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    <title>Fantasy FilmFest Reviews</title>
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    <description>Die letzten 50 Reviews mit komplettem Text.</description>
    <language>de-DE</language>
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    <pubDate>Sat, 10 Oct 2026 14:09:04 GMT</pubDate>
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    <webMaster>todi@f3a.net (Torsten Ketelsen)</webMaster>
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      <title>Der Zug da, der zur Hölle fährt.</title>
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       <description><![CDATA[<h3>End of the Line (2006) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Eine Gruppe bunt zusammengewürfelter U-Bahn Passagiere wird von Sektierern durch endlose, dunkle Tunnel gejagt, mit einem sehr hohen Blutzoll auf beiden Seiten. Eine Mischung aus Sektenfilm und dem „Midnight Meat Train“.<br/><br/>Starker Anfang, ein extrem cooles aber zu kurzes Ende, und ein leider in Teilen doch recht mittelmäßiger Mittelteil, der sich zu sehr zieht und dem man das offensichtlich schmale Budget leider auch ansieht.<br/><br/>Zum Teil trashig, zum Teil gory, ein paar extrem starke „Jump“ Scares, insgesamt recht erfrischend „anders“, aber leider auch viel Potential verschenkt.<br/><br/>Nach dem wirklich guten und hochinteressant inszenierten Anfang hat mich der Film auf halbem Wege leider verloren, wenn er auch mit einigen genau so spannenden wie bösartigen Szenen und einem netten „Twist“ am Ende punkten kann (den erfahrene Horror-Connoisseure aber wohl riechen werden). Ich dachte halt nur irgendwie, da würde noch „mehr“ kommen. Tut es zwar, aber leider zu wenig.<br/><br/>Für Fans des Genres eine nette Erfrischung für Zwischendurch und damals in der Midnight Madness war das sicher ein gefundenes Fressen für die meisten. Einmal mehr freue ich mich, einen damals verpassten Film nach so vielen Jahren endlich auf meiner Liste „abhaken“ zu können.]]></description>
      <pubDate>Sat, 10 Oct 2026 14:09:04 GMT</pubDate>
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      <title>Die Vertreibung aus dem Paradies</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Out of the Blue (2006) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Ein malerisches und verschlafenes, kleines Küstenkaff in Neu Seeland. Kinder spielen mit ihrem Hund, Freunde und Nachbarn grillen gemeinsam im Garten, chillen entspannt unter der Veranda …<br/><br/>… und ein psychisch auffälliger und paranoider Eigenbrötler mit einer Aggressionsstörung greift zur Waffe.<br/><br/>Der Film wurde nach einer leider wahren Begebenheit gedreht und legt seinen Fokus zum einen auf den bis an die Zähne bewaffneten Amokläufer David Gray, zum anderen auf die diesem Mann nahezu Schutzlos ausgelieferten Bürger, die in kaum Sicherheit bietenden, sehr einfachen Behausungen, 24 Stunden der Angst durchleben müssen, oder grausam abgeknallt werden.<br/><br/>Es dauert eine qualvoll lange Zeit, bis die überforderten „Dorfpolizisten“, die bislang kaum ein schwereres Delikt aufzuklären hatten, als ein paar geklaute Stücke Damenwäsche, begreifen, was eigentlich los ist. <br/><br/>Inszenatorisch ist der Film extrem kraftvoll und bildet den Schrecken genau so kühl und unfassbar ab, wie er seinerzeit wohl vorgefallen ist. Der Film verzichtet auf unnötige Action oder zu viel dramatischen Pathos, und erzählt seine Geschichte einfach nur auf eine verstörend ruhige Art, die einem an die Nieren geht.<br/><br/>Die Ruhe davor, den Terror selbst, und die furchtbare Stille danach. <br/><br/>Wirkt lange nach und kann einen unmöglich kalt lassen, dazu müsste man schon sehr abgebrüht und empathielos sein. Ich hatte eine Gänsehaus und einen Kloß im Hals. <br/><br/>Ein Film den man sehen sollte, aber ein mal reicht mir dann auch. Trotzdem bin ich sehr dankbar dafür „Out of the Blue“, 20 Jahre nachdem er auf dem FFF lief, nunmehr endlich nachgeholt zu haben.]]></description>
      <pubDate>Sat, 10 Oct 2026 13:42:51 GMT</pubDate>
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      <title>Keiner kommt raus, aus diesem Haus. Dieser Salon hat keine Tür.</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Dread (2009) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 9.0 von 10<br/><br/>Es gab in der Geschichte des Fantasy Filmfests immer mal Beiträge, die ganz besonders schwer verdaulich und für zart besaitete Gemüter besonders schwer zu ertragen waren, und dies nicht etwa weil sie extrem „blutig“ inszeniert wurden, sondern vielmehr wegen ihrer „seelischen“ und psychischen Grausamkeit. „Martyrs“ war so ein Film der mir in diesem Zusammenhang als erstes in den Sinn kommt, aber auch „Eden Lake“ oder „Playground“ fallen mir ein.<br/><br/>„Dread“ aus dem Jahrgang 2009 ist ebenfalls ein solcher Vertreter. Ein unter die Haut gehender „Unwohlfühlfilm“, der einen unruhig im Sessel herumrutschen lässt, eine nie ganz greifbare Bedrohung erahnend, die sich langsam aber sicher ihren Weg bahnt...<br/><br/>Nach einer Kurzgeschichte von Clive Barker in unterkühlten, schmutzigen und rauen Bildern erzählte Story einiger Studenten, die für ein Filmprojekt die besonders tief sitzenden Ängste von Menschen freilegen wollen. Dabei sind die feinstofflich verwebten (typisch für Clive Barker) Charakterzeichnungen ein ganz dicker Gewinn für diesen Film. Man interessiert sich für die Menschen in dieser Geschichte, mögen sie auch noch so seltsam oder auch unsympathisch sein.<br/><br/>Dread ist das absolute Gegenteil des glattpolierten Mainstreamkinos. Alles fühlt sich so echt an, als wäre man mit dabei, und genau das macht den Film auch so gut und gleichermaßen unerträglich. Ein Blick in menschliche Abgründe, und am Ende bekommt hier niemand wirklich das, was er verdient hätte.<br/><br/>Das haut einem am Schluss so fest die filmische Faust in den Magen, das einem sprichwörtlich übel wird. Ganz harter Tobak, auch für Hartgesottene, dabei ein extrem beeindruckender Film, eine filmische Extremerfahrung und einer der besten Filme die ich dieses Jahr sehen durfte. Danke das ich dieses Werk endlich „nachholen“ durfte.]]></description>
      <pubDate>Wed, 07 Oct 2026 13:26:57 GMT</pubDate>
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      <title>Frauen, die auf Ziegen starren</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Hagazussa: A Heathen’s Curse (2017) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>Albrun und ihre Mutter leben zurückgezogen in einer Hütte in den Bergen. Als die Mutter stirbt, bleibt Albrun, nun mit eigenem Kind unbekannter Herkunft, allein mit ihrer geliebten Ziege – und dem aufgebahrten Totenschädel der Mutter, von der die Einheimischen behaupten, sie sei eine Hexe gewesen. Denn wir befinden uns im 15. Jahrhundert – nicht, dass sich eine ähnliche Geschichte nicht auch noch heute zutragen könnte. Ob hier allerdings wirklich Hexenzauber am Werk ist oder wir nur einer Frau dabei zusehen, wie sie langsam in den Wahnsinn abrutscht, lässt der Film bewusst offen.<br/><br/>HAGAZUSSA ist der studentische Abschlussfilm von Lukas Feigelfeld. Vielleicht liegt es daran, dass hier viele Szenen deutlich zu lange stehen, dass Bild und Atmosphäre deutlich vor Storytelling oder Figurenzeichnung priorisiert werden und dass der Film insgesamt des Öfteren ins Künstlerische bis Prätentiöse kippt.<br/><br/>Eine inszenatorische Vision und ein exquisites Auge muss man Feigelfeld jedoch zugestehen – die Naturaufnahmen und visuellen Arrangements sind wirklich eindrucksvoll und ergeben gemeinsam mit den Geräuschen von Berg und Wald sowie dem hypnotischen Score eine Art filmische Meditation. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt. Wer nicht, wird hier nicht glücklich und sollte vielleicht eher den ähnlich gelagerten DES TEUFELS BAD schauen, der zumindest so etwas wie eine rudimentäre Geschichte erzählt.]]></description>
      <pubDate>Mon, 05 Oct 2026 14:37:16 GMT</pubDate>
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      <title>Mainstream-Kino auf Chinesisch</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Blades of the Guardians (2026) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Das Wichtigste in Kürze: Wer nur mit dem Anspruch an einen Film herantritt, möglichst simpel und effektiv unterhalten zu werden, landet mit BLADES OF THE GUARDIANS einen sicheren Volltreffer. Hier wird auf breiter Front der kleinste gemeinsame Nenner bedient, kein Risiko eingegangen, alles aufgefahren, um dem Publikum maximal komplikationslosen Eskapismus zu ermöglichen.<br/><br/>Das muss nun nichts Schlechtes sein, ist es in diesem Fall auch nicht: Martial-Arts-Altmeister Yuen Woo-ping (als Regisseur mit IRON MONKEY, WING CHUN und vielen mehr berühmt geworden, als Stunt-Director mitverantwortlich für den Erfolg von nicht zuletzt YIP MAN, THE GRANDMASTER, KILL BILL, THE MATRIX oder auch CROUCHING TIGER, HIDDEN DRAGON) hat hier ein tempo- und höhepunktreiches Feelgood-Movie mit Starbesetzung zusammengezaubert, das selbst über eine Laufzeit von mehr als zwei Stunden hinweg nicht eine Sekunde lang aufs Bremspedal drückt. Ein wenig ermüden kann es allerdings da und dort schon, denn die Vielzahl der nicht immer optimal nachvollziehbar choreografierten Kämpfe zwischen den verschiedenen Parteien wirkt ab einem gewissen Punkt durchaus repetitiv. Und die Story (Kopfgeldjäger Dao Ma soll Revolutionsführer Zhi Shi Lang sicher an sein Ziel geleiten) hat nicht viel zu bieten, um darüber hinwegzutäuschen.<br/><br/>Für Wuxia- oder generell Action-Fans ist BLADES natürlich dennoch ein Highlight, selbst wenn die Figur des Zhi Shi Lang mit ihrer schwer an SLIPKNOT-Peinlichkeiten erinnernden Maske auf Dauer reichlich nervt. Schlimmer, wenn auch erwartbar, sind dagegen diverse Kitsch-Katastrophen, die der Film sowohl hinsichtlich seiner Handlung als auch seiner Inszenierung lustvoll zur Schau stellt.<br/><br/>Man kann hier dennoch definitiv seinen Spaß haben. Man kann sich aber genauso definitiv fragen, was ein solcher Film auf dem FFF zu suchen hat, wenn man möchte. Ich frage mich das nicht, habe mit seiner Inkludierung kein Problem. Allerdings ist er nun mal auch nicht mehr „Genre“ als ein x-beliebiger Hollywood-Actionfilm. Pures Popcorn- und Blockbuster-Kino, nur eben aus fernöstlichen Gefilden. Ein Film für die Massen. Und für alle, die sich nach anspruchsfreier Unterhaltung sehen. Geht schon okay, mehr aber auch nicht. Sprich: 6 Punkte.]]></description>
