivalatmosphäre vielleicht ein nettes Nachmittagsfilmchen, im Heimkino eine unlustige Quälerei für Anhänger echter Zombiefilme.]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 13:57:29 GMT</pubDate>
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      <title>Bana mit einer Jahrhundertperformance!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Chopper (2000) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>„Chopper“ hangelt sich frei an der wahren Geschichte des titelgebenden Kriminellen entlang, der über Jahrzehnte die Unterwelt und Gefängnisse Australiens unsicher und seinen Namen zu einer düsteren Legende zwischen Wahnsinn und Weckruf machte…<br/><br/>Das australische Gegenstück zu „Bronson“<br/><br/>„Chopper“ ist ein harter Guck. Keine Sympathieträger, kaum Spannungskurve, keine Besserung in Sicht, nur nach unten, nur Tiefschläge. Natürlich steht man das durch und bleibt man für Bana, dessen Darbietung sensationell ist und absolut im Gedächtnis bleibt. Er geht komplett über in seine krasse Figur, sowas sieht man selten! Aber ansonsten bleibt das (vollkommen mit Absicht!) sehr trockenes und deprimierendes Brot. Eine Charakterstudie des Abschaums. Eine trostlose Momentaufnahme und Stagnation über Jahrzehnte. Eine Akupunktur mit Sprungmessern. Ein höllischer Kreislauf aus Knast, Unterwelt und seelischem Schimmel. Eine schmerzhafte Erfahrung. Monoton und niederschmetternd. Nihilistisch und zerstörerisch. Abartig und hoffnungslos. Kein Film, den man öfters sehen will. Aber einer, den man nicht mehr vergisst und erstmal wieder aus den Knochen bekommen muss… Und wenn man nicht mehr kann, einfach an Banas Mammutleistung hochziehen…<br/><br/>Fazit: Böse Menschen, böse Taten, böse Atmo, böse gute Charakterstudie… „Chopper“ ist ein filmisches Reibeisen!]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 10:16:35 GMT</pubDate>
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      <title>Der bunteste Haufen seitdem die Welt untergegangen ist!</title>
      <link>https://f3a.net/review62902.html#pk_campaign=rss-review-full</link>
       <description><![CDATA[<h3>World Gone Wild (1988) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Als enorm cheesy, trashige und kurzweilige (!) Kreuzung aus „The Seven Samurai“, „Mad Max (2)“ und B-Movie-Fiebertraum kommt „World Gone Wild“ markant schlecht aus den Startblöcken - nur um dann umso sympathischer danebenzuhauen und aufzutrumpfen… Erzählt wird aus einer postapokalyptischen Einöde und von einer sich zufällig immer weiter vergrößernden Gruppe, die um das letzte verbliebene Wasser der Welt kämpft und einem religiösen Manson-Kult (!?) das blutige Handwerk legen will…<br/><br/>Die Sieben Sam…enspender<br/><br/>Ich weiß nicht, wie ich „World Gone Wild“ haten soll. Das ist Cheese, wie ich ihn mag und wie er sein sollte. Bruce Dern spielt das andere Ende des Spektrums gegenüber vom kontemplativen „Silent Running“. Catherine Mary Stewart („Night of the Comet“) ist eh ein bezaubernder Fanliebling. Und im Grunde sind alle Darsteller und Figuren der immer größer werdenden Truppe echte Unikate und Marken. Die Vorbilder aus Western, Eastern und Sci-Fi sind weit verstreut und unverkennbar. Hier ist alles Kraut und Rüben, hier nimmt sich nichts ernst, alles ist höchst bemüht, selten gekonnt. Der rockige 80s-Titeltrack ist genau richtig, mit Inbrunst geschmettert. Und die Kostüme liegen einer Theater-AG oder Softpornos näher als einem Hollywoodprodukt. Doch genau solche Unzulänglichkeiten macht sich dieses Endzeit-Trash-Spektakel zu Nutzen. Hier sprießt, schießt und fließt alles nur so vor Spaß an der Freude. Und manch ein Stunt, manch ein Shootout, manch ein Fight, manch ein Goreausschlag hat es sogar ganz unironisch in sich. Sodass ich unmöglich zu einem negativen Fazit kommen könnte… Ganz im Gegenteil. Ich hatte teils die Zeit meines Lebens! Ich weiß nicht, ob die Kritiker das Ding komplett verkannt haben oder einfach irgendwann in Vorzeit auf VHS kaum etwas erkannt haben. So oder so: Das ist für mich filmischer Humbug mit Teflonweste in Sachen schlechter Geschmack!<br/><br/>„Kill The Cactus!“<br/><br/>Fazit: Guter Käse, guter Quark, guter Trash, gutes Ripoff, guter Kuddelmuddel… „World Gone Wild“ ist filmischer Krummfug, wie ich ihn mag!]]></description>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 10:15:40 GMT</pubDate>
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      <title>Kann man machen, muss man aber nicht</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Shelby Oaks (2024) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Nachdem sie mit ihrer trashigen YouTube-„Doku“-Reihe „Paranormal Paranoids“ ein gewisses Maß an Popularität erzielt hatte, verschwand Riley vor Jahren mitsamt ihres Teams beim Dreh einer Episode, die sich den Geheimnissen der Geisterstadt Shelby Oaks widmen sollte. Ihre ältere Schwester Mia hat die Hoffnung nie aufgegeben, sie lebend wiederzusehen. Als sie eines Tages (auf äußerst makabre Weise) ein Videoband in die Hände bekommt, das erste Hinweise auf Rileys Schicksal bietet, macht sie sich selbst auf den Weg in die verfluchte Stadt. Wer hätte es gedacht: Dort wird es gruselig…<br/><br/>SHELBY OAKS bietet ein interessantes Setup und einen spannenden Mix aus Found Footage, True Crime und klassischem Horrorfilm – wobei eine solche Format-Kombi erst kürzlich von MAN FINDS TAPE wesentlich konsequenter und auch inhaltlich „lohnender“ realisiert wurde. Dass er mit dieser Umsetzungsidee zu spät dran sei, kann man Regisseur Chris Stuckmann wiederum nicht vorwerfen, denn eigentlich ist sein Film älter: Er wurde bereits 2024 fertiggestellt und auf ersten Festivals gezeigt. Laut Aussage von Stuckmann in Sitges waren die Publikumsreaktionen auf bestimmte Filmelemente dort allerdings so negativ, dass man sich dazu entschloss, einige Szenen (darunter auch das Ende, falls ich mich richtig erinnere) neu zu drehen. Die finale, nun gezeigte Fassung des Films erlebte ihre Premiere so erst im Oktober 2025.<br/><br/>Diesem erhöhten Aufwand zum Trotz kann das Endergebnis nur bedingt überzeugen. Zu sehr vermittelt es das Gefühl, dass man das alles schon einmal gesehen hat, und zwar meist besser oder wenigstens origineller. Zwar sorgt die Okkultismus-Thematik für eine schön schaurige Atmosphäre, auch die durchgängige Ernsthaftigkeit der Umsetzung weiß zu gefallen. Der Payoff ist jedoch eher unbefriedigend.<br/> <br/>Man darf hier einfach nichts Besonderes erwarten. Speziell Found-Footage-Fans bekommen aber zumindest solide Genreunterhaltung geboten. Knappe 6 von 10 Punkten.]]></description>
      <pubDate>Sun, 18 Jan 2026 14:40:56 GMT</pubDate>
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      <title>It’s all in your Head</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Every Heavy Thing (2025) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Filmexperiment Nummer paarhundertachtunddreißig von Mickey Reece ist ein ganz, ganz eigenes Ding. Dürfte vermutlich vor allem denen gefallen, die ein Herz für Indie-Kino weitab der etablierten Regeln haben, denn allein schon in seiner formalen Umsetzung lässt sich EVERY HEAVY THING nur schwer nach gängigen Rastern kategorisieren. <br/><br/>Was mit dreckiger, geradezu etwas billig oder gar amateurhaft wirkender 80er-Slasher-Bildsprache beginnt, entführt uns bald wie aus dem Nichts mit halluzinatorischen Low-Fi-Licht- und Farb-Effektorgien regelmäßig in eine lustvoll delirierende, handgemachte Digitalwelt – in der wir auf einen schrecklichen Crash zurasen. Das klingt nicht nur seltsam und widersprüchlich, das ist es auch. Aber ganz egal, dieser psychedelische „Technothriller“ entwickelt Sogwirkung und sorgt dafür, dass man nach anfänglicher Distanz oder Irritation ziemlich gebannt auf die Leinwand starrt.<br/><br/>Was auch mit der spannend verworrenen Krimi-Handlung zu tun hat, die sich um das Schicksal von Anzeigenverkäufer Joe dreht, der ins Blickfeld eines brutalen Serienmörders gerät … und, ganz buchstäblich, in sein Bewusstsein. Bei der Umsetzung sind mehr als leichte Neo-Noir-Anklänge unübersehbar, speziell einige Kunstwerke von David Lynch standen recht offensichtlich Pate. Passend dabei, dass Hauptdarsteller Josh Fadem erstmals durch seine Rolle als „Phil Bisby“ in TWIN PEAKS: THE RETURN größere Bekanntheit erreichte, und dass Ikone Barbara Crampton einen Kurzauftritt als bezaubernde, BLUE VELVET-like Chanteuse hinlegt.     <br/><br/>Ein bizarrer Technik-TWIN PEAKS für die Neuzeit, zwischen analoger Angst und Hyper-KI-Panik, mit tollem Synth-Score. Gute 7/10.]]></description>
      <pubDate>Sun, 18 Jan 2026 14:11:17 GMT</pubDate>