      <pubDate>Sun, 04 Oct 2026 02:19:10 GMT</pubDate>
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      <title>Der Gipfel der Angst</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Vertige (2009) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Obwohl ich von dem großartigen FFF-Jahrgang 2009 seinerzeit viele Filme im Kino gesehen habe, ist mir „Vertige“ aus irgend einem Grund all die Jahre entgangen. So eine kleine „Horrorperle“ nach immerhin 17 Jahren ganz unerwartet nachholen zu können, und dann noch mit einem echten Brett von Film überrascht zu werden… ein kleines Filmfestchen.<br/><br/>Während es in der ersten Hälfte der Story um eine abenteuerliche, spannend inszenierte und mit unerwarteten Tücken und Problemen gespickte Klettertour von 5 Freunden geht, die bei Akrophobikern wie mir sofort ein ungutes Kribbeln auslöste und an die besseren Szenen von aktuellen „Höhenangst“-Filmen wie z. B. „Fall 2“ erinnert, wandelt sich „Vertige“ in seiner zweiten Hälfte zu einem beinharten und blutigen Horrorfilm, der Freunden von Backwood-Slashern wie z. B. „Wrong Turn“ sicherlich gefallen dürfte.<br/><br/>Auch wenn der Film nicht mit sehr vielen neuen Ideen über seine blutgetränkten Felskanten kommt, so hat man diesen bösen Twist trotzdem nicht kommen sehen.<br/><br/>Klettertour gone awfully wrong ... kennen wir das nicht irgendwoher?<br/><br/>Sicher, der auf dem FFF 2011 gezeigte „A Lonely Place to Die“ schlägt einen ähnlichen Weg ein. „Vertige“ ist hinsichtlich explizit gezeigtem Splatter und dem Einsatz von allerlei Bärenfallen, Armbrüsten und sonstigen Werkzeugen allerdings weniger zimperlich und definitiv härter, noch dazu sind die Kletterszenen am Berg Hochspannung pur. Eine gelungene Genremischung die einen packt und den Puls hochtreibt.]]></description>
      <pubDate>Sat, 03 Oct 2026 11:32:29 GMT</pubDate>
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      <title>Unhappy Birthday</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Birthday Party (2026) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Ein finanziell nicht gerade ideal aufgestellter Bauernhof inmitten tiefster französischer Provinz-Tristesse, betrieben von einem auf den ersten Blick uninteressant ungleichen Ehepaar. Ein kläffender Köter. Stoisch dreinschauende Kühe. Würde die vor sich hinmalende Nachbarin Cristina nicht gerade von Monica Bellucci gespielt werden, fände man hier zunächst nur wenig Grund, genauer hinzugucken. Spätestens als Nora, die business-schick gekleidete Frau des Landwirts, sich bei einer Zigarettenpause mit ihren Kolleginnen nervös über ihre Chancen auf eine Beförderung auslässt, beginnt man sich dann ernsthaft Sorgen zu machen, ob THE BIRTHDAY PARTY wohl ein unterhaltsamer Festivalbeitrag sein wird. <br/><br/>Aber natürlich hat die anfangs äußerst gemächliche Inszenierung des Unspektakulären System: Regisseurin Léa Mysius, die zuvor bereits mit THE FIVE DEVILS auffiel und als Drehbuchautorin nicht zuletzt am zweifachen Oscar-Gewinner EMILIA PÉREZ mitgewirkt hat, wiegt uns in trügerischer Sicherheit. Als das Geschehen schließlich Fahrt aufzunehmen beginnt, als Vergangenheit, Gegenwart, Lügen und böse Wahrheiten in einer immer schmerzhafteren Konfrontation zwischen dem Paar und drei ungebetenen Gästen eskalieren, wirkt diese umso überraschender, unkontrollierter, intensiver. Aus dem behäbigen Alltagsdrama wird binnen kurzer Zeit ein aufreibender Home-Invasion-Thriller – dessen Plot durch unvorhersehbare Enthüllungen verfeinert wird, die zuvor etablierte Gegebenheiten in ein ganz neues Licht rücken und so für gesteigerte Aufmerksamkeit beim Publikum sorgen.<br/><br/>Den Handlungsrahmen bildet dabei, wie der internationale Filmtitel nahelegt, eine Party anlässlich des 40. Geburtstags von Nora, die ihr Mann Thomas auf dem Bauernhof ausrichtet. Seltsamerweise hat er zu dieser neben der Nachbarin nur zwei Kolleginnen von Nora eingeladen – aber der Gästemangel kippt bald ins Gegenteil um, als zwei bedrohliche, bewaffnete Unsympathen zunächst Cristina in ihre Gewalt bringen und dann, gemeinsam mit ihrem Anführer Franck, die Party maximal crashen. Während sie sich Zeit lassen, zu offenbaren, was genau sie eigentlich wollen, verbreiten sie unter ihren Geiseln stetig wachsende Beklemmung und Angst. Als Nora es endlich auch zu ihrer nicht mehr feierlichen Feier schafft, erlebt diese einen Höhepunkt, der wenig mit Sekt und Konfetti zu tun hat …<br/><br/>Der französische Originaltitel HISTOIRES DE LA NUIT ist meiner Meinung nach nicht nur attraktiver als das nüchterne THE BIRTHDAY PARTY, sondern auch treffender. Vermittelt er doch, dass hier spannende Geschichten erzählt werden, und das ist zweifellos der Fall. Spannend sind sie insbesondere, weil die oben erwähnten Enthüllungen ja nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen müssen. Als Betrachter*innen werden wir über einen guten Teil der Laufzeit vor die Wahl gestellt, ob wir ihnen Glauben schenken möchten oder nicht. Die jeweilige Entscheidung hat großen Einfluss auf die individuelle Wahrnehmung der Handlungsentwicklungen. Die Frage, was denn nun tatsächlich hinter den Charakteren und ihren Behauptungen steckt, sorgt für zusätzliche Spannung in einem Film, der allein durch sein Szenario und seine souverän adrenalintreibende Inszenierung das Publikum ohnehin an die Leinwand bannt. Nachdem der eher zähe Beginn einmal überwunden ist.<br/><br/>Keine Offenbarung, nichts sensationell Neues, aber ein doch durchaus interessanter, intensiver, atmosphärisch hart unangenehmer Crime-Thriller. Gut gespielt. Für Fans des Genres allemal empfehlenswert. Gute 6,5 Punkte von mir.]]></description>
      <pubDate>Fri, 02 Oct 2026 23:36:14 GMT</pubDate>
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      <title>Geistreich</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Never After Dark (2026) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Airi ist berühmt. Zumindest in bestimmten Kreisen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Miku zieht sie durch die japanischen Lande und macht überall Halt, wo Geister Menschen heimsuchen – um ihnen so empathisch wie resolut den Weg ins Jenseits zu weisen. Das Geheimnis ihres Erfolgs? Sie kann Geister sehen. Nicht zuletzt den, genau, ihrer Schwester, die schon lange tot ist. Und deshalb ganz besonderen Zugang zur Jenseitswelt und ihren Bewohner*innen hat.<br/><br/>Der neueste „Fall“ stellt das ungleiche Schwesternpaar jedoch vor ungeahnte Probleme. Ein ehemaliges Hotel wird von einer besonders aggressiven, unzugänglichen Erscheinung belagert, die sich auf die bewährte Weise – ein Eintreten Airis in die Dimension der Geister, das jedoch niemals nach Einbruch der Dunkelheit geschehen darf! – nicht einmal ansprechen, geschweige denn vertreiben lässt. Als keine Maßnahme Wirkung zeigt, machen sich langsam Verzweiflung und schließlich Panik breit. Könnte dieser Geist am Ende zu stark, zu bösartig, zu bewusst unterwegs sein, um sich bezwingen zu lassen?<br/><br/>Abgesehen von seiner gleichermaßen tempo- und spannungsreichen wie auch einfühlsamen Inszenierung, die ausreichend Zeit darauf verwendet, uns die Charaktere näherzubringen, besticht der mitunter wirklich gruselige Film durch einige ungewöhnliche Storyideen. Ohne zu spoilern lässt sich nur sagen, dass es NEVER AFTER DARK gelingt, dem mehr als bloß vertrauten Geister-/Geisterhaus-Genre ein paar tatsächlich originelle Ideen hinzuzufügen – darunter eine, die man als geradezu innovativ bezeichnen muss, da sie tradierte Erzählnormen sprengt.<br/><br/>So mitreißend wie auch beängstigend und ungewöhnlich: Dave Boyles zunächst ausnehmend harmlos daherkommender Spukfilm erweist sich als äußerst effektiver, intensiver, auf ausgeleierte Klischees verzichtender Horrorfilm, dem ein großes Publikum zu wünschen ist. Definitiv eins der Highlights des diesjährigen Festivals. 7,5 von 10 Punkten.]]></description>
      <pubDate>Thu, 01 Oct 2026 22:41:58 GMT</pubDate>