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      <title>Der Puppenspieler vom Inferno</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Dolly (2025) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Gleich vorweg: Mit DOLLY hat Rosebud sich ein wirklich derbes Filmchen rausgepickt. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass es sich hierbei um einen der heftigsten Beiträge handelt, die jemals auf dem Festival gelaufen sind – nicht unbedingt (nur) der unmittelbaren körperlichen Härte, sondern (auch) des eiskalt ruch- und tabulosen Tonfalls wegen, der dankenswerter Weise, ganz oldschool, ohne jeden Humor und ohne jede distanzierende Ironie auskommt. Was vielleicht erst mal überrascht, wenn man in der Besetzungsliste einen gewissen Sean William Scott entdeckt, der ja nicht zuletzt als „Stifler“ in AMERICAN PIE bekannt geworden ist. Hier aber ist nichts an seiner Figur und dem, was ihr passiert, auch nur im Ansatz zum Lachen.<br/><br/>Stattdessen verkörpert er einen ganz normalen Typ, Chase, den kennenzulernen wir kaum Zeit haben, alldieweil er schon zu Beginn des Films beim romantischen Waldspaziergang mit seiner Freundin Macy (Fabianne Therese, JOHN DIES AT THE END) einer monströsen Gestalt in einer Babymaske aus Porzellan in die Hände fällt. Die titelgebende „Dolly“ (gespielt vom US-Profiwrestler Max Lindsey aka Max the Impaler) macht mit den beiden kurzen Prozess und entführt Macy in ihre Horrorhütte – schließlich hat sie schon lange nach einer Barbie-Prinzessin gesucht, die sie bemuttern kann. Für die junge Frau beginnt ein Martyrium aus Pein und Perversionen, das schier nicht enden will.<br/><br/>Nachdem er die Vorlage für den Blumhouse-Hit NIGHT SWIM gedreht hat, packt Rod Blackhurst hier drei Zentner mehr aufs Gaspedal. DOLLY ist wirklich nichts für empfindliche Gemüter, für den Genrefan aber ein Fest. Bei dem Sean William Scott echte Nehmerqualitäten zeigt. Ein schöner Sicko, für mich knappe 7,5 Punkte wert. So was bekommt man heute einfach nur noch viel zu selten zu sehen.]]></description>
      <pubDate>Sun, 18 Jan 2026 03:13:51 GMT</pubDate>
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      <title>Pushing Bunnies</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Dust Bunny (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Aurora hat solche Angst vor dem Monster unter ihrem Bett, dass sie ihren Eltern abends auf deren „Goodnight“ mit einem resignierten „Goodbye“ antwortet. Tatsächlich sind die Eltern am nächsten Morgen verschwunden – gefressen vom „Dust Bunny“. So zumindest stellt sie die Geschichte dem Nachbarn von gegenüber (cool as a cucumber: Mads Mikkelsen) dar, einem Killer, den sie anheuert, um das Monster zu töten. <br/><br/>Dieser glaubt dem kleinen Mädchen natürlich kein Wort und vermutet eher, dass sich Kollegen von ihm im Apartment geirrt haben. Aus Schuldbewusstsein und um Schlimmeres zu verhindern, nimmt er Auroras Auftrag an, sehr zum Unwillen seiner Chefin (hingebungsvoll skrupellos: Sigourney Weaver). Es folgt ein ausgedehnter Showdown mit einem Haufen Killern, FBI-Agenten, einem zotteligen Monster und einem kleinen Kind, das sich als einzige an die goldene Regel hält: „Get off the floor!!!“. <br/><br/>Zwei Dinge gibt es, die man über DUST BUNNY wissen sollte. Erstens: Es ist das Regiedebut von Produzent und Autor Bryan Fuller, Showrunner der Serien HANNIBAL und vor allem PUSHING DAISIES. Die schwarzhumorige Sweetness der letzteren bestimmt auch den Grundton dieses Films – sowie natürlich deren bonbonbunte Farbigkeit und Ausstattungslust. Auroras Wohnung und Mads Mikkelsens Garderobe sind allein schon das Eintrittsgeld wert. <br/><br/>Zweitens: Im Grunde seines Herzens ist DUST BUNNY ein Kinderfilm. Das Konzept ist wunderbar naiv, Kinderdarstellerin Sophie Sloan zuckersüß und das pelzige Ungeheuer könnte auch außerhalb der nächsten Fraggle-Siedlung wohnen. Wäre da nicht die eine (zugegebenermaßen lustige) Szene mit der elektrischen Zahnbürste, man könnte den Film getrost mit seinen Kindern gucken. <br/><br/>Spaß macht der Film aber auch Erwachsenen. Sicher hat man schon rasantere Actionszenen gesehen, aber selten so schön bunte und bestimmt noch nicht mit solchen Schuhen. Und die Monstermetapher ist ausnahmsweise mal wirklich rührend.]]></description>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 23:50:15 GMT</pubDate>
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      <title>Hug the pain away</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Holy Boy (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Sergio, ehemaliger Judomeister, fängt seinen neuen Job als Sportlehrer in dem abgelegenen Dorf Remis an. Temporär, wie er betont. Sergio hat einen schmerzlichen Verlust zu verarbeiten. Da ist er in Remis genau richtig: die Einwohner sind ausnahmslos bestens gelaunt, Lächeln ist an der Tagesordnung. Klar, dass der missmutige Sportlehrer wie ein Fremdkörper wirkt. <br/><br/>Barfrau Michaela, deren hochprozentige Bestände Sergio mit seinen regelmäßigen Besuchen ordentlich reduziert, hat Mitleid mit dem Trauernden und führt ihn in das Geheimnis des „lächelnden Tals“ ein: Matteo, der titelgebende HOLY BOY nimmt mit nur einer einzigen Umarmung alles Leid von einem. Doch Matteo ist kein Geschenk Gottes und Sergios Ankunft wird das bestehende System derart verstören, dass Tod und Verderben unausweichlich sind. <br/><br/>Diese Geschichte hätte sogar das Potenzial für eine Miniserie gehabt. Regisseur und Co-Autor Paolo Strippoli schafft es jedoch, in zwei Stunden zahlreiche Aspekte des Stoffes sowie Subgenres wie Arthousedrama, Mysterythriller und Okkult-Horror auszuloten. Sein Film ist visuell interessant, inhaltlich spannend, auch nachdem das erste Mysterium gelüftet ist und hält den Zuschauer bis zum enigmatischen Ende gefesselt. Sehenswert.]]></description>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 23:46:11 GMT</pubDate>
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      <title>Videodream</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Every Heavy Thing (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Protagonist „Joe“ (nicht einmal die Polizei wird ihn später mit Nachnamen ansprechen) wird Zeuge eines Mordes. Der Killer lässt ihn gehen, unter der Bedingung, dass er Stillschweigen bewahrt, sonst wäre er innerhalb einer Stunde tot. Eine Drohung, die Joe durchaus ernst nimmt, handelt es sich bei dem Mörder doch um den Tech-Giganten William Shaffer. Und der erscheint ihm nun irritierenderweise sogar in seinen Träumen. Problematisch wird es für Joe, als seine neue Kollegin bei der „Metro Weekly“ dem Verschwinden mehrer Frauen auf die Spur geht – ein Fall, bei dem auch Shaffers Name fällt. <br/><br/>Die Story klingt nach einem durchschnittlichen Thriller, doch die Inszenierung von Mickey Reece ist alles andere als das. Undergroundfilmer Reece arbeitet mit altmodisch erscheinender Videotechnik und Verfremdungseffekten, die dem Film nicht nur in seinen Traumsequenzen einen bizarren Look verpassen. Auch die SciFi-Technik im Film wirkt seltsam retro, während auf der anderen Seite aber zeitgenössische Smartphones verwendet werden. EVERY HEAVY THING wirkt so wie ein interessanter, ein bisschen schäbiger Amateurfilm aus den 80ern oder wie ein Frühwerk eines der Davids – Lynch, bzw. Cronenberg. <br/><br/>Obwohl der Film und sein Sujet eher düster sind, wird er überraschenderweise von einem feinen sarkastischen Humor durchzogen, der an einen anderen Independent-Autorenfilmer, Richard Bates Jr. (EXCISION, TONE DEAF), erinnert. Die Schauspieler sind frisch und entsprechen mal nicht dem Hollywood-Standard. Schön sind auch die Referenzen, wenn beispielsweise in einem Video Joes waffenvernarrter Vater als sein Lieblingsgewehr das „Chekhov Gun“ präsentiert, das natürlich den Gesetzmäßigkeiten entsprechend auch zu einem späteren Zeitpunkt Verwendung findet. <br/><br/>Ein ungewöhnlicher Genrefilm für Kenner, die sich gerne auf etwas Neues einlassen.]]></description>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 23:43:26 GMT</pubDate>
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      <title>Livin’ la vieja loca</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Crazy Old Lady (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Es gibt eine simple Drehbuchregel, die in den allermeisten Mainstreamfilmen und -serien Anwendung findet und die Blake Snyder in seiner gleichnamigen Skriptbibel schön auf den Punkt gebracht hat: „Save the cat“. Im Klartext bedeutet das, dass der Held in den ersten Minuten seiner Einführung eine gute Tat vollbringen muss, um das Publikum auf seine Seite zu bringen. <br/><br/>Wenn Pedro (Daniel Hendler) zu Beginn des Films am Haus von Alicia (Carmen Maura) ankommt, dabei als erstes (versehentlich) Alicias Hund überfährt und diesen dann notdürftig mit einer Plane bedeckt neben die Straße legt, lässt dies im Umkehrschluss vermuten, dass diese Tat nicht ungesühnt bleibt. Ob das, was ihn im Lauf der nächsten Stunden erwartet, wirklich einen angemessenen moralischen Ausgleich darstellt, ist allerdings fraglich. <br/><br/>Immerhin tut Pedro nur seiner Ex Laura einen Gefallen und schaut nach ihrer Mutter. Laura ist auf einem Kurztrip unterwegs und erhält alarmierende Anrufe von Alicia, die offenbar ihre Pillen nicht nimmt, sich mit der Pflegerin verstritten hat und nun schon zum dritten Mal nach demselben Nachtischrezept fragt. Auftritt Pedro. Der bekommt vor Ort langsam zu spüren, dass die Demenzschübe Alicias gefährliche Formen annehmen, denn sie bringt Pedro mit grausamen Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit zusammen, die nicht einmal ihre Tochter kennt. <br/><br/>Regisseur und Drehbuchautor Martín Mauregui inszeniert seinen ersten Film als intensives, spannendes Kammerspiel zwischen MISERY und Hagsploitation, ohne je den Respekt vor seiner starken Hauptdarstellerin zu verlieren. Carmen Maura darf hier Dinge tun, die nicht einmal Pedro Almodóvar in seiner kontroversen Frühphase von ihr verlangt hätte. Dass dies Mauras Film ist, dafür spricht auch ein Ende, das man sich als Debütant erst mal trauen muss. Trotz ein paar Drehbuchlücken ein atmosphärischer und hochwertiger Beitrag in diesem speziellen Subgenre.]]></description>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 23:41:34 GMT</pubDate>