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      <title>Klingt besser, als er ist</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Recluse (2026) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Henry Chaisson hat das Drehbuch für ANTLERS geschrieben, der 2021 von recht großem Hype begleitet wurde, mich aber etwas enttäuscht hat, da er zwar atmosphärisch stark ist und einige beeindruckende Bilder liefert, sich in seiner Story jedoch im Ungefähren verliert. Ähnliches gilt nun leider auch für sein Langfilm-Regiedebüt RECLUSE, der auf der FFF-Website als „ein Geisterfilm, der nicht erschrecken will, sondern verfolgt“ angekündigt wird. Was hier verfolgt werden, also über die Sichtung hinaus im Gedächtnis bleiben soll, erschließt sich mir leider nicht wirklich. Denn RECLUSE ist zwar sicher kein schlechter Film, er hat aber genauso sicher nichts Ungewöhnliches, Überraschendes, Herausragendes zu bieten. Nichts, das hängenbleiben würde.<br/><br/>Abgesehen vielleicht vom Sounddesign, das tatsächlich begeistern kann und enorm effektiv ist. Dessen war sich der Regisseur wohl durchaus bewusst, denn er setzt es über die gesamte Laufzeit hinweg prominent ein. Worüber ich mich nicht beschweren will, denn es sorgt an allererster Stelle für eine dichte, oft bestechend düstere Atmosphäre, welche die größte Stärke des Films ist. Passenderweise arbeitet die Hauptfigur, Joan, als Toningenieurin und Foley Artist. Was gleich zu Beginn der Handlung Gelegenheit gibt, tiefer in die Bedeutung und potentielle Kraft von Filmton einzutauchen.<br/><br/>Joan kommt aus einer künstlerisch veranlagten Familie: Ihr zurückgezogen lebender Vater ist ein so bekannter wie umstrittener Maler und Bildhauer, zu dem sie den Kontakt jedoch schon lange abgebrochen hat. Als sie erfährt, dass er bei einem Unfall / Mordversuch / Selbstmordversuch – man weiß es nicht – in Flammen aufgegangen ist, besucht sie erstmals seit langer Zeit wieder das Elternhaus, in dem dereinst ihr kleiner Bruder tragisch verstorben ist und nun ihr Vater halbtot, mit Gipsmaske über dem Gesicht, im Sterbebett liegt. Behütet und argwöhnisch mit gespannter Armbrust bewacht wird er von Haushälterin und Familienfreundin Lydia (angemessen undurchschaubar gespielt vom führenden „Adams Family“-Mitglied Toby Poser). Der Besuch der Stätte ihrer Kindheit löst in Joan einiges aus, nicht zuletzt, was ein Erinnern ihrer Familiengeschichte und der dazugehörigen Tragödien betrifft – von denen im Verlauf des Films noch einige mehr offenbart werden. Mitunter erscheint es ihr jedoch so, als sei sie in einen Albtraum eingetaucht: Erinnerungen und Träume vermischen sich mit Geräuschen, Eindrücken, Geschehnissen, die nicht in Einklang mit der Realität zu bringen sind und in ihr langsam das Gefühl erwecken, hier sei Übernatürliches im Spiel, bösartige Geister am Werk.<br/><br/>Mit ihr macht sich der Film daran, zu ergründen, was dahintersteckt – und aufzuklären, was wirklich hinter den vergangenen Familientragödien sowie dem Fast-Tod ihres Vaters liegt. Das geschieht auf eine Weise, die zwar audiovisuell mitunter durchaus zu fesseln weiß: Neben dem intensiven Sounddesign punktet RECLUSE mit ein paar wirklich starken Bildmotiven. Allerdings verzichtet die Narration nur allzu oft darauf, das Geschehen auf der Leinwand unmittelbar fürs Publikum nachvollziehbar zu machen, indem wir ohne Erklärungen für den Zusammenhang bzw. die Bedeutung des gerade Gesehenen hinterlassen werden. <br/><br/>So erschließt sich die Story nur schwer, was sicherlich auch daran liegt, dass die Dialoge akustisch teils kaum verständlich sind. Fataler wird es jedoch, wenn der Film endlich doch alles erklärt und seine Auflösung offenbart. Die entpuppt sich nämlich als äußerst kleingeistig, im Sinne von: an den Haaren herbeigezogen, billig, lächerlich, dem bis dahin aufgebauten Mysterium absolut nicht gerecht werdend. Diese Konklusion lässt die gesamte Handlung im Nachgang äußerst unbefriedigend, den Film als solches sehr enttäuschend wirken. Denn sie wählt den simpelsten, schon viel zu oft beschrittenen Weg.<br/><br/>Schade: Auf der „technischen“ Ebene kann RECLUSE einiges. Auf der inhaltlichen, zusammengefasst betrachtet, umso weniger. Insgesamt ergibt das für mich sehr knappe 6 Punkte.]]></description>
      <pubDate>Thu, 01 Oct 2026 22:38:38 GMT</pubDate>
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      <title>The Scot-Blob</title>
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       <description><![CDATA[<h3>X... The Unknown (1956) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>In dieser frühen Produktion der Hammer Studios, die zuvor mal eine Ableger der Quatermass-Reihe werden sollte und ganz klar dem klassischen "Blob" dieser Zeit frönt, greift eine schleimig-radioaktive Masse ein idyllisches Küstendorf in Schottland an und die Armee bekommt einiges zu tun...<br/><br/>Vergessener Quatermass?!<br/><br/>"X...the Unknown" ist als Hammer-Film auf meiner Watchlist gelandet - aber vor allem weil ihn sogar kein Geringerer als John Carpenter mal als Einfluss, Kindheitserinnerung und Lieblingsfilm bezeichnet hat. Und was der Meister sagt ... stimmt?! Na ja, nicht immer. Trotzdem nehme ich ihm diese Empfehlung kaum übel und die Konturen der Inspiration zu "The Fog", "The Thing" und Co. werden ebenso überdeutlich. Allein deshalb lohnt's sich. Aber "X... the Unknown" ist auch unabhängig von J.C. ein recht brauchbares Monstermovie aus den schwarz-weißen 50ern. Man darf nur keine Wunder erwarten. Wirkliche Stars sind nicht am Start. Es dauert eine Weile bis man das Monster überhaupt erhascht. Dann sieht's okay aus, aber nicht mehr. Die Muster des Traditionssubgenres werden sklavisch eingehalten. Die schottischen Akzente sind zum Glück gedimmt. Es gibt ein paar nette "Menschenschmelzeffekte". Dass die Gefahr aus dem Erdinneren und nicht aus dem All kommt war damals ein netter, neuer Kniff. Und militärisches Männergelaber nimmt einen erschreckend großen Teil des Films ein. Und trotzdem, wenn man auf "Quatermass", "Der Blob" oder "Das Ding aus einer anderen Welt" steht, die alten Versionen, versteht sich, der sollte auch dieser frühen Hammer-Produktion nicht allzu skeptisch gegenüberstehen. Tiefe Spalten, viel zu verwalten. Ein Erdbeben, viel zu bereden. Monströser Matsch, wunderbar unschuldiger Quatsch. Einsteigermonstermovie. Schleimig und schön. Ungefährlich und klebrig. Auch heute noch. Nicht nur als der kleine John noch vor dem Röhrenfernseher hockte...<br/><br/>Radioaktive Randerscheinung<br/><br/>Fazit: Naiver Monstermovie mit schönen schottischen Locations und einem sonntäglichen Matineefeeling. Aber schleimt einen jetzt auch nicht hinterm Ofen hervor!]]></description>
      <pubDate>Tue, 29 Sep 2026 14:17:09 GMT</pubDate>
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      <title>B wie...</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Botched (2007) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Auch wenn es knapp vor meiner Zeit war, muss „Botched“ ein ziemlicher Crowdpleaser und nahezu der perfekte Film fürs Fantasy Filmfest gewesen sein… Ein kleiner Bank- und Diamantenräuber Trupp bleibt bei einem russisch angehauchten Coup mitsamt ein paar Geiseln auf einer unfertigen Etage stecken, auf der es ein psychopathischer Killer scheinbar auf sie abgesehen hat, der bei seinen wilden Zerhackstückelungen keinen Unterschied zwischen Gangstern und Opfern macht…<br/><br/>Lange Flure, keine Köpfe, ja das ist keine Allee!<br/><br/>„Botched“ wirft alles an die Wand, was es hat - und guckt einfach mal, was hängenbleibt! Und das ist überraschend mehr als man meint, irgendwie als Cocktail zwischen Heist, Gangstercomedy und Splatterslasher. Ein B-Movie durch und durch. „Oceans Eleven“ meets „See No Evil“. Der Film hätte auch von der WWE produziert werden können. Ungeniert und köstlich. Saftig und strunzdumm. Sowas gehörte selbst in den 00ern nicht mehr zum guten Ton, nicht mehr unbedingt zur Tagesordnung. Aber heutzutage gibt's das fast gar nicht mehr. Und deswegen tut „Botched“ so gut! Simpel, straightforward, stupide. Ich wusste vorher gar nix über „Botched“ und wurde von manch einem tonalen oder genretechnischen Richtungswechsel positiv überrascht. Aber wirklich clever ist das selbstredend nie. Weder geschrieben noch vorgetragen. Aber am Ende passen die Teilchen doch zusammen. Dorff passt in eine solche „Psychopartyscheiße“ natürlich rein wie der Reißzahn ins Vampirgebiss. Und die Auftritte bzw. auch die Origins des Killers samt etlichen russischen Nonchalantäten sind Sahnestücke des selbstlaufenden Splatters. Was deshalb anfangs noch wirkt wie ein zu spät gekommener Tarantino-Epigone mausert sich dadurch dann im Verlauf zu deutlich mehr - durch eine gehörige Prise Comichaftigkeit, Wahnsinn, Fuckit-Attitüde und (lobenswert) wenig Nachdenken in allerlei Kategorien…<br/><br/>Fazit: Spaßiger Filmwodka on the Splatterrocks… Launig und für'n hohlen Zahn.]]></description>
      <pubDate>Mon, 28 Sep 2026 13:02:08 GMT</pubDate>