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      <title>Nicht zu alt für den Scheiß.</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Crazy Old Lady (2025) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Ein weiterer Eintrag ins boomende Subgenre des „Senioren-Horrors“ – das in Spanien offenkundig besonders gut gedeiht, wie Beiträge aus den letzten Jahren wie THE ELDERLY oder LA ABUELA nahelegen. VIEJA LOCA, das Langfilmdebüt von Martín Mauregui, ist allerdings weniger straighter Horror als vielmehr tiefschwarze Farce. Was ihn nicht daran hindert, eine sehr unangenehme, mitunter wirklich bedrohliche Atmosphäre aufzubauen und ein paar deftige Gewaltspitzen einzubauen.<br/><br/>Vor allem aber kann der Film einen beträchtlich triggern – zumindest, wenn man in seinem eigenen Umfeld selbst demente Menschen hat. Ein solcher steht hier im Mittelpunkt der Handlung: Alicia lebt seit dem Tod ihres Mannes alleine in ihrem großen, abgelegenen Haus, das auch schon bessere Zeiten gesehen hat, und bedarf der täglichen Unterstützung durch eine Pflegerin, die nicht zuletzt dafür Sorge trägt, dass die alte Dame regelmäßig ihre Pillen schluckt. Ihre bedenkliche geistige Verfassung wird uns gleich zu Beginn der Handlung nachdrücklich vermittelt: Wir werden Zeugen eines Telefonats, das ihre Tochter mit Alicia führt, während sie im Auto unterwegs ist. Die alte Dame ruft sie gleich dreimal hintereinander an, um ein simples Rezept-Detail immer und immer wieder zu erfragen, was die Nerven nicht nur ihrer Tochter rasch arg belastet, sondern auch unsere.<br/><br/>Als sich herausstellt, dass die Pflegerin an diesem Abend aus unbekannten Gründen nicht aufzufinden ist, bittet Alicias Tochter ihren Ex Pedro (Daniel Hendler, PHASE 7) darum, bei ihrer Mutter nach dem Rechten zu sehen. Der sagt zu, was sich bald als die vielleicht schlechteste Entscheidung seines Lebens erweisen soll. Denn Alicias Demenz hat sich nicht eben harm- und hilflos gemacht …<br/><br/>Alt-Star Carmen Maura (WITCHING &#x26; BITCHING) brilliert in der Titelrolle. Sie kann einem tatsächlich mitunter etwas Angst einjagen, und ihr Verhalten Pedro gegenüber eskaliert in immer größerem Maße. Leider jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt – es wirkt ein wenig so, als habe das Drehbuch sich mehr mit der Zeichnung einer finsteren Ausgangssituation als mit ihrem Fortgang bzw. ihrer Auflösung beschäftigt. Ein paar entscheidende Fragen werden nicht beantwortet, einige Themen verlaufen ziemlich im Nichts. <br/><br/>Insgesamt ist VIEJA LOCA aber durchaus recht wirkungsvoll, wenn auch zeitweilig leicht anstrengend. Zudem werden vor allem anfangs ein paar schöne visuelle Ideen ausgespielt. Für mich 6,5 von 10 Punkten wert. <br/><br/>… und ein leicht irritiertes Stirnrunzeln darüber, dass der Regisseur den Film allen Ernstes seiner Mutter gewidmet hat.]]></description>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 18:30:54 GMT</pubDate>
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      <title>Diese Oma kommt mir spanisch vor… Ist aber argentinisch!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Crazy Old Lady (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>„Crazy Old Lady“ aka „Vieja Loca“ lässt einen Mann eine Nacht lang auf die demente Mutter seiner Ex-Freundin aufpassen. Doch was auf dem Papier nach einem leichten Gefallen klingt, entpuppt sich als schmerzhafter Abstieg in die kranke Psyche und Vergangenheit einer älteren Frau mit düsteren Geheimnissen… <br/><br/>Whining &#x26; Dining<br/><br/>„Vieja Loca“ punktet mit einer kleinen Portion Boshaftigkeit und einer großen Portion Carmen Maura - fertig ist ein in Teilen spassig-spanischer Folterkeller. Nicht zu lang, nicht zu klamm. Aber leider auch nie wirklich wow, nie wirklich mit Volldampf unterwegs, nie wirklich gut. Immer gefühlt etwas zu sehr auf der Bremse stehend. Intellektuell, inhaltlich, charakterlich. Immer wenn man denkt, jetzt könnte das Ganze mal völlig ausarten, kommt oft genug nur heiße Luft und nicht ein halb so fieser Verlauf, wie man ihn sich selbst ausmalt. Zumindest ging’s mir so. Da hatte ich viel mehr von Bayona erwartet - aber er ist ja auch nur Produzent. Das Titellied ist fein und klammert das Geschehen nett ein. Die letzten Minuten schwingen sich zumindest ansatzweise zu den Abgründen auf, die man eigentlich schon die ganze Zeit fühlen wollte. Und Carmen Maura spielt furchtlos, beherrscht das Geschehen jederzeit und ist in ihrem Heimatland vollkommen zurecht eine unsterbliche Legende. Und das teilweise Kokettieren mit weiblicher Sexualität im Alter hat reizende Momente. Mit dem „Demenzblickwinkel“ wird dagegen kaum etwas gemacht, womit ich aber leben kann, da das Thema auch im Genre in letzter Zeit echt oft wiedergekaut wurde. Dafür gibt’s recht früh eine der unangenehmeren und gut getricksten „Tiertodesszenen“ seit Längerem. Aber irgendwie bleibt es bei solchen gemeinen Momentaufnahmen und insgesamt ist „Crazy Old Lady“ schneller vergessen als man es sich je gedacht hätte. Es fehlt Biss. Es fehlt die letzte Konsequenz. Nicht mehr als ein hochwertiger Lückenfüller auf Genrefestivals. Erst recht wenn man Vergleiche wie „Misery“ und „The Loved Ones“ im Kopf hat. Oder auch spanische Querschläger a la „Shrews Nest“, „The Invisible Guest“ oder „Julias Eyes“ von vor ein paar Jahren, die einfach viel mehr hängen geblieben sind. Über diese verrückte alte Dame wird in einem halben Jahr kein Hahn mehr Krähen. Und das muss man mit einer dermaßen in die Vollen gehenden Carmen Maura auch erstmal schaffen… Leider. <br/><br/>Fazit: Eine verdammt intensive ältere Dame zwischen Grusel, Erotik und Mitleid, hochwertige Beleuchtung, dichte Wohnzimmeratmosphäre, etwas augenzwinkernder Torture Porn und viel ungemütliches (auch sexuelles!) Innuendo helfen „Crazy Old Lady“ zumindest phasenweise minimal über den Schnitt. Ganz so grandios, gnadenlos und genreaffin wie vergleichbare Titel noch vor wenigen Jahren aus diesen Gefilden kommt diese „spanische Fliege“ aber nie auch nur ansatzweise rüber…]]></description>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 17:03:37 GMT</pubDate>
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    </item>
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      <title>Eher bescheuert, als verrückt.</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Crazy Old Lady (2025) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>Eine stark demente und grenzdebile Großmutter schwelgt in Erinnerungen an ihren Verflossenen, und die mit ihm verbundenen, harten Sex- und S/M Phantasien. Damit malträtiert sie den Ex-Freund ihrer Tochter, den sie ganz nach bekannter „Misery“ Manier, gegen seinen Willen in ihrem uralten Anwesen fest hält. <br/><br/>Das klingt doch erst mal interessant. Und auch wegen dem wirklich atmosphärischen Setting und einiger schöner Bilder einer alten Gruselvilla, die während eines nicht enden wollenden Regens den einzigen Schauplatz dieses grotesken Kammerspiels bietet, lässt einen der Film eine Weile bei der Stange bleiben. <br/><br/>Leider ist die Geschichte aber recht eindimensional, erreicht selten bis nie echte Spannung und bietet dem Genrefan nicht wirklich Neues. Noch dazu seien Tierfreunde gewarnt, denn was hier ein paar Tieren passiert, ist wahrlich nicht sehr schön. Das bescheuerte Ende der kurzen Story ist dann letzten Endes konsequent, weil nämlich genau so absurd wie der Rest des Films, war für mich allerdings ein echter Antiklimax. <br/><br/>Schrammt ganz hart an einem echten Flop vorbei.]]></description>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 14:02:46 GMT</pubDate>
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      <title>Something Wicked This Way Comes</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Dust Bunny (2025) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Für Menschen, die sich in den prallen Bilderwelten eines Luc Beson, Guillermo del Torro oder Terry Gilliam wohlfühlen, ist „Dust Bunny“ sicherlich ein echter Hingucker, vollgepackt mit audiovisuellen, psychedelischen Eindrücken, wobei sich das alles schon sehr am Rande eines Kinderfilms bewegt. Einen „white rabbit“ gibt es hier nämlich ebenso wenig wie staubiges Pulver, dafür ist der Film zu entschärft und wenig krass genug, und meiner Meinung sogar nahezu Familien-kompatibel, weshalb ich auch die Einstufung als „düsterer Horror“ und „Rated R“ eher weniger antizipiere.<br/><br/>Wäre „Dust Bunny“ von del Torro geschaffen worden, es hätte mich nicht minder überrascht. Denn auch im Film von Bryan Fuller überwiegen leider, wie auch bei del Torro oftmals üblich, einmal mehr „style over substance“, machen viele der sehr innovativen Kameraeinstellungen und Set-Designs zwar Spaß, buttert „Dust Bunny“ letztendlich aber einfach eine viel zu dünne Schicht filmisches Fett aufs Brot. Visuell sicherlich Eyecandy, inhaltlich und vom Story-Telling aber doch mehr auf der mageren Margarine-Seite. Für mich einfach nicht genug um im Kinositz abzuheben und „YES!“ schreien zu können. Schade eigentlich.<br/><br/>Denn als Fan der Serien „Hannibal“ und „American Gods“ von Regisseur Bryan Fuller, mochte ich deren liebevoll ausgestaltete Set-Designs und Bildkompositionen in mitunter morbiden Formen und Farben schon damals sehr, und bei „Dust Bunny“ erkennt man ähnliche ästhetische Muster der Bild- und Farbgestaltung. Diese nehmen den Zuschauer auf einen wilden Ausflug mit, künstlerisch irgendwo zwischen Art Deco und Alice im Wunderland. Und als bekennender „Foodie“ kann man hier einmal mehr in toll fotografiertem Essen schwelgen, offensichtlich ein Steckfenpferd von Fuller, gab es zu „Hannibal“ wegen der irren food-photography schon seinerzeit ein begleitendes Kochbuch. Selten hat man jedenfalls die chinesischen „Dim Sum“ köstlicher und oppulenter gesehen als in „Dust Bunny“.<br/><br/>Auf der Haben-Seite ebenfalls zu verbuchen ist der sehr feinstoffliche „black humour“ des Films, der wirklich an Geschichten von Roald Dahl erinnert und glücklicherweise niemals in irgendeinen Klamauk abzurutschen droht. Und last not least soll der wirklich coole Soundtrack erwähnt werden, mit ganz wundervollen songs und vibes. Irgendwie fühlt sich das alles an, als hätte ein Musical aus dem Drehbuch entstehen sollen, was meiner Meinung gar nicht so verkehrt gewesen wäre. Es würde mich auch nicht wundern, wenn dem Film irgendwann mal ein Theaterstück nachgeschoben wird.<br/><br/>Fazit : Inhaltlich und vom story-telling etwas blasser, als die Verpackung verspricht. Trotzdem ein ganz wunderbarer Rausch für Zwischendurch, wie eine psychedelische, bunte Zuckerwatte auf einem Jahrmarkt für Erwachsene.]]></description>
      <pubDate>Fri, 16 Jan 2026 07:15:54 GMT</pubDate>
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      <title>Spiritual Horror</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Holy Boy (2025) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Religion ist das Opium des Volkes, sagte Karl Marx einst. Das hier dargestellte Volk hat eindeutig eine Überdosis erwischt, allerdings ist seine Droge eine außergewöhnliche: ihr Wirkstoff ist Matteo, der „Engel von Remis“, ein eigentlich ganz normaler 15-Jähriger, dessen Umarmung jedoch besondere Effekte hat. Sie befreit sein Gegenüber von allem emotionalen Leid – was Remis zum „glücklichsten Dorf Italiens“ gemacht hat, in dem echte Traurigkeit de facto nicht existiert. Eigentlich der ideale Platz für Sportlehrer Sergio, der von einem finsteren Erlebnis aus seiner Vergangenheit gequält wird und nun einen Vertretungsjob in dem idyllischen Örtchen antritt. Schnell muss er jedoch feststellen, dass zu viel Fröhlichkeit auch ungesund sein kann, und dass Matteo einen hohen Preis für die Glückseligkeit seiner Mitmenschen zahlen muss. Sergio entschließt sich, einzuschreiten – aber das hat katastrophale Konsequenzen … <br/><br/>Der neue Film von Paolo Strippoli (A CLASSIC HORROR STORY) erweist sich als tiefgründige, technisch meisterhaft umgesetzte Betrachtung der katholischen Fixierung auf Sünde, Strafe und Schmerz im Gewand eines übernatürlichen Coming-of-Age-Films, der mit grandiosen Bildern und einem überwältigenden Sounddesign prunkt. Dafür gab es reichlich Awards etwa beim Fantastic Fest und in Straßburg. Auf jeden Fall ein ziemlich intensives Filmerlebnis, auch wenn sich der Anfang etwas zieht. Dranbleiben lohnt unbedingt.]]></description>
      <pubDate>Thu, 15 Jan 2026 21:39:17 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Kultfilm written all over it</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Dust Bunny (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>"Dust Bunny" erzählt visuell berauschend und phasenweise erstaunlich wortlos von einem kleinen Mädchen, das davon überzeugt ist, dass unter ihrem Bett ein gefräßiges Monster lauert. Natürlich glaubt ihr keiner. Doch schwups, sind ihre Eltern weggemampft - und ein geheimnisvoller Auftragskiller aus ihrer Nachbarschaft für eben solche Fälle und Kreaturen scheint ihre einzige Hoffnung zu sein...<br/><br/>Mads, der Profi<br/><br/>Bryan Fuller hat schon mit der brillanten "Hannibal"-Serie, ebenfalls im Zusammenspiel mit Mads Mikkelsen, bewiesen, dass er vor allem audiovisuell einen enormen Dampf und Sog und eine beneidenswert abgründige Kreativität aufbauen kann. Manch einen Tatort in der Serie werde ich zu meinen Lebzeiten jedenfalls nicht mehr aus meinen Alpträumen bekommen! Und nun überführt er diesen Style, diese Spielereien, diese Raffinesse und diesen Rausch über in ... ja in was? Was ist "Dust Bunny" denn überhaupt? Kinderfilm? Fantasyhorror? Die fabelhafte Welt der Aurora? John Wick Jr. trifft Scott Pilgrimette vs. the Monsterworld? Little Trouble in Big China? Genauso Zack Snyder wie Tarantino für U16er wie Steven Spielberg? "Dust Bunny" wird einigen nicht gefallen und als "Style over Substance" abgetan werden. Aber diese Rechnung ist mir in dem Fall viel zu simpel und einfach ... falsch. Meinem Gefühl nach. Bryan Fuller ist ein Virtuose, Mads Mikkelsen fühlt sich bei ihm spürbar total wohl, teils kommt sogar etwas der Flair seiner bizarren Kooperationen in seinem Heimatland Dänemark ("The Last Viking" und Co.) durch. Dazu spielt das junge Mädchen absolut glaubhaft und süß. Die Kostüme und Sets und Details und Farben strahlen um die Wette und sprudeln nur so vor Einfallsreichtum. Und die allgemeine visuelle Brillanz und Brisanz geht einfach nur erbarmungslos nach vorne. Das ist für mich ganz klar "Next-Level-Kinderfilm-Shit". Gutes Doppel mit "The Legend of Ochi", wenn auch anders, wesentlich flotter und schnittiger. Das schnetzelt, das berauscht, das überrascht, das überrumpelt. Und ich nehme ein solch polarisierendes "Experiment" immer noch allemal lieber als einen handzahmen Aufguss. Das ist genau einer dieser Fälle, den man unterstützen muss, wenn man in Zukunft nicht weiterhin nur Neuauflagen und Fortsetzungen und Retrokopie sehen will. Das hier nimmt alte Teilchen, macht daraus aber etwas komplett Neues, Mutiges und Frisches. Von Jung bis Alt. Famos! Und von Bryan Fuller wird man auch im Filmbereich hoffentlich noch so so viel mehr sehen!<br/><br/>Kindliche Delikatessen<br/><br/>Fazit: Die Monster unter diesem Bett ... kriegen gehörig auf die Fresse! "Dust Bunny" wird nicht jedem gefallen, für manche zu oberflächlich sein und ist wahrscheinlich/hoffentlich noch nicht ganz Bryan Fullers Formvollendung und sein Meisterwerk - aber er hebt "Kinderfilme" auf ein ziemlich cooles, berauschendes neues Level!]]></description>
      <pubDate>Thu, 15 Jan 2026 12:29:10 GMT</pubDate>