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      <title>Der wildeste Ritt des Jahres... mit Herz!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Coyote vs. Acme (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.0 von 10<br/><br/>Jahrzehntelang hetzt der Coyote seinem Nemesis, dem Roadrunner, hinterher. Ohne Erfolg. Nur Enttäuschungen. Nur Schmerzen. Gibt's da etwa einen roten Faden? Könnte das auch an der Inkompetenz der Acme-Firma liegen, die seit jeher alle seine Gadgets, Gefahren und Geräte produziert? Da muss man doch anwaltlich etwas gegen machen können ... oder? Oder?! ODER?!?<br/><br/>Wer das abschreiben wollte, sollte nichts mit Filmen zu tun haben<br/><br/>"Coyote vs. Acme" ist einer der schnellsten und wahnwitzigsten Filme des Jahres. Und das ausschließlich positiv gemeint. Ein überlaufendes Fass ohne Boden voller Energie, Nostalgie und Ideen. Wahnwitz und Wundertüte. Retro und zeitlos. Wild und wunderbar. Eine der erfrischenderen Überraschungen des Filmjahres. Zwischen Capra und den Looney Tunes. Wer das der Öffentlichkeit vorenthalten wollte, arbeitet im vollkommen falschen Beruf. Buddycomedy, Hyperaktivitätstest, Herzensangelegenheit. Das schreibt man nicht ab, das druckt man fett! Da ist man wieder Kind. Sofort. Widerstandslos. Paradepsychopathen und Sympathieträger. Steht "Space Jam" oder gar "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" kaum nach. Und das heißt schon etwas. Der hätte dem diesjährigen Fantasy Filmfest echt gut getan, wurde aber kurzfristig aus dem Jubiläumsprogramm gestrichen. Schade! Angucken sollte ihn sich trotzdem jeder. Ihr werdet's nicht bereuen und euer Grinsen kaum aus dem Gesicht bekommen!<br/><br/>Ein Quietschehammer<br/><br/>Fazit: Unfassbar flotte, unterhaltsame und kreative Herzhetzjagd durch Canyons, Gerichtssäle und die Seelen der Kinder in uns... Eines meiner liebsten Entertainmentpowerpakete des Kinojahres!]]></description>
      <pubDate>Mon, 28 Sep 2026 12:58:10 GMT</pubDate>
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      <title>Love hurts</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Leviticus (2026) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>In den vorhergehenden Reviews wurde bereits nahezu alles Relevante zur Handlung und den Stärken/Schwächen des Films gesagt, darum beschränke ich mich mal aufs Nötigste. Die Anklänge an IT FOLLOWS sind unübersehbar, allerdings wirkt LEVITICUS nicht zuletzt durch seinen eher tristen, schmutzigen Look mit ausgeblichenen Farben sowie durch seine weniger „gestreamlinten“ Charaktere deutlich echter, intimer, nahegehender als jener. Weniger wie ein kalkulierter Hype, mehr wie eine Erzählung, die in ihren Figuren reale Menschen sieht, die realen Bedrohungen ausgesetzt sind. Wobei die Bedrohung der Handlung – ein für alle anderen unsichtbarer Dämon (?), der die Gestalt desjenigen Menschen annimmt, in den du am meisten verliebt bist – natürlich nur eine dünn maskierte Parabel auf die Bedrohung darstellt, der LGBTQ+-Jugendliche im echten Leben insbesondere in der Provinz ausgesetzt sind.<br/><br/>Dabei erscheint die Situation hier ganz besonders ausweg- und hoffnungslos, da die vom „Fluch“ Betroffenen nicht mal auf die Hilfe ihrer Eltern setzen können. Ganz im Gegenteil zeigt sich, dass diese *** SPOILER ->ihn im vollen Bewusstsein seiner Konsequenzen auf ihre Kinder losgelassen haben. „Alles ist besser als ein schwules/lesbisches Kind!“<- SPOILER *** – so ist offenkundig ihr Denken.<br/><br/>Sicher lässt sich argumentieren, dass LEVITICUS in weiten Teilen mehr soziokulturell bzw. sexualpolitisch aufgeladenes Coming-of-Age- und Außenseiter-Drama als Horrorfilm ist. Mit fortschreitender Laufzeit entfaltet er allerdings eine durchaus intensive, beklemmende bis beunruhigende Stimmung, die sich vor einem lupenreinen Genrefilm nicht verstecken muss. Dazu kommen wenige, aber wirklich äußerst effektive Jump Scares, die im Kino in Frankfurt mehrfach für lautes Aufschreien im Publikum sorgten.<br/><br/>Mit starker Chemie zwischen seinen Protagonisten sowie einem glaubhaften Setting ein ruhiger, nicht völlig umwerfender, aber allemal nachhaltig beeindruckender Film über den mitunter tödlichen Druck, den das „Anderssein“ ausüben kann. Empfohlen.]]></description>
      <pubDate>Thu, 24 Sep 2026 01:27:43 GMT</pubDate>
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      <title>Where has all the Music gone?</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Hex (2026) rezensiert von D.S.</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>Mix aus echter Dokumentation über eine mir bis dato vollständig unbekannte rein weibliche Black-Metal-Band aus Norwegen und gescripteter Rahmenhandlung, in der die Mitglieder dieser Band vor Gericht stehen, wo sie aufgrund eines Erlasses aus dem 17. Jahrhundert des Hexen-Daseins beschuldigt werden. Als Zeugen werden diverse reale Menschen aus der norwegischen Bürgerschaft oder auch der Metal-Szene aufgerufen, die sich meist für, manchmal gegen die Band – WITCH CLUB SATAN – und ihr Tun aussprechen. <br/><br/>Inhaltlich geht es in beiden Formaten des Films allerdings vorwiegend um die Bedeutung der Musikerinnen und ihres Wirkens hinsichtlich der „Evolution“ der bis dato klar männlich dominierten Black-Metal-Szene und eines Stärkens feministischer Werte. Wobei durchaus diskutiert wird, ob ihre viel Nacktheit inkludierende Bühnenpräsenz tatsächlich als „Female Empowerment“ bzw. kämpferischer Feminismus gewertet werden kann oder nicht vielleicht doch eher unter dem bewährten Motto „Sex sells“ eingeordnet werden sollte.<br/><br/>Das sind allemal interessante Aspekte, und mitunter gelingt es dem Film auch, sie auf eine audiovisuell spannende Weise vorzustellen. Das Gerichts-Setting wirkt dabei zwar reichlich artifiziell, jedoch sorgt es für Abwechslung – und vor allem werden in diesen Teilen des Films relevante Inhalte kompakt auf den Punkt gebracht. Genau das geht einem Großteil der Doku-Handlung leider ziemlich ab: Hier wird durchgehend viel geredet, und einiges davon mag für Fans der Band interessant sein, weil man mehr über die Hintergründe der Musikerinnen und ihre emotionale Verfasstheit erfährt. Für ein neutrales bzw. unbelecktes Publikum werden jedoch eindeutig zu viele Nebensächlichkeiten thematisiert, wie etwa der Umzug der Drummerin nach Bordeaux, der weder etwas mit Feminismus noch mit Black Metal zu tun hat und für mich persönlich nur zum öfter aufblitzenden Gefühl führte, dass hier Zeit geschunden oder mit Unwichtigem vergeudet wird.<br/><br/>Mein größeres Problem mit dem Film besteht allerdings darin, dass er uns viel zu wenig von der Musik hören lässt, um die es hier, in einer Musik-Doku, doch eigentlich gehen sollte. Wenn ich mich richtig erinnere, wird nicht ein einziger Song komplett ausgespielt, oft hört man nur wenige Sekunden eines Titels und sieht entsprechend auch nur wenige Sekunden eines Live-Auftritts. Was schade ist, da ein umfangreicheres Eintauchen ins Werk der Band die äußerst dialoglastige Handlung gut hätte auflockern und dem Publikum die Möglichkeit an die Hand hätte geben können, zu entscheiden, ob man sich denn überhaupt weiter mit WITCH CLUB SATAN und ihrer Musik beschäftigen möchte.<br/><br/>Ich will nicht leugnen, dass es einige sehr atmosphärische, von nahezu ätherischen Gesangs-/Spoken-Word-Einlagen zielgenau untermalte Einstellungen zu goutieren gibt, die sich tatsächlich nahezu dunkel-magisch anfühlen und damit den „Hexen“-Aspekt der Band-Philosophie zum Leben erwecken. Aber es sind zu wenige, zu kurze. Abgesehen davon wollten mich bis zum Ende des Films die Zweifel nicht loslassen, ob sich die Musikerinnen eigentlich wirklich für Black Metal interessieren – oder ihr Band-Dasein nicht doch vielmehr als reines „Projekt“, als „Performance Art“ betrachten (was sie zumindest am Anfang des Films sogar wörtlich sagen) und das Musikgenre vielleicht letztlich vor allem aus dem Grund ausgewählt haben, dass sie in diesem testosterongeschwängerten Umfeld für das größte Aufsehen sorgen würden. Und ihr (anfänglicher?) Mangel an musikalischem Können hier das geringste Problem darstellen würde.<br/><br/>Dass die Gitarristin in mehreren Szenen des Films ein Palinazi-Tuch trägt und irgendwas von „Genozid“ faselt, macht sie für mich nicht unbedingt sympathischer. Abgesehen davon jedoch wirkt sie als einzige wie jemand, der mit Metal auch im echten Leben etwas anfangen kann. Speziell die Drummerin tritt im gezeigten Alltag dagegen vielmehr wie jemand auf, den man als Metal-Fan unter normalen Umständen vermutlich als „Popper“ beschimpfen würde.<br/><br/>Insofern bin ich von Teilen des Films allemal beeindruckt, und die Bedeutung, Wirkkraft der Band kann man vermutlich ohnehin gar nicht hoch genug einschätzen. Von anderen Teilen wurde ich aber mehr gelangweilt bis irritiert hinterlassen, vor allem jedoch hätte ich mir, wie erwähnt, von einer Musik-Doku mehr Musik gewünscht. Insgesamt von meiner Seite deshalb leider nicht mehr als 5 von 10 Punkten.]]></description>
      <pubDate>Thu, 24 Sep 2026 00:54:04 GMT</pubDate>