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      <title>Egal was du wirst, Kleine, ich bin an deiner Seite!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>My Daughter is a Zombie (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>Zombiekomödien sind doch längst ausgelutscht? Dann fragt mal alleine fast 6 Millionen (!) Kinozuschauer in Südkorea, die "Jombittal" zum mit Abstand erfolgreichsten Kinofilm des letzten Jahres dort machten. Doch was ist diese ulkige Vater-Tochter-Zombie-Geschichte denn genau? Was macht sie zum Publikumsmagneten und scheinbar besonders? Ist's eher Mainstreammurks wie hierzulande "Kanu des Manitu" oder Untotenüberhit wie "Shaun of the Dead"? Oder irgendetwas dazwischen wie "Warm Bodies" oder "Fido"? Erzählt wird jedenfalls von einem Vater, der nach (!) einer eingedämmten Zombieinvasion in Korea seine infizierte jugendliche Tochter als womöglich Letzte ihrer untoten Art zuhause "hält" und die Hoffnung für eine Umkehr nicht aufgibt...<br/><br/>Train to Papasan<br/><br/>Ich will nicht übertreiben, denn vor allem der Vater-Tochter-Kern rund um einige wichtige Themen wie elterliche sowie gesellschaftliche Akzeptanz, Verantwortung und Hoffnung im Allgemeinen lassen mich verstehen, warum übertrieben gesagt ein ganzes Land auf "My Daughter is a Zombie" abfahren könnte. Richtig stolz auf diesen Massengeschmack sollten Seoul und Co. aber meiner Meinung nach nicht sein, denn etwas wirklich Besonderes ist dieses charmant-unspektakuläre Beißerkimchi kaum. Einige Sprüche und Situationskomiken gerade in der ersten Hälfte haben mich durchaus grinsen, vielleicht sogar lachen lassen. Und wie gesagt, als Papa fühlt man die ganze Geschichte härter. Was es wirklich ausmacht und bedeutet Vater zu sein - und indirekt auch Tochter zu sein! - spielt hier eine dramatische Rolle, wenn's um die Zombiewurst geht. Und trotzdem fehlt "My Daughter is a Zombie" ein ganzes Stück Pepp, Cleverness und das gewisse Etwas. Die Aussagen und Werte, für die er eintritt, sind alle Ehre wert und manch eine witzige Zombie- oder Vaterunart wird wunderbar ausgespielt. Klischees sind auch massig am Start. Zucker muss man ebenso abkönnen. Aber das war bei mir hier nicht das Problem. Mir fehlt hier eher Biss, Fallhöhe, Eigenständigkeit. Ein tonaler Wackelkandidat. Eine süße, safe gespielte Eskapade - aber nie mehr. In keiner Beziehung allzu motiviert, ehrgeizig oder gewillt mehr zu leisten als er muss. Ein zweifelloser Crowdpleaser in seiner Heimat. Aber sicher kein internationaler Zombiekomödienklassiker, der es aufgrund dickstem Pathos und speziellem Humor in der westlichen Welt auch eher schwer haben wird. Herzen und Anstand ticken aber immerhin ja weltweit gleich. Sollten sie zumindest. Und die fussiche Katze ist definitiv mein VIP!<br/><br/>You're Still My Number 1*<br/><br/>Fazit: Süße, naive und weitestgehend recht lustige Zombiekomödie, die den (zugegeben sehr überschaubaren) Horror und die Härte anfangs erstaunlich straight runterspielt und nicht allzu weich spült, dabei ihr riesig-pochendes Papaherz nicht verliert und u. a. mit klasse Tierkomik (!) und vor allem einer glaubhaften Vater-Tochter-Beziehung punktet. Das macht auf dem Papier wenig Sinn, funktioniert in der Praxis aber für ein breites Spektrum oder gar die ganze Familie solide - wenn man mit dem whacky Koreakitschhumor etwas anfangen kann... Und gerade in der zweiten Hälfte war das bei mir nicht mehr durchgehend der Fall.]]></description>
      <pubDate>Wed, 07 Jan 2026 14:10:28 GMT</pubDate>
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      <title>Abgespacete Verschwörungstheorien</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Save the Green Planet (2003) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.5 von 10<br/><br/>In diesem südkoreanischen Genresprenger entführt ein übermotivierter Verschwörungstheoretiker einen hochrangigen und hochnäsigen Wirtschaftsboss, weil er davon überzeugt ist, dass dieser einer getarnten Alienrasse angehört, die unsere Erde und die Eliten längst unterwandert hat...<br/><br/>Findet den Sinn im Chaos, die Wahrheit in der Unübersicht, die Aufgabe in der Überforderung<br/><br/>Durch Lanthimos' "Bugonia" ist das Scheinwerferlicht natürlich nun auch wieder vermehrt auf "Save the Green Planet!" als dessen Original gerichtet - und ich finde Jang Joon-hwans warnende und wahnsinnige Sci-Fi-Parabel hat sich hervorragend gehalten! Nicht trotz sondern gerade weil er von seinen wilden Videovibes so dermaßen "Frühe 2000er!" schreit. Da liegt eine unfassbare und chaotische Schönheit und Stimmung in seiner "Hässlichkeit" und "Überfrachtung". Von der Energie will ich gar nicht erst anfangen. Ein Hansdampf in vielen Gassen. Zwischen Torture Porn, Kidnapthriller, Sci-Fi-Satire und Paranoiakomödie, könnte "Save the Green Planet!" kaum prophetischer sein für die aktuelle, unübersichtliche und überfrachtete Zeit. Und deswegen verstehe ich natürlich, warum "Bugonia" genau jetzt kommen musste und Sinn macht. Aber das tat eben "Save the Green Planet!" schon vor über 20 Jahren! Wild, wuchernd, wohltuend, wachsend. Nie berechenbar, immer frei Schnauze. Tritt in viele Richtungen, macht enorm Spaß, ist selbst für koreanische Verhältnisse rebellisch und weird. Düstere Abgründe treffen auf spezielle Hoffnungsschimmer. Hat mich durchgehend exzellent unterhalten und mich positiv am Kopf kratzen lassen. Sieht aus wie Trash, könnte aber kaum anspruchsvoller, philosophischer, gesellschaftskritischer und künstlerisch wertvoller sein. Und bleibt dabei trotzdem immer verspielt, offen für Interpretationsansätze und naiv. Kreativ freidrehend. Menschlich sensibel. Gesellschaftlich kraftvoll.<br/><br/>Straight outta Andromedanebel to the Rainbow<br/><br/>Fazit: Hektisch, hässlich, handverlesen. "Save the Green Planet!" bleibt ein unverwechselbarer Ritt - der gestriegeltere "Bugonia" hin oder her!]]></description>
      <pubDate>Mon, 05 Jan 2026 12:06:59 GMT</pubDate>
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      <title>Das Bergschocktor</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Der Fluch (1989) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Im deutschen Gruselgeheimtipp „Der Fluch“ (1988) geht eine dreiköpfige Familie in den Bergen wandern - zwischen Wasserfällen, Bergliften, Alpenveilchen und … gefrorenen Kinderleichen?!<br/><br/>Ein Horrorheimatfilm…?<br/><br/>„Der Fluch“ kann ich nur als deutsches Kleinod und Paradebeispiel nennen, um zu zeigen, wie es auch hierzulande im Genrebereich gehen konnte und könnte. Sehr deutsch, sehr speziell, sehr weird. Ein echter Slowburner am Wandern und am Unterwandern. Eisige Gesichter, leichte Gänsehaut, immer ein ungutes Gefühl. Ja klar, sicher auch mal Limitierungen und unfreiwillige Komik. Allzu viele Schocks und spektakuläres Spukgekröse darf man nicht erwarten. Aber im Großen und Ganzen ein Volltreffer, der mich hat staunen und keine Sekunde bereuen lassen. Barbara May ist ein Hottie. Die bergischen Landschaftsaufnahmen sind atemberaubend und echt. Der oft kindliche Blickwinkel unterstreicht diese ungemütliche Aura zwischen Unschuld und Horror. Die meisten Dialoge wirken (total untypisch für deutsche Produktionen!) ungestelzt und glaubhaft. Der oft eisblaue Farbfilter passt wie der Bergbach unter die Schluchtengruft. Das deprimierend-düstere Ende ebenso. Deutsche Ur- wie Untugenden (!) liegen dauerhaft in der frischen Bergluft gefangen. Die Inszenierung ist effektiv, subtil und aufkratzend. Ein ganz schmieriges und ekliges Gefühl bleibt auch nach dem Abspann bei einem. Auch geprägt durch fiese Nebenfiguren und dreckige Details. Und was würde ich allgemein dafür geben, in einer Paralleldimension zu leben, wo so etwas wie „Der Fluch“ mehr Traktion bekommen und Feuer in der hiesigen Filmlandschaft gefangen hätte… Und all diese schwarze „Magie“ konnte „Der Fluch“ in einer Version auf mich wirken, die gefühlt direkt von der schäbigsten VHS rüberkopiert wurde. Und trotzdem hat er seine Wirkung nicht verfehlt. Wie gesagt, eine echte Gourmetgruselentdeckung, die bisher nur alteingesesseneren Horrorhasen ein Begriff war - nun endlich auch mir!<br/><br/>Fazit: Als ob Del Toro aus'm Schwarzwald kommt und schon in den 80ern abgeliefert hat… Urdeutsch und doch frisch wie bolle! Eine echte deutsche Genreentdeckung (für mich) - was würde ich für eine Restauration und Veröffentlichung in HD geben…]]></description>
      <pubDate>Sat, 03 Jan 2026 22:19:19 GMT</pubDate>
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      <title>Paranormal Stupidity</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Shelby Oaks (2024) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>Who took Riley Brennan? Die halbwegs populäre Youtuberin des Kanals „Paranormal Paranoids“ ist spurlos verschwunden, ihre Teamkollegen wurden brutal ermordet. Als ihrer Schwester ein Videoband der Tat in die Hände fällt, beginnt sie, Nachforschungen anzustellen.<br/><br/>Das Filmdebut von Youtube-Filmkritiker Chris Stuckman war 2022 das erfolgreichste Horror-Crowdfunding-Projekt auf Kickstarter und wurde nach seiner Premiere auf dem Fantasia Festival 2024 von niemand geringerem als Mike Flanagan unter seine Fittiche genommen. Es schien also eine Zeitlang, als wäre SHELBY OAKS das nächste große Horrording.<br/><br/>Der Film beginnt zunächst einmal wie der übliche Wald-und-Wiesen-Found Footage: Die letzten Aufnahmen der Verschwundenen, Interviews, Internetgerüchte, man kennt es zur Genüge. Nach knapp 20 Minuten jedoch bricht jäh die Realität in die TV-Fiktion ein, das Seitenformat verändert sich, die Titel werden eingeblendet und wir sehen nun einen Spielfilm, in den das Found Footage-Material eingewoben wird.<br/><br/>Das ist ein netter, cleverer Trick, allerdings nicht bahnbrechend. Denn der Film geht auch im Breitwandformat leider genauso klischeehaft weiter, mit standardisierten Spukszenen (langsam, langsam, langsam – JUMPSCARE!) und den ausgesprochen dummen Entscheidungen der ermittelnden Schwester, die nochmal die unheimlichsten Spuktatorte abklappert – natürlich nachts und mutterseelenallein, was soll schon passieren. Auf seinem Höhepunkt schmeißt der Film dann alle möglichen Referenzen in die Luft, von *** SPOILER ->BLAIR WITCH PROJECT<- SPOILER *** über *** SPOILER ->BARBARIAN<- SPOILER *** bis *** SPOILER ->ROSEMARY‘S BABY<- SPOILER *** und *** SPOILER ->THE OMEN<- SPOILER ***, bis gar nichts Eigenständiges mehr hängenbleibt.<br/><br/>Auf seine neunzigminütige Laufzeit kommt SHELBY OAKS übrigens auch nur aufgrund seiner zahlreichen Crowdfunder, die alle im zehn Minuten langen Abspann aufgelistet werden.<br/><br/>Fazit: Okayer Okkulthorror mit Found Footage-Elementen, für Gruselfilmeinsteiger oder Allesgucker. Nicht alles, was Mike Flanagan anfasst, wird zu Genregold – leider.]]></description>
      <pubDate>Mon, 08 Dec 2025 15:18:34 GMT</pubDate>
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      <title>Lake Doku</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Shelby Oaks (2024) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Als YouTube-Filmkritiker gibt's glaube ich kaum einzelne Leute auf unserem Planeten, die in unserem Hobby mehr Follower und Zuschauer haben als Chris Stuckmann. Aber dass sich eine beachtliche digitale Anhängerschaft und Internetfame leider nicht automatisch in Kinozuschauer und echte Fans ummünzt, genauso wenig wie stabile Filmkritik nicht gleich guter Filmemacher bedeuten muss (obwohl mir Fans der Nouvelle Vague da wohl am ehesten widersprechen werden), müssen er und sein Regiedebüt "Shelby Oaks" diesen Herbst feststellen, da man leider nicht wirklich selbst die geringeren finanziellen Ansprüche an ein von Neon produziertes Indie-Horror-Kinoprojekt erfüllen konnte. Aber Box Office war ja noch nie gleichbedeutend mit Filmqualität - was kann also sein "Shelby Oaks", über eine paranormale YouTuberin, die spurlos verschwand und nach der nun ihre verzweifelte Schwester traumatisiert sucht...<br/><br/>Nicht wirklich stuckmannized...<br/><br/>Bei "Shelby Oaks" kommt's glaube ich ganz auf die eigenen Erwartungen an. Wenn man sich erhofft, dass es sich hier um den nächsten Ari Aster oder immerhin Osgood Perkins oder einen zukünftigen Horrorklassiker handelt, auch angeheizt durch die Zusammenarbeit mit und Unterstützung durch Mike Flanagan, liegt man weit daneben. Guckt man jedoch auf tolle kleinere Details, ist gnädiger oder hat gar keine Erwartungen, dann gehört "Shelby Oaks" ganz sicher in die obere Hälfte der Horrorfilme des Jahres. Das heißt noch nichts Enormes, ist aber ein Anfang. Es sind bisher nur wenige Meister vom Himmel gefallen. Stuckmann gehört scheinbar nicht dazu. Was aber nichts vom respektablen "Shelby Oaks" nimmt. Und von seiner noch besseren, inspirierenden Reise zum Regisseur noch weniger. "Shelby Oaks" leidet unter einigen Klischees, handlungstechnischen Dummheiten und flachen Figuren, punktet dafür mit einer famosen stilistischen Wandlungsfähigkeit (Found Footage, Interviews, Audioausschnitte, Spielfilm), engagierten Darstellern und durchaus Kurzweiligkeit. "Shelby Oaks" sieht klasse aus, brummt gut aus dem Soundsystem, Stuckmanns Vorbilder sind unübersehbar, seine Vision ist klar und seine Ziele sind da. Ganz genügt er mit seinem Mysterygrusler noch nicht höheren Ansprüchen. Ein Dämon, der etwas Donnie Darkos Hasenkostüm ähnelt, hilft da wenig. Und etliche billigere Geisterbahnmomente, die er vor 10 Jahren noch heftig selbst angekreidet hätte, ebenso wenig. Aber hey, wie gesagt, für ein Debüt ist "Shelby Oaks" ein netter, kleiner Halloweenwatch zwischen "Sinister" und "Blair Witch Project". Mainstreamig und mitunter mit seinen Momenten. Es gibt klasse Ansätze und Schimmer von Genialität, von echter Inspiration. Insgesamt rüttelt man so aber natürlich das Horrorgame momentan nicht auf. Ein "Talk To Me" oder "Hereditary" ist's sicher nicht. Trotzdem würde ich mich massiv freuen, wenn das nicht Chris' letztes Projekt im Filmzirkus bleibt und er weitere Chancen erhält...<br/><br/>The Who Cares Glitch Project<br/><br/>Fazit: Solides, stilistisch kurzweiliges, aber inhaltlich und horrortechnisch leider etwas derivates und aus besseren Vorbildern zusammengestückeltes Regiedebüt von Chris Stuckmann - gut, guckbar, ein Start. Aber da sollte noch mehr gehen! Und warum so viele Jumpscares, Chris?!]]></description>
      <pubDate>Fri, 05 Dec 2025 19:05:49 GMT</pubDate>
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      <title>The Girl who stole my Time</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Girl Who Leapt Through Time (2006) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>Eins vorab: Der Autor dieser Zeilen konnte mit Animes noch nie sonderlich viel anfangen – nicht einmal mit erklärten Meisterwerken wie AKIRA, PRINCESS MONONOKE oder MY NEIGHBOR TOTORO. Nun gehört THE GIRL WHO LEAPT THROUGH TIME auch noch zum sogenannten „Shoujo“-Genre, das sich vor allem an Teenagermädchen richtet…<br/><br/>Die liebenswert verpeilte 17-jährige Makoto springt bei einem eigentlich tödlichen Unfall plötzlich unfreiwillig in der Zeit zurück und nutzt diese Fähigkeit nun bewusst, um ihren Notenspiegel zu verbessern und nicht mehr als größter Schussel der Schule dazustehen. Doch Makotos Zeitsprünge beeinflussen auch ihre Umgebung und als sie eine merkwürdige Tätowierung an sich entdeckt, wird ihr klar, dass ihre Zeitsprünge begrenzt sind.<br/><br/>Die erste Hälfte des Films ist eine nette Teenievariante der GROUNDHOG DAY-Prämisse, die allerdings später von Genrefilmen wie HAPPY DEATHDAY deutlich unterhaltsamer durchgespielt wurde. In der zweiten Hälfte wird es dann etwas komplizierter, wenn uns sowohl der Hintergrund der Zeitsprünge erklärt als auch mit dem moralischen Zeigefinger gewunken wird.<br/><br/>Wer mit Heidi und Biene Maja groß geworden ist, kann sich zumindest am lieblich-naiven Zeichenstil erfreuen, auch der Score ist sehr hübsch, die fabelhafte Coming-of-Age-Welt der Makoto ist dann aber vielleicht doch eher etwas für Hardcorefans und Teenie Girls.]]></description>
      <pubDate>Mon, 01 Dec 2025 15:15:32 GMT</pubDate>
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      <title>Zeitlose Reizüberflutung</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Time and Tide (2000) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 8.0 von 10<br/><br/>Tyler (Nicholas Tse) schwängert eine lesbische Undercover-Polizistin (Cathy Tsui), freundet sich mit dem Söldner Jack (Wu Bai) an, arbeitet mit ihm bei Uncle Jis (Anthony Wong) Bodyguard Service und muss dabei den Vater von Jacks schwangerer Frau (Candy Lo) gegen Jacks Ex-Söldnerkollegen verteidigen. Alles klar?<br/><br/>Hongkong Action trifft French New Wave: Tsui Harks China-Comeback nach den mäßigen Hollywoodfilmen DOUBLE TEAM und KNOCK OFF feuert filmisch aus allen Rohren. Halb Lovestory, halb Actionthriller, voller kinetischer Energie und coolen Kameratricks.<br/><br/>Die Story ist völlig chaotisch und dass beide Helden schwangere Frauen haben, kann man nur als schrägen Drehbucheinfall verbuchen. Mit der Glaubwürdigkeit ist es ohnehin nicht weit her, König Zufall regiert und Physik ist ein Fremdwort im Kosmos von Tsui Hark. Aber meine Herren, sieht dieser Film fantastisch aus!<br/><br/>Die letzte Stunde ist im Grunde ein einziger Showdown. Die Kämpfe in einem großen Apartmentkomplex, mit einer atemlosen Hetzjagd und einer fliegenden Kamera durch das Gebäude und an ihm herab sowie das Finale im KCR Railroad Terminal und dem Hong Kong Coliseum gehören zum Spektakulärsten, was das Hongkong-Kino zu bieten hat.<br/><br/>TIME AND TIDE ist ein Adrenalinfest durch und durch, es ist ein Männerfilm und eine Reminiszenz an die Heroic Bloodshed-Werke von John Woo &#x26; Co – gar nicht so unpassend, dass der deutsche Verleihtitel den Zusatz TYLER UND JACK trägt.]]></description>
      <pubDate>Sat, 29 Nov 2025 14:29:28 GMT</pubDate>
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      <title>Japanese Highschool Girls in Trouble!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>House (1977) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>„Jede Katze kann Türen öffnen. Aber nur eine Geisterkatze kann sie auch wieder schließen.“<br/><br/>Willkommen im Wahnwitz des Nippon-Popflicks HAUSU! Weil ihr Ferienlager ausfällt, besucht Oshare mit ihren Mitschülerinnen die lange nicht gesehene Tante. Auf ihrem Weg passieren die sieben Geißl… Zwer… Schulmädchen mehrere liebevoll handgemalte Matte-Paintings und einen Melonenhändler, der etwas später zu einem Skelett verpufft. Dass die altgeschminkte Tante nicht ganz knusperknusperknäuschen ist, fällt den Mädels gar nicht auf, da sie viel zu sehr abgelenkt werden von fliegenden Köpfen, menschenfressenden Klavieren und einer grüne Augenblitze verschießenden Katze.<br/><br/>Dass die Macher des Films sich wohl ordentlich an bewusstseinsverändernden Substanzen bedienten, steht außer Frage, schließlich waren es die 70er. Auch dass die 12-jährige Tochter des Drehbuchautors am Skript mitwirkte, macht Sinn. Anrechnen muss man den Verantwortlichen jedoch, dass sie bei den Effekten dann doch irgendwie die richtigen Knöpfe gedrückt haben. Visuell bietet insbesondere das letzte Filmdrittel einige interessante Perspektiven mit Retro-Videotechnik, wie sie damals auch der Kindersendung „Lemmi und die Schmöker“ zur Verfügung stand und Zeichentrickeinsprengseln im Stil des Beatles-Grafikers Klaus Voormann. Dazu singt die japanische Folkpopband Godiego hübsche Songs, die damals im Westen sicherlich auch Hits geworden wären.<br/><br/>HAUSU ist bei weitem kein Meisterwerk, es ist eher ein filmisches Kuriositätenkabinett, ein schönes Zeitdokument, inklusiver aller Aspekte, die man an den 70er-Jahren nervig finden konnte.]]></description>