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      <title>Netherland Syndrome</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Nothing to Lose (2008) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Johan hat seinen Vater erschlagen. Mit einem Hammer. Das erzählt er freimütig und detailliert, immerhin wollte er so seine Schwester retten, die der Vater misshandelt und missbraucht hat.<br/><br/>Das mit der Rettung hat nicht geklappt: Johan sitzt in der Gruppentherapie einer geschlossenen Psychiatrie. Der holländische Originaltitel des Films, TBS, steht für eine Art Hochsicherheitsklinik. Seine Revision wurde gerade wieder abgelehnt, nun droht ihm eine lebenslange Haft. Um seine Unschuld zu beweisen, flieht er und nimmt ein junges Mädchen als Geisel. Seine Mutter soll für ihn aussagen, doch die hat ihn nicht mal im Gefängnis besucht. Stimmt seine Geschichte überhaupt?<br/><br/>NOTHING TO LOSE ist ein spannender und temporeicher Geiselthriller, der einige Parallelen zum realen Geiseldrama von Gladbeck aufweist. Das Verhältnis von Johan und der 13-jährigen Tessa verändert sich im Verlauf des Films immer wieder, mal ist er Beschützer, mal Bedrohung und auch als Zuschauer bleibt man bis zuletzt im Ungewissen, was wirklich Johans Absichten sind.<br/><br/>Gut gespielt, packend, kurz und knackig – ein Euro-Thriller, wie er sein soll.]]></description>
      <pubDate>Tue, 22 Sep 2026 17:22:48 GMT</pubDate>
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      <title>Protect the Nation! Stop Infiltration!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Hope (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><b>Dieser Review enthält SPOILER!</b><br/><br/>Der größte Alptraum der Südkoreaner ist Wirklichkeit geworden: Ihr Land wurde infiltriert! Gut, zunächst wird der Eindringling erst mal in der Hafenstadt „Hope“ gesichtet. Und für einen Tiger gehalten. Doch als der örtliche Polizist Beom Seok (herrlich überfordert: Hwang Jung-Min, I, THE EXECUTIONER) sieht, welche Verwüstungen in seiner Stadt angerichtet wurden, ist der Tiger schnell aus dem Spiel.<br/><br/>Die erste Dreiviertelstunde des Films ist ein Meisterstück des Spannungsaufbaus: Der immer leicht panische, doch entschlossene Beom Seok rast, rennt und schleicht durch die Stadt, vorbei an Trümmern und Toten, hier eine Explosion, dort ein ungeheuerliches Gebrüll, er schließt sich schwer bewaffneten Trupps an, nur um diese kurze Zeit später dezimiert zu sehen – ein Monster sehen wir die ganze Zeit über nicht.<br/><br/>Doch bereits in diesem ausgedehnten Setting machen sich erste Redundanzen breit, die Straßenecken und Gefahrensituationen ähneln sich, man wird langsam ungeduldig. Zudem sorgen einige tonale Wechsel für Irritation: Da wurde gerade ein Unschuldiger lebensgefährlich verletzt und es wird herumgescherzt, wer ihn ins Krankenhaus bringt, und es wird auch noch eine kleine Slapsticknummer eingebaut.<br/><br/>Dann die erste große Enttäuschung: Das Monster! Klar, Korea ist nicht Hollywood und selbst der teuerste koreanische Film aller Zeiten verfügt nicht über die Mittel und Möglichkeiten eines Hollywood Blockbusters. Allerdings ist das ein Problem, wenn die einzige Handlung eines Films eine Monsterhatz ist und diese nun mal am hellichten Tag stattfindet. So ist das CGI-Creaturedesign hier durchweg gerade mal auf Konsolenniveau und damit schwerlich als Bedrohung ernst zu nehmen.<br/><br/>Wenn im zweiten Akt dann Ermittlungen über Herkunft und Beschaffenheit der Monster angestellt werden, schleichen sich zudem einige Längen ein. Das „durchgehend hohe Tempo“, das dem Film vielerorts attestiert wurde, es wird spätestens hier ausgebremst.<br/><br/>Der dritte Akt des Films spielt dann nahezu ausschließlich im Wald, wo die Monster zunächst von einer Gruppe Jägern nun ja, gejagt werden. Aber auch diese „Actionsequenzen“ sind fürchterlich redundant. Es ist immer wieder die gleiche Szene vom heranrasenden oder herabspringenden Monster. Die Wesen scheinen nicht totzukriegen zu sein, was aber niemanden davon abhält, Millionen von Patronen auf die Geschöpfe abzufeuern.<br/><br/>Der finale Showdown stellt dann wirklich jede noch verbleibende Geduld und „suspension of disbelief“ auf die Probe, wenn eine nicht enden wollende Verfolgungsjagd Monster vs. Pferd vs. Auto stattfindet, bei der die Geschwindigkeit des Monsters einfach nach dem Willen des Drehbuchs angepasst wird, wie in den 30er-Jahren die Größe von KING KONG.<br/><br/>Am lange erwarteten Ende erfahren wir dann, dass das alles doch noch nicht das Ende ist. Womöglich hat Regisseur und Autor Na Hong-jin eine Trilogie oder noch Schlimmeres in Planung. Irgendwo in HOPE steckt ein starker, packender Monster-Actionthriller, der jedoch dem Monumentalismus zum Opfer gefallen ist. Schade drum.]]></description>
      <pubDate>Thu, 17 Sep 2026 15:37:04 GMT</pubDate>
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      <title>Fuck, marry, kill</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Fuck My Son! (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Endlich ein Film zum Fachkräftemangel in der Pflege: Eine ältere Dame (Robert Longstreet) entführt die junge Mutter Sandi (Tipper Newton) und ihre kleine Tochter Bernice, damit die Frau sich um ihren Sohn (Steve Little) kümmert. Der junge Mann sitzt im Rollstuhl und leidet unter einer seltenen Hautkrankheit, was es schwer macht, eine geeignete Pflegekraft zu finden.<br/><br/>Ok, Spaß beiseite: Der Plot passt zwar im Grunde, aber natürlich nicht zum Titel. FUCK MY SON! ist angetreten, Tabus zu brechen, Grenzen zu überschreiten und auf Regeln zu scheißen, bzw. zu kotzen und zu ejakulieren. Doch wir sind nicht mehr in den für diese Art Film goldenen 70ern. Dementsprechend widerspricht die Machart des Films etwas seinem Inhalt. Hier ist nichts mehr so roh und ungeschliffen wie zu Zeiten von John Waters’ großen Skandalfilmen wie PINK FLAMINGOS, von TRIO INFERNAL oder DAS GROSSE FRESSEN. Auch der krakelige Stil der Comicvorlage wird stilistisch weit übertroffen.<br/><br/>FUCK MY SON ist überraschend hochwertig gemacht. Es gibt professionelle Songeinlagen und (zugegeben: schlechte) Animationsfiguren. Die Darsteller:innen haben zuvor in wertigen (TV-)Produktionen mitgewirkt. Insbesondere das Opfer Tipper Newton spielt den gesamten Film erstaunlich straight durch. Man kann das echtes Schauspiel nennen, während alle anderen hier bewusst chargieren. Der größte „Skandal“ des Films ist heutzutage wahrscheinlich, dass einige kurze Szenen im Intro offensichtlich mit KI erstellt wurden. OMG!<br/><br/>Apropos Intro: In klassischer Waters-Manier (erinnert sich noch jemand an die „Odorama“-Schnüffelkarten bei POLYESTER?) werden zu Beginn die Funktionen der am Eingang an einige Glückliche (?) ausgeteilten Requisiten-Brillen "Perv-O-Vision" und "Nude Blok" erläutert. Außerdem wird u. a. ein Furzverbot im Saal ausgesprochen. Dieser komplett rund zehnminütige „Movie Guide“ sowie ein zweiteiliger absurder Epilog waren offenbar notwendig, um dieses „One-Gag-Movie“ auf Spielfilmlänge zu bringen.<br/><br/>So ist der Film trotz seines Titels und seines Inhalts kein wirklicher Aufreger, sondern ein mit geringen Mitteln, aber einiger Liebe zum Detail (und ausgesuchten Geschmacklosigkeiten) realisierter Genrefilm für Genrefans, der deutlich weniger spalten wird, als man auf den ersten Blick vermuten mag.]]></description>
      <pubDate>Thu, 17 Sep 2026 15:32:29 GMT</pubDate>
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      <title>„Goddess there‘s no time talking Zen!“</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Another World (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Wem Pixars SOUL und INSIDE OUT schon zu esoterisch und abstrakt waren, der sollte es mit diesem chinesischen (!) Anime (="Donghua") gar nicht erst versuchen. Dabei fängt alles ganz süß und übersichtlich an: Der kleine Gudo ist ein Seelenbegleiter und hilft Verstorbenen bei der Reinkarnation in der „anderen Welt“. Als er auf ein Mädchen trifft, das nicht weiß, dass es tot ist, hilft er ihm bei der Suche nach ihrem Bruder.<br/><br/>Im Diesseits verliert Prinzessin Goran ihren Vater und will sich an seinem mutmaßlichen Mörder rächen. Gudo zeigt ihr, was wirklich geschah, doch sie sieht nicht die ganze Wahrheit und verfällt dem Wahnsinn. Gudo fühlt sich schuldig und von da an wird es kompliziert: Die Fantasyelemente übernehmen, die „Wraths“ kommen ins Spiel – Menschen mit böser Seelensaat, die nicht mehr reinkarnieren können – und dass der Film zudem noch zeitlich verschachtelt über eine Spanne von 1000 Jahren erzählt wird, macht die Sache nicht gerade einfacher.<br/><br/>Visuell ist das eine Wucht, das Worldbuilding ist wunderbar, die Farben phänomenal, die Zeichnungen fantastisch. Aber man muss schon eine echte Affinität für überbordende Fantasyerzählungen und/oder Anime mitbringen, um sich nicht nur für die Bilder, sondern auch für die Geschichte zu begeistern.]]></description>
      <pubDate>Thu, 17 Sep 2026 15:28:30 GMT</pubDate>
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      <title>A different Man</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Better Me (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 4.0 von 10<br/><br/>Im Leben von Alex ist alles bestens. Er hat ein schönes Haus, eine Frau, die ihn liebt und einen guten Job. Doch als sein neuer Nachbar in die andere Doppelhaushälfte einzieht, stellt er alles in Frage.<br/><br/>Alex‘ Nachbar heißt Axel und sieht exakt aus wie er – nur mit vollem Haupthaar. Überhaupt entpuppt sich Axel als in jeder Hinsicht optimierte Version von Alex: Axel hat die jüngere und attraktivere Frau (Olga Kurylenko), macht morgens schon Sport, wenn Alex gerade seine erste Zigarette raucht, fährt mit dem schicken Auto statt dem Fahrrad zur (selben) Arbeit und ist auch dort gleich erfolgreicher als Alex. Das kann Alex nicht ertragen: „Namasté mon cul!“, wie er die Yogastunde des Nachbarn kommentiert. Doch je mehr der miesepetrige Alex versucht, den ungeliebten Widersacher abzusägen, desto so mehr unterminiert er sich selbst.<br/><br/>Das Doppelgängermotiv wurde in der Filmgeschichte immer wieder verwendet, mal im komödiantischen (THE GREAT DICTATOR), mal im psychologischen Kontext (ENEMY, THE DOUBLE), mal dazwischen (A DIFFERENT MAN). Wo ALTER EGO sich gerne einordnen würde, bleibt unklar. Als absurde Komödie ist er schlichtweg zu unlustig, als Satire auf männliche Ego-Komplexe ist er zu harmlos und als Psychodrama zu platt. Dass der Film mit einem Knalleffekt endet, reicht nicht. Es scheint vielmehr, als hätten die Macher „Nicolas &#x26; Bruno“ (Drehbuch zu Jan Kounens Bestsellerverfilmung 39,90) die Idee für das Ende zuerst gehabt und dann sehr lange 90 Minuten darauf hingearbeitet. Quentin Dupieux hätte in diese Laufzeit drei deutlich bessere Filme gepackt.]]></description>
      <pubDate>Thu, 17 Sep 2026 15:24:09 GMT</pubDate>
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      <title>Es ist ein Soulslikeboss!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Hope (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>„Hope“ ist von Laufzeit, Aufwand und Reputation mit Sicherheit einer der dicksten Brocken des Koreakinojahres, wenn sich in dem ausufernden Action-Alien-Angriff ein paar ländliche Bewohner Südkoreas unbekannten, hochzerstörerischen und körperlich übermächtigen Eindringlingen aus dem All gegenübersehen…<br/><br/>Monsteractionhochglanztrash … gone wrong!<br/><br/>Selbst wenn ich das ganze momentane Hype-Element aus dieser filmischen Rechnung nehme, ist „Hope“ für mich eine der größeren Enttäuschungen des Kinojahres. A Not So Quiet Place. A Not So Smart Place. Koreachaoskino ohne Konzentration, ohne Limit oder Leine, ohne Punkt und ohne Komma. Mit etlichen technischen Ärgerlichkeiten, mit massiven tonalen Schwankungen, mit einem echten Mittelfingerende. Unpassender Humor, der bei mir größtenteils nicht gezogen hat. Oft echt hässliche Effekte, auch nach der „Revision“ nach der Kritik an der „Cannes-Version“. Mit Action ohne Fallhöhe, mit Verfolgungen, die nicht enden wollen, mit Aliens, die blinder sind als Sturmtruppler, mit Helden, bei denen das Wort „Plotrüstung“ noch massiv untertrieben wäre. Mit zu vielen Figuren und zu wenig Selbstkontrolle. „Hope“ ist fast drei Stunden vollkommen überfrachtetes und bei mir kaum zündendes Überwältigungskino. Selbst die an vielen Stellen hochgelobten ersten 45 Minuten sind für mich nur halb so gut, turbulent und packend, wie ich es mir erhofft habe. Vielleicht habe ich nach „The Chaser“, „The Wailing“ und Co. des Regisseurs Falsches erwartet. Vielleicht hat mich das actionreiche Blockbusterbömbchen nach einem langen Fantasy Filmfest auf dem falschen Fuß erwischt. Aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass ich den irgendwann in meinem Leben nochmal gucke. Zumindest komplett. Einige Stuntmomente und Ballersequenzen und Verfolgungsjagden haben ja auch echt etwas drauf. Das Monsterdesign ist jetzt auch nicht von schlechten Eltern. Manch ein Shot der Aliens wurde mit Sicherheit in die Ansehnlichkeit oder gar Schönheit aufbereitet. Und mittendrin einen fünfminütigen Monolog über Durchfall einzubauen, muss man sich auch erstmal trauen. Und trotzdem ist mir „Hope“ leider hoffnungsvoll auf die Nerven gegangen.<br/><br/>Kimchikinokontrollverlust<br/><br/>Fazit: Uiuiui, problematisch… Leider haben mir heftige Pacingprobleme, dumme Drehbuch-/Figurenentscheidungen, noch immer unfertig wirkende CGI, komische Schnitte, lächerliche Entfernungs-/Tempo-/Kraftschwankungen und elendiges Sequelbaiting den Monsteractionspass ordentlich verhagelt… Frustig. Wenn auch mit Wumms.]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 23:30:56 GMT</pubDate>
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      <title>Es ist wieder Muttertag … und Vatertag zusammen…</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Fuck My Son! (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Alles angerichtet für den Tabubrecher und König des schlechten Geschmacks des diesjährigen Fantasy Filmfests?! Wenn im verlockend betitelten „Fuck My Son!“ eine energische alte Mutter besonders besorgt ist um das Liebes- und Lendenglück ihres Sohnes und einer möglichen Partnerin die Wahl konsequent abnehmen will…<br/><br/>Schwiegertochter verflucht!<br/><br/>Auf den Spuren von Troma und John Waters kommt dieser inzestuöse Ekeleintopf auf den verrosteten Bahnhofskinoschienen angefahren. Backwoodhorror, Slapstickpornomonstercomedy, Exploitationsketchshow, K.I.(?)-Gewitter, comichaft überzogene Grindhousegulaschkanone. Schwer in Worte zu fassen, was „Fuck My Son!“ im Endeffekt am ehesten ist. Noch schwerer zu bewerten. Mal ist das eine 2/10 für mich, mal aber auch eine 8/10 mit Herzchen. Aber eigentlich muss ich sagen, dass ich froh bin, dass sowas überhaupt noch produziert wird, beispielsweise auf dem (ansonsten doch eher fast schon seriös gewordenen) Fantasy Filmfest gezeigt wird und von zumindest ein paar Leuten mit Lachen, positivem Kopfschütteln und Erstaunen geguckt wird. Auch für so'n klebrigen Schweinkram geht man doch dahin. Bisschen will man doch gekitzelt und angeekelt und an/über Grenzen getrieben werden. Schlechter Geschmack hin oder her. Selbst wenn's alles arg gewollt und erzwungen ist. Eine abstruse Sause bleibt's! Und manche psychedelische Effekte zwischen Bums und Brechreiz sind sogar ganz stylish gemacht. Allgemein sieht „Fuck My Son!“ etwas besser aus, als man vorher vermuten könnte. Er ist von meinem Gefühl her immerhin nicht der reinste sabbernde Edgelord, sondern auch etwas gelungene Horrorcomedyhommage.<br/><br/>Nur echt in Perv-O-Rama!<br/><br/>Fazit: Egal ob das „Schock um des Schockes Willen“ ist … kranker Scheiß bleibt kranker Scheiß, heißer Scheiß bleibt heißer Scheiß und geiler Monsterfabian bleibt geiler Monsterfabian!<br/><br/>The End: Part III]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 23:09:01 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Sei die beste Version deiner Selbst</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Better Me (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>„The Better Me“ aka „Alter Ego“ ist ein kleiner aktueller Mainstreamtipp aus Frankreich, in dem ganz mittellebenkrisen­typisch ein Mann eifersüchtig auf seinen neuen Nachbarn wird, der ihm nicht nur zum Verwechseln ähnlich sieht, sondern irgendwie wie die „bessere“ Version von ihm wirkt – nur eben mit mehr Haupthaar, einer attraktiveren Frau und selbstsichererem Auftreten…<br/><br/>Perücken, Privates &#x26; Paroli<br/><br/>Laurent Lafitte spielt das wirklich doppelt grandios – zwei sich ähnlich aussehende und doch so unterschiedliche Männer muss man erst mal dermaßen überzeugend rüberbringen! Von Paranoia bis Selbstverliebtheit, von Neid bis Missgunst, von Selbstvertrauen bis Selbstzweifel – alles dabei, was den (unzufriedenen) Mann ab 35 antreiben könnte … oder abtreiben… Lob geht auch an manch einen unauffälligen Computereffekt bzw. Zusammenschnitt des doppelten Alex/Axel. Das Tempo wird zudem im Grunde durchgehend hoch gehalten, es vergehen kaum mal drei Minuten ohne Gag. Und von denen funktionieren auch erstaunlich viele. Im Finish wird er dann etwas albern, (noch) platter und plötzlich schwarzhumorig endend – aber fast ist man geneigt, ihm das gänzlich zu verzeihen, da man bis dahin einfach eine Menge Spaß hatte. Gerade als Mann mittleren Alters erkennt man davon natürlich viel davon wieder – auf welcher Seite des Zaunes, muss jeder für sich entscheiden, ob jetzt von sich selbst oder „Bekannten“, verrate ich mal nicht. Und Witze wie „Die Nachbarn treiben's aber wild!“ oder „Sein Zelt ist aber viel größer als meins…“ sind jetzt alles andere als kreativ oder großartig oder neu. Das hat etwas von einem verlängerten Sketch der „Wochenshow“ aus den 90ern. Und trotzdem machen's mal wieder die Gewürze, die Schärfe und die brillanten Beteiligten, die dem ansonsten altmodischen Eifersuchtssalat und der (Un-)Glücksparabel einen leckeren Geschmack geben. Und leider ist Eifersucht eben scheinbar ein zeitloses und grundlegendes Problem unserer Spezies – ob ich das toll finde oder nicht, ob man das mehr hat oder weniger, ob man es weitestgehend ausschaltet oder nicht… Leider. Hat schon zu genug Mord, Gift und Kriegen geführt. Weit über Hecken, Yogamatten und Bürotische hinaus. Hier wird's jedoch weitestgehend flott, französisch und frech aufgegossen – und eben mit einem köstlich engagierten und vielseitigen Hauptdarsteller!<br/><br/>Hubschrauberlandeplatz gegen Hubschrauberangriff<br/><br/>Fazit: Süßer, ungefährlicher (einseitiger) Schwanzvergleich und im Kern fast schon trauriges Testosteronpsychogramm, das trotz seiner dunklen Seite gerade im (doch sehr gehetzten) Finish seine Leichtigkeit und seinen Mainstreamappeal nie im Geringsten verliert. Quirliger Querschlägerfranzose. Kein Wunder, dass der in seinem Heimatland gut ankommt. Selbst wenn man das Thema mit Nachbarschaft, Eifersucht, (männlichen) Midlife-Krisen und Co. schon oft gesehen hat. Der kreative „Greener Grass“ (2019) sei da empfohlen. Oder Baumbachs „Mr. Jealousy“ (1997). Trotzdem hier: kurzweilig, spaßig und doppelt gut gespielt!]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 15:17:55 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>„What’s your purpose in life?“</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Ghost in the Cell (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Der unschuldige (natürlich) Journalist Dimas kommt frisch in den Klischeeknast inklusive sadistisch prügelndem Wärter, gefährlichen Gangs, Backstabbing, Essenspampe und Seifenbückaufforderungen. Kurz bevor er von einem besonders fiesen Mithäftling rangenommen werden kann, erschüttert eine perverse Mordserie das Gefängnis. Die Leichen werden auf eine Art und Weise drapiert, als würde sich der TV-HANNIBAL für ein Praktikum bei Gunther von Hagens’ Körperwelten bewerben. Dimas und die Häftlingsgruppe der „Guten“ rund um Anführer Anggoro versuchen, herauszufinden, wer oder was hier in den Zellen spukt – und warum. Dabei stellt sich heraus: Karma is a bitch. *** SPOILER ->Und nur wer eine positive Aura hat, hat auch Chancen, zu überleben.<- SPOILER *** So beginnt eine seltsame Art der internen Gewaltprävention unter den Häftlingen.<br/><br/>Joko Anwar ist eigentlich bekannt für spooky Geisterfilme wie SATAN’S SLAVES und IMPETIGORE, hat sich aber auch schon an Superhelden und Dramen versucht. Jetzt schmeißt er zusammen, was eigentlich nie und nimmer zusammengehört: harter Knastfilm, Slapstick, Buddy Comedy, Politik, Splatterhorror, Religion und Tanzeinlagen. Das Erstaunliche: Es funktioniert. Zumindest auf seine Art, als „Midnight Madness Movie“, bei dem man keinen Wert auf Stringenz, Sinnhaftigkeit oder Charakterzeichnung legen sollte.<br/><br/>Man kann dem Film seine vielen Klischees und geklauten Motive natürlich vorwerfen, man kann aber auch einfach über die Schwächen und Unausgewogenheiten hinwegsehen (oder, je nach Stimmung, hinweglachen) und eine gute Zeit mit dem Film haben. Die Splatterszenen sind so over the top, dass man bei mancher Sequenz an den asiatischen Knastfilmklassiker STORY OF RIKKI erinnert wird, manche Gag-Prügelei wiederum lässt an alte Spencer/Hill-Filme denken. Ob man das mag, ist Geschmackssache, kurzweilig ist die Sause auf jeden Fall.]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 10:47:57 GMT</pubDate>
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      <title>The Ballad of Aza and Tencho</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Sicko (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 4.0 von 10<br/><br/>Durch ein dummes Missverständnis denkt Azamats Mutter, seine Ehefrau Tencho sei an Krebs erkrankt. Als das hoch verschuldete Paar mitbekommt, wie großzügig die Anteilnahme in ihrer Familie ist, beschließen sie (beziehungsweise: vor allem Azamat), die Sache nicht aufzuklären, sondern aufzublasen – mit Crowdfunding. Ihre herzzerreißende Geschichte macht bald Schlagzeilen, die gefälschten Unterlagen besorgt ein befreundeter Arzt. Allerdings wird die Story bald so groß, dass Aza sie nicht mehr unter Kontrolle hat. Und die Vertuschung wird einige Opfer kosten.<br/><br/>Dass diese Sache nicht gut ausgehen kann, ist von Anfang an klar. Aza ist ein Assi und wird einem im Lauf des Films nicht sympathischer. Als das Paar es irgendwann mit zwei anderen gewalttätigen Betrügern zu tun hat, weiß man nicht, auf wessen Seite man stehen soll. Das sorgt rasch für ein sehr distanziertes Verhältnis zum Film. Vielleicht muss man Kasache sein, um mit Aza und Tencho mitzufiebern, bei all der unbeherrschten Aggressivität, bei Sozialbetrug und Gewalt gegen Frauen. Wenn der Film sich zum Ende hin in Sachen Brutalität steigert, lässt einen das jedenfalls erstaunlich kalt. Sollen sie doch alle bekommen, was sie verdienen! Eigentlich eine Schande, dass ein solch moralisch verwerfliches Handeln nicht emotional involvierender umgesetzt wurde.]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 10:44:10 GMT</pubDate>
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      <title>„Now that‘s a twist!“</title>
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       <description><![CDATA[<h3>You Are the Film (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Der Theatermacher Makozo Ueda ist für den Film das, was Marc-Antoine Mathieu für den Comic ist: Beide lieben es, ihr Medium auf die Metaebene zu drehen und mit minimalen Mitteln für einen maximalen Mindfuck zu sorgen.<br/><br/>War es in Uedas Drehbüchern zu BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES und THE RIVER noch das Spiel mit verschiedenen Zeitebenen, so eröffnet er in seinem Regiedebüt ganze Parallelwelten – ein „Cinematic Multiverse“, wie es im Film genannt wird („erklärt“ wäre zu viel gesagt).<br/><br/>Die Theatermacherin Madoko geht ins Kino und schaut sich einen Film an. Im Film geht der Musiker Kazuma ins Kino und sieht sich einen Film an. In diesem Film sitzt Madoko im Kino. Als die beiden merken, dass sie miteinander interagieren können, lesen sie sich gegenseitig die Inhaltsangaben „ihrer“ Filme vor – und sehen dringenden Handlungsbedarf.<br/><br/>YOU ARE THE FILM ist auf den ersten Blick ein „one gimmick movie“, doch sowie man sich darauf eingestellt hat, dass unsere beiden Protagonisten sich nun einfach bei der Lösung ihrer Alltagsprobleme unterstützen können, zieht Ueda nochmal ein Ass aus dem Ärmel und dreht den „Film-im-Film-im-Film“ auf links.<br/><br/>Ein Low-Budget-Vergnügen, das mehr absurdes Theaterstück ist als raffinierte Filmkunst, aber das Herz am rechten Fleck hat. Short and sweet – we are the audience!]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 10:39:43 GMT</pubDate>
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      <title>Godzilla minus Godzilla</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Hope (2026) rezensiert von Alexander</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>„Hope“ ist ein extrem lautes, krawalliges, hektisch inszeniertes und leider auch sehr klamaukiges „Action- und Monster-Spektakel“ mit grenzdebilen Dialogzeilen, Gags die selten zünden und so einigen zwar recht überraschenden, doch leider eher schwach animierten CGI-Monstern.<br/><br/>Die Handlung der ersten Stunde: Eine Horde von größtenteils verpeilten Idioten jagt in ihren Autos durch eine Kleinstadt, beleidigt sich im Minutentakt gegenseitig und ballert sinnlos in der Gegend herum. Das ist bereits nach kurzer Zeit extrem ermüdend und lange Zeit auch überraschungsarm, bis nach langer Wartezeit dann endlich mal ein „Monster“ seinen Auftritt hat.<br/><br/>Ich muss gestehen, mir nicht allzu viel aus reinen „Action“ Filmen zu machen. Sie langweilen mich. Eine Explosion mag beeindruckend sein, ein durch die Luft fliegendes Auto vielleicht auch noch. Aber grenzenloser Vandalismus quasi als Selbstzweck, sinnloses Geballere und die immer wieder gleichen Szenen von verwüsteten Häusern, brachial zerlegten Bäumen und durch die Luft fliegenden (sic!) Menschen werden nicht dadurch besser, dass sie bis zum Erbrechen solange wiederholt werden, bis sich die langen 160 Filmminuten fast ausschließlich mit diesen gefüllt haben.<br/><br/>Dass dazu gefühlt gleich mindestens die Hälfte des Films aus Verfolgungsjagden besteht, macht „Hope“ dann auch nicht interessanter. Ich dachte eigentlich, dass endlos lange Szenen von sich hinterherjagenden Autos, Pferden, Monstern … was auch immer, seit den 70er Jahren „out“ wären. Aber anscheinend war dies Regisseur Na Hong-jin egal und er suhlt sich förmlich in einer nicht enden wollenden, infantilen Redundanz von austauschbaren Verfolgungsszenen mit permanent nervig kreischenden Menschen, hoppelnden und schlecht animierten CGI-Wesen und quietschenden Autos, die einfach kein Ende nehmen wollen.<br/><br/>Na Hong-jin mag sich auf Action gut verstehen, aber von Spannungsaufbau hat der Mann keine Ahnung. Das alles war nicht spannend. Es war vor allem laut, hektisch, grotesk und oftmals viel zu klamaukig. Ein echtes Gefühl von Bedrohung wollte sich bei mir jedenfalls zu fast keinem Zeitpunkt einstellen, obwohl der viel zu lange Film wahrlich genug Raum dafür gehabt hätte, uns eine spannende Geschichte zu erzählen. Doch „Hope“ beraubt sich in seinem inkonsistenten und selbstverliebten Drehbuch dieser Möglichkeit selbst.<br/><br/>Es wäre sehr viel mehr möglich gewesen, in dieser Geschichte. Es finden sich viele kleine Nebenschauplätze, Ideen und Ansätze, die uns Zuschauer neugierig machen, die aber nie wirklich zu Ende erzählt werden und deren Fäden fast alle im Sande verlaufen und mit zu viel dumpfer Action in den Staub getreten werden, was extrem unbefriedigend ist. Es hätten sich hier so viele Möglichkeiten geboten ... allein, der Film macht so gar nichts daraus und entscheidet sich in seinem letzten Drittel für das selbe generische Gekloppe und Getöse, das man schon die gesamte erste Stunde ertragen musste und bereits aus unzähligen Hollywood-Streifen kennt. Das ist furchtbar öde und ärgerlich zugleich, weil es irgendwie so gar nicht zu den interessant gezeichneten, und dem (trotz schwacher CGI‑Effekte) faszinierenden Creature-Design der „Eindringlinge“ passt. Schade, dass hier nur auf primitive Gewalt gesetzt wurde, statt auf ein paar intelligente Twists.<br/><br/>Und es mag die Frage schon erlaubt sein, warum hochtechnologisierte und anscheinend auch intelligente und empathische Aliens die Galaxis durchquerten, nur um sich dann in unseren Wäldern benehmen zu müssen, wie grunzende Steinzeitmenschen auf zu viel Speed, noch dazu ausschließlich bewaffnet mit primitiven Speeren und Äxten?<br/><br/>„Hope“ ist vielleicht das extremste und am schnellsten geschnittene Gekloppe, das man seit langer Zeit gesehen hat. Es macht nur leider überhaupt keinen Sinn und hat mich über weite Strecken gelangweilt, weil jeder noch so kleine Funken fürs Hirn sofort in einem als Selbstzweck inszenierten, redundanten Stahlgewitter untergeht.<br/><br/>Was übrig bleibt, ist eine mit Steroiden vollgepumpte und mit Botox unterspritzte, einfältige Story ohne Anfang und Ende, deren Krach und Lärm über die vollkommene Abstinenz eines intelligenten Drehbuchs hinwegtäuschen sollen. Als reiner Actionfilm betrachtet, mag das für manche ein Fest sein, ich aber finde es jammerschade um das Potenzial, das hier verschenkt wurde.]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 03:55:23 GMT</pubDate>
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      <title>Gefängnisirrsinn trifft Empfängniswirsing</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Ghost in the Cell (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Joko Anwar kommt mit begeisterndem Splatterschwung gefühlt aus der Sommerpause, wenn er mit dem eher wortwörtlich als metaphorisch oder hommage-technisch betitelten „Ghost in the Cell“ pure Mitternachtshorroraction verbreitet – allerdings selbstredend mit dem gewissen Schuss indonesischem Augenzwinkern bis Wahnsinn! In dem krawalligen Knastgeisterklopper bringt ein nerdiger Neuankömmling hinter indonesischen Gardinen einen Geist mit – der jeden seiner größtenteils aggressiven und skeptischen Mitinsassen spektakulär bis kunstvoll tötet, wenn deren Puls steigt bzw. deren Aura sich rot färbt…<br/><br/>Yellow is the New Schreck<br/><br/>Die ungewöhnliche Mischung der Genres und Töne, ein paar überraschend indonesische Filmgewürze, noch immer etwas Exotenbonus und lobenswert brüderlich-versöhnliche Vibes helfen mir „Ghost in the Cell“ am Ende schmackhafter zu machen, als er eventuell ist. Die furchterregend-kreativen „Körperkunstwerke“ aus den drapierten Leichen(teilen) tragen auch ihren Teil dazu bei, selbst wenn man Ähnliches bereits z. B. aus der „Hannibal“-Serie kennt. Anwars Filme hatten immer Highlightszenen und waren solide unterhaltsam. Aber mit „Ghost in the Cell“ schafft er es, viele seiner Stärken zu konzentrieren und clever wie ein stabiler Mikadoturm ineinander zu stapeln. Knastkumpelschaften dort, plötzliche Tanzeinlagen da, garstig-gorige Geisterattacken eh, wunderbar ulkige Kampfszenen obendrauf. Fiese Nebenfiguren, freche politische und religiöse Seitenhiebe. Egal wie klischeehaft der Kern von „Ghost in the Cell“ sein mag – das Drumherum, die Details, seine Spleens und der wahnsinnige Weg dahin bieten gerade für westlichere Genreaugen genug bizarre Stilblüten und whacky Momente, die dennoch kaum zu bleibenden Balanceproblemen führen. Erstaunlich! Etwas zu lang würde ich ihn dennoch nennen. CGI manchmal lachhaft. Teils wirkt er auch etwas kitschig und seine Horrormomente zu entschärfend durch Lacher, Abstruses oder eben Tanznummern. Aber insgesamt war das schon 'ne sympathische Mitternachtssause! Da hebt man gerne die Seife auf…<br/><br/>Wer sich aufregt oder lacht…<br/><br/>Fazit: Unterhaltsame Knastkillerkuriosität aus Indonesien mit Körperkunst und Kumpelschaft. Nett! Anwars rundeste Nummer bisher.]]></description>
      <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 00:11:59 GMT</pubDate>
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      <title>Was bist'n du für'n … SICKO!?</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Sicko (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.0 von 10<br/><br/>Das kasachische Genrekino lässt momentan einige sehenswerte und bitterböse Blüten auf die Menschheit los. Wie beispielsweise „Auru“ aka „Sicko“, in dem ein Ehemann plötzlich mit seiner „todkranken“ Frau zur Internetsensation wird, was in dem neuen „Influencerpärchen“ ganz geldgeile Facetten anheizt, neue seelische (Fall-)Türen öffnet und brutale Fallstricke dreht, in dieser abartigen, oberflächlichen Welt der Likes und falschen Smiles…<br/><br/>Sick of my Kasachstan<br/><br/>Nachdem mir z. B. „Steppenwolf“ vor zwei Jahren schon bitterböse (positiv) den Boden unter den Füßen weggezogen hat, tritt einem nun „Sicko“ aber nochmal ganz anders durch den Rücken in die Eier. „Sicko“ trägt seinen Namen zurecht! Eine abgründige Beziehungskiste voller Glasscherben, Spritzen, Tiefschlägen und toxischster Ehe. Eine gesellschaftskritische Ballade der Brutalitäten. Während ich mittendrin das alles zwar auch schon düster fand, dachte ich manchmal noch: „Das können auch andere westeuropäische Länder remaken. Selbst Deutschland. Solche modernen Betrüger gibt’s überall.“ Aber spätestens wenn dann das letzte Drittel beginnt, dann wird's dermaßen böse, biestig und brutal, dass das im Grunde aktuell so nur in Kasachstan möglich scheint. Ein Stilwechsel. Ein Balancecheck. Ein Abstieg ins tiefste Dunkel. Ein Influencerbeben. Ein Skeptischmacher. Ein Lachen, das dir im Hals stecken bleibt. Ein Komiker, der dir in den Drink pisst. Ein Ehemann, der dir nicht gut tut. Ein Ende mit Schrecken und ein Schrecken ohne Ende. Ein Schluss, der rigoros schmerzt. Ein Kasachstan, in das man nicht reisen möchte. Ein Film, der mir richtig gut gefallen und richtig schön wehgetan hat!<br/><br/>Be Careful Who You Fuck With<br/><br/>Fazit: Ein weiteres filmisches Biest aus Kasachstan. Was als beschauliche, pechschwarze Gesellschaftssatire beginnt, endet ungefähr eine Meile nach dem Mittelpunkt der Hölle… Ein gut getarntes Terrorfilmchen!]]></description>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 23:41:49 GMT</pubDate>
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      <title>Ich sehe – also lach' ich!</title>
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       <description><![CDATA[<h3>You Are the Film (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.5 von 10<br/><br/>Wenn das Team rund um „River – The Timeloop Hotel“ und „Beyond the Infinite Two Minutes“ einen neuen Film an den Start bringt, dann muss man Genrefans wie uns nicht zweimal bitten… „You Are the Film“ lässt quasi einen Infinityloop oder eine Penrose-Treppe in Filmform auf den erstaunten Zuschauer los, wenn sich im Film zwei verschiedene Künstler, ein Musiker und eine Theaterregisseurin, gegenseitig auf ihren jeweiligen Leinwänden sehen, Kontakt aufnehmen und ihre Storys womöglich verändern…<br/><br/>Völlig richtig im falschen Film<br/><br/>Obwohl man wie gesagt als Fan von filmischer J-Quirligkeit dieses Team wie gesagt immer auf dem Schirm hat und fast schon im Herzen trägt, schießt „You Are the Film“ für mein Empfinden nochmal deutlich über meine (ohnehin schon hohen) Erwartungen hinaus. Das ist nicht nur kreativ, das ist nicht nur liebenswert, das ist nicht nur kurzweilig und unberechenbar – das ist all das zum Quadrat! Die Nutzung des einen Kinos und Häuserblocks ist wieder mal exzellent. Die Verschmelzung von Theater, Musik und Kino – aber auch ganz anderen, unerwarteten Filmgenres! – ist ambitioniert und wird schlicht sensationell umgesetzt. Die beiden „Hauptfiguren“ sind supersüß – getrennt wie zusammen. All das zu choreografieren und aufeinander abzustimmen gelingt augenöffnend toll. Und man ist einfach immer und immer gespannter, im Verlauf, was einen hinter der nächsten Ecke oder eben „auf der nächsten Drehbuchseite“ erwartet. Oder wie es geschrieben steht und dann doch nicht gemacht wird. Es kann nur kommen, wie man's nicht erwartet. Ganz nach dem Motto: Flip the Script!<br/><br/>Fazit: Eine der herzlichsten und knackigsten Empfehlungen des Kinojahres – „You Are the Film“ ist eine bezaubernd naive, perfekt durchchoreografierte und gnadenlos kreative Wundertüte!]]></description>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 23:13:03 GMT</pubDate>
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      <title>Tanz der Nonnas</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Unholy Night (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>„Unholy Night“ hätte vielleicht besser auf die Fantasy Filmfest White Nights anstatt auf dem septemberlichen Hauptfestival gepasst – aber das Timing solcher Genretitel kann man sich natürlich nicht immer aussuchen. In jedem Fall erzählt der X-Mas-Zombie-„Schmankerl“ von einer italienischen Familie, deren untote, „geliebte“ und gefräßige Großmutter das weihnachtliche Dinner gehörig aufmischt…<br/><br/>Hätten wir doch mal lieber Raclette gemacht…<br/><br/>Als (zumindest stammbaumtechnisch) halber Italiener hat „Unholy Night“ bei mir einen deutlichen (Oliven-)Stein im Brett. Wie hier das Ätzende und Nervige und Anstrengende oder gar „Verfluchte“ an der italienischen Familie, dem italienischen Weihnachtsfest und italienischen Ansichten/Traditionen übersteigert wird, finde ich schon klasse. Und mutig. Selbst