      <pubDate>Fri, 28 Nov 2025 17:40:05 GMT</pubDate>
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      <title>Tentakeldebakel</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Dunwich Horror (1970) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>„The Dunwich Horror“ von 1970 kann man getrost als lovecraftigen Vorläufer zu Fulcis Tore der Hölle und auch Carpenters „In the Mouth of Madness“ sehen, jedoch arg auf psychedelischer Sparflamme, mit etlichen langweiligen Phasen, lächerlichen Phrasen und unfreiwillig komischen, hippie'esken Teuflischkeiten… Erzählt wird vom alten Dunwich Anwesen, dem geheimnisvollen Nekronomikon und Ritualen an die alten Götter… Es kreucht, keucht … und enttäuscht!<br/><br/>Angriff der Farbfilter<br/><br/>Was für ein 69er in Filmform… Böses Buch, kein Eunuch. Tentakelmonster, der predigt da sonst was. Bekannte Gesichter (Shire, Dee, Stockwell, Begley), viel Verzicht da. Lovecraft überfordert, Logik und Sinn wandern über'n Jordan. Gänsehaut ade, Ehefrau in Spee. Cooles Intro, der Rest in etwa spinnt so. Nettes Klimpern, die alten Götter wollen auch nur pimpern. Schon irgendwie meins, Geld macht das keins. Klippe des Todes, nicht gerade voll des Lobes. Unfreiwillig komisch, ne Leute, so nich'.<br/><br/>Hare Cthulhu<br/><br/>Fazit: Trügerisch-tragender Score, feine Beleuchtung, lovecraft'scher Liebesreigen und entzückende Damen… Und trotzdem ist „The Dunwich Horror“ unter sehr vielen seiner Einflüsse und Entscheidungen eine Enttäuschung - aber immerhin eine angestaubt-attraktiv-atmosphärische.]]></description>
      <pubDate>Fri, 21 Nov 2025 23:44:50 GMT</pubDate>
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      <title>Besinnlicher B-Movie aus Metall, Blut und Öl</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Death Machine (1994) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>In einer militärisch-cyberpunkigen Zukunft bastelt ein hemmungsloser Rüstungskonzern an einem "Warbeast" im Keller, einem nahezu unkaputtbaren Killerroboter, der es mit modernsten Waffen und hoch entwickelter K.I. hinter jeder feindlichen Linie Verwüstung, Zerstörung und Tod regnen lassen könnte. Doch zuerst entkommt er (durch seinen nerdig-verrückten Entwickler!) aus dem Keller des futuristischen Hochsicherheitshochhauses und lässt eine Gruppe Freaks um's Überleben kämpfen...<br/><br/>Cyberpunk gone mental &#x26; metal as fuck!<br/><br/>"Death Machine" ist eine krude und metallische Kreuzung aus damaligen Trends und Hits - und der Beweis, wie man nicht nur genau dies verdammt richtig macht, sondern auch wie man einen B-Movie trotz 2 Stunden (!) Laufzeit frisch und kurzweilig hält. Kurz später zeigte Stephen Norrington spätestens mit "Blade", was er drauf hat. Aber auch "Death Machine" lässt ihn und alle Beteiligten schon in einem sehr guten Licht dastehen. Brad Dourif stiehlt eh die Show, Overacting done right. Ein National Treasure der Mann! Das Monsterdesign ist cool, die eine starke Frauenfigur wirkt organisch, der Goregehalt wirkt nie eingedampft, ganz im Gegenteil, die Atmosphäre in dem hoch technisierten Hochhauskomplex ist dicht und schwitzig, Gefahr und Anspannung sind immer da. Klar sieht man die hochwertigeren Vorbilder von "Blade Runner" über "Die Hard" bis "Alien(s)" überdeutlich, nun nur eben mit Metalliclegierung. Aber der Staubsaugercocktail mundet. Gutes Double Feature mit "M.A.R.K. 13". "Death Machine" funktioniert einfach. "Death Machine" spricht die innersten Instinkte eines B-Movie-Fans an. "Death Machine" regelt!<br/><br/>Dantes Inferno<br/><br/>Fazit: Bissig, dampfig, dystopisch, klaustrophobisch, cool und hart... "Death Machine" ist kein "Terminator" oder "Robocop", eher ein Epigone dieser. Auch kein A-Liga-Klassiker. Aber ein höchst launiger und sympathischer Metallmonstermoviemashup, der definitiv in die Sammlung gehört, 90s-Aura von einem anderen Stern besitzt und dazu enorm Wiederspielwert, Brutalität, Stil, Spaß und Struktur!]]></description>
      <pubDate>Wed, 19 Nov 2025 11:35:57 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>It's Hammer Time... Again!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Toolbox Murders (2003) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>In den 2000ern war keine Horrornummer für ein räudiges Remake heilig. Sogar ein „Toolbox Murders“ aus der eher dritten Reihe und düsteren, fast schon untergründigen Ecke des Slasherkosmos'. Aber wenn kein Geringerer als Terrormeister Tobe Hooper anklopft, dann sagt wohl kein Horrorheimwerker nein… Erzählt wird von einem mehrstöckigen Apartmentgebäude in Los Angeles, wo gleich mehrere neue Parteien einziehen und zeitgleich ein Psychopath die Leichen stapelt, indem er aus seinem Werkzeugkasten aus dem Vollen schöpft…<br/><br/>Mietfleischbremse<br/><br/>„Toolbox Murders“ (2003) konnte man als Ansage von Tobe Hooper verstehen, nachdem ihn einige schon endgültig von der Horrorlandkarte tilgen wollten. „Ich bin noch nicht tot!“. Jedoch kann man weder wirklich dagegen sprechen, dass das noch immer ein halbes Universum von seiner einstigen Klasse entfernt ist und sogar vielleicht sein letzter guckbarer Film gewesen sein könnte. Egal. Es bleibt ein sehr minimalistischer, trotz ganzem Werkzeugkasten fast monotoner Slasher in einem legendären Gebäude der Stadt der Engel. Hollywoodbezüge, Augenzwinkern + Härte, starke Killeffekte, ein paar halbwegs interessante Hausbewohner, schon eine Webcam, dazu die ein oder andere Hommage ans Original und doch genug Eigenständigkeit und Abstand zu ihm. Das alles macht „Toolbox Murders“ auffällig richtig und korrekt. Geradeaus, effektiv, bissig. Erfrischend einsilbig. Selbst wenn ich mich insgesamt trotzdem knapp fürs Original entscheiden würde… Nicht Hooper in Topform, aber Hooper in Reinform!<br/><br/>Wenn's Blut werden muss<br/><br/>Fazit: Ein ganzer Werkzeugkasten an Möglichkeiten, ein ganzes Hochhaus an Opfern, ein zertifizierter Slasherklassiker als Vorbild… Es gibt immer etwas zu tun, für Tobe Hooper!]]></description>
      <pubDate>Sat, 15 Nov 2025 13:29:35 GMT</pubDate>
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      <title>All-American-Horror-Buffet</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Hamiltons (2006) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>"The Hamiltons" ist ein sehr seltsames Potpourri voller 00er-Horror-Zeitgeist - von psychologischem Horror über Torture Porn, schwarzem Humor und Found Footage bis zum Vampirfilm mit Familiendramaanstrichen ist alles dabei. Konfus und wild. Nichts richtig. Aber immerhin ist's so nicht wirklich berechenbar... Erzählt wird von einer amerikanischen (Nicht-ganz-)"Vorzeigefamilie", bei der scheinbar gerade die Eltern gestorben sind, die Kinder nun inzestuöse Verhältnisse pflegen, regelmäßig umziehen und junge Frauen entführen, in den Keller sperren und andere dunkle Geheimnisse hüten...<br/><br/>Folterflickenteppich in D-Moll<br/><br/>Durch seine vielen Einflüsse und Subgenres weiß "The Hamiltons" oft nicht wirklich wohin er will und woher er kommt. Ein Bastard von einem Horrorfilm - was in diesem Genre aber nicht unbedingt nur Schlechtes heißen muss. Identitätskrisen haben ja auch etwas Erschreckendes. Doch bei "The Hamiltons" kommt das leider eher beliebig bis melancholisch rüber als frisch und auf Zack. Genauso "Funny Games" wie "Texas Chainsaw Massacre", genauso häusliches Trauma wie gesellschaftliche Gefahr. Die 00er waren schon eine seltsame Zeit für das Horrorgenre... "The Hamiltons" packt unbedarft viel in einen Sack und rührt stupide einmal durch. Vielleicht auch fünfmal. Im Endeffekt bleibt eine braun-undefinierbare Suppe, die ich eher nicht empfehlen kann, die ich aber auch nicht komplett abstrafen will. Zumindest wird versucht den Jungs mehr Tiefe und Schichten zu verleihen als in üblichen Genreabziehbildchen. Das Ding lässt sich halt nur an jeder Ecke vom Weg abbringen und ablenken. Als Zuschauer verliert man dadurch schnell die Lust. Trotz aller unberechenbarer, amateur-sympathischer Stilblüten.<br/><br/>The Butcher Brothers ... werden ihrem Namen nicht gerecht!<br/><br/>Fazit: Krude und unangenehme Melancholiemixtur - nie rund oder logisch, meist aber unterhaltsam und düster genug. Nicht gerade gut, total lose und unkonzentriert, aber immerhin recht kurzer und halbwegs unterhaltsamer Humbug. Möchtegern-tiefsinnig.]]></description>
      <pubDate>Wed, 12 Nov 2025 13:19:12 GMT</pubDate>
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      <title>Wallstreet Chainsaw Massacre</title>
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       <description><![CDATA[<h3>American Psycho (2000) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 9.5 von 10<br/><br/>Kultfilm, Tabubrecher, Dystopie. Horror, Thriller, schwarze Komödie. Unverfilmbares Buch, seiner Zeit voraus, perverse Genialität.... Was nicht alles schon über "American Psycho", als Buch wie als Film, gesagt wurde. Und alles stimmt - plus noch so viel mehr. Die schwarze Horrorkomödie rund um den seelenlosen Extrem-Kapitalisten Patrick Bateman, ist für mich einer der besten Filme des 21. Jahrhunderts und kann meiner Meinung nach nicht hoch genug geschätzt werden. Er prägte meinen Humor, Filmgeschmack, sogar meine Weltanschauung - kurz: mich. Selbst wenn das bei so einem kranken Werk natürlich eine Aussage ist, die andere mit Vorsicht &#x26; Stirnrunzeln genießen könnten. Doch dem ist so und nur weil einen das blutige Treiben des brutalen 80er-Yuppies köstlich amüsiert, muss man ja nicht genauso gestört sein wie der Protagonist... Obwohl - sind wir nicht alle etwas Bateman? Heute noch mehr als vor 15 Jahren oder gar in den 80ern? Wie leer, verroht und unmenschlich sind wir? Und was passiert in den kommenden Jahren, wenn eine Art Vorbild Batemans der mächtigste Mann der Welt ist/bleibt? Jeder Fan des Films ahnt Schlimmstes und fast bleibt einem das Lachen im Hals stecken ... aber warten wir erstmal ab und schweifen nicht zu sehr politisch ab.<br/><br/>"American Psycho" trifft seine Buchvorlage extrem gut und ist sogar teils noch konzentrierter und eindringlicher, selbst wenn einige Perversitäten und Brutalitäten ausgespart wurden. Mary Harron hat hier ganze Arbeit geleistet und den Film so scharf gestaltet, wie man brisante Gesellschaftskritik nur darstellen kann. Vielleicht der beste Genrefilm, den je eine Frau gemacht hat. Dazu ein rückblickendes 80s-Feeling, wie es sich für einen Klassiker gehört, da auffällig viele wichtige Filme nicht im selben Jahrzehnt spielen, aus dem sie stammen. Selten waren die 80er - inklusive Mode, Musik &#x26; hohlem Lifestyle - so gegensätzlich, böse und cool. Dazu einige der zitierfähigsten Sätze überhaupt ("I have to return some videotapes!") plus ein Christian Bale, der in seine Rolle vollkommen versinkt und mit diabolischer Freude Köpfe einschlägt. Bale macht das zwar in vielen seiner Rollen, also das Aufgehen, nicht das Köpfe einschlagen, doch hiermit ging er in die Geschichte ein und er hätte wesentlich stärker honoriert werden müssen. Die abartige Geschichte hält unserer Konsumgesellschaft den Spiegel vor und berührte mich persönlich mehr, als ich es zuerst wahrhaben wollte. Zuerst Schock, dann Spaß, dann nachhaltige Veränderung bzw. Selbstwahrnehmungen. Und wie (gute) Kopien à la "Kill Your Friends" oder "The Voices" zeigen, hinterließ der Film nicht nur bei mir bleibenden Eindruck, sondern in der kompletten Popgeschichte.<br/><br/>So etwas wie der sterile, unserer Zeit angepasste Gegenentwurf zum dreckigen "Texas Chainsaw Massacre", der mindestens genauso ins Mark trifft, wie Leatherface und seine Familie einige Jahrzehnte zuvor. Nur dabei macht er noch wesentlich mehr Spaß und ist in seiner Bösartigkeit schon wieder komisch, clever, verloren. Im starken Kinojahr 2000, einer der besten Filme. Niemand klärt uns so schön über Whitney Houstons erstes Album auf oder wirft Kettensägen so genau eine Treppe hinunter. Über die Jahre lernte ich sogar das offene, ambivalente und etwas blutleer-enttäuschende Finale zu schätzen, weil es dem Ganzen einen realistischen und, in seiner speziellen trockenen Art, noch heftigeren Anstrich erteilt. Und der Film hat sich frischer gehalten, als Pats Kühlschrankköpfe. Was für ein kranker Typ, der leider nicht so weit von Realismus entfernt ist, wie man es vielleicht gerne hätte. Und wenn er, der alles andere als dumm ist, am Ende sogar die Übersicht verliert und nicht mehr weiß, was echt ist, dann tun das die tausenden echten Bateman da draußen sicher noch weniger. Der Film macht Angst und ist nicht männer- oder frauenfeindlich, trotz etlicher heftiger Alptraumklischees, sondern menschenfeindlich. Kein gesundes Umfeld, kein gesunder Lebensstil plus ein durch und durch kranker Film - wie passend.<br/><br/>Fazit: Patrick Bateman ist Kult &#x26; "American Psycho" war eines der ersten Meisterwerke des neuen Jahrtausends. Ein Antimensch lässt die Wallstreet bluten - bitterböses Fest des schwarzen Humors!]]></description>
      <pubDate>Wed, 05 Nov 2025 07:36:33 GMT</pubDate>
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      <title>Quiet is the new loud</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Noise (2024) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Ärger im Mehrparteienhaus? Das ist nichts Neues im Horrorgenre. Mal sind es verstorbene Vormieter, mal Psychopathen und manchmal ist es auch die Hauptfigur selbst, die ihre eigenen Dämonen einfach nicht losbekommt. Womit wir es in NOISE zu tun haben, soll vorab nicht verraten werden. Der Film bedient sich zwar einiger bekannter Stereotype, beweist jedoch genügend Eigenständigkeit, um auch Kenner der Materie ordentlich zu unterhalten und auch zu gruseln.<br/><br/>Ju-youngs Schwester Joo-hee wird vermisst, weshalb Ju-young in die ehemals gemeinsame Wohnung zurückkehrt, um sich zusammen mit dem Lebensgefährten Joo-hees auf die Suche nach ihr zu machen. Es dauert nicht lange, da wird sie vom Nachbarn aus der Wohnung unter ihr bedroht, sie solle endlich mit dem Lärmen aufhören. Da der Nachbar beim nächsten Mal mit einem Messer vor der Tür steht, wird die Situation mehr als beunruhigend. Vor allem, weil Ju-young zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Ruhestörung gar nicht in der Wohnung war. Aber sie selbst beginnt auch, Geräusche zu hören. Im Grunde kein Problem, kann die Schwerhörige doch einfach ihr Hörgerät ausstellen und eine Handy-App gesprochene Worte schreiben lassen – ein Gadget, das im Finale des Films noch effektiv eingesetzt wird. Bis dahin gibt es in dem so anonym und gewöhnlich aussehenden Mietshaus jedoch noch einiges zu entdecken.<br/><br/>Von vollgemüllten Kellerräumen, in denen problemlos mehrere Leichen lagern könnten, über Inhouse-Verschwörungen bis hin zu (möglicherweise eingebildeten) Geistererscheinungen wird die komplette Bandbreite des Genres bedient.<br/><br/>Kein Film, der lange im Gedächtnis bleibt, aber einer, der Freunden asiatischen Horrors angenehm gruselige 90 Minuten bereiten kann.]]></description>
      <pubDate>Sat, 01 Nov 2025 13:15:02 GMT</pubDate>
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      <title>Zum Heulen schön!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Howling (1980) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.0 von 10<br/><br/>Auch wenn „An American Werewolf In London“ wohl auf ewig meine Nummer 1 unter den „Wolfsmenschfilmen“ bleiben wird, schließt Joe Dantes „The Howling“ mehr und mehr zumindest auf. Und das ist ja immer ein top Zeichen, wenn ein Film von Mal zu Mal besser wird und reift wie ein guter Wein… Erzählt wird in dem vielschichtigen (!) Werwolfhorrorklassiker von einer Nachrichtensprecherin, die durch einen mysteriösen Mörder und Vergewaltiger traumatisiert, sexuell verwirrt und in eine „Kolonie“ bzw. eine spezielle Reha geschickt wird, wo die haarige und mondanheulende Kacke aber erst so richtig anfängt zu dampfen…<br/><br/>Fernsehen und Nahflehen<br/><br/>Immer ein Stückchen im Schatten des o. g. Werwolfüberhits, dazu etwas heruntergezogen durch seine vielen suboptimalen und kaum zusammenhängenden Sequels. Und mit ersten 40 Minuten (!) „gesegnet“, in denen man nur vage Andeutungen in Sachen Werwölfe bekommt, wenn überhaupt. All das lässt „The Howling“ für mich zu einem Slowburner-Kulthit werden, der mich aber wie gesagt mit jeder Sichtung und jedem Jahr, das vergeht, mehr bezirzt und anknabbert. Und mittlerweile ist er aus meiner Top 5 der Werwolfschinken nicht mehr wegzudenken. Weil die Verwandlungseffekte noch immer rocken. Weil es ein paar der attraktivsten Frauen der 80er (auch nackt!) zu bestaunen gibt. Weil Dantes dunkler Humor immer wieder zur richtigen Zeit durchschimmert. Und vor allem, weil „The Howling“ so wunderbar Triebe und TV, Konditionierung und Kopulation, Instinkte und Irritationen, Vollmond und (psychologische) Verunsicherung verbindet, kreuzt und multipliziert. Das Ergebnis ist ein ganz exquisiter und vielfältiger Beitrag zum Werwolfkanon, der sogar noch weit über sein Subgenre hinausgeht!<br/><br/>Die Unterwolle der Lust<br/><br/>Fazit: Gesellschaftlich clever, tricktechnisch spektakulär, horrortechnisch genauso effektiv wie spaßig… „The Howling“ gehört zum lykantropen Hochadel!]]></description>
      <pubDate>Tue, 28 Oct 2025 21:33:47 GMT</pubDate>
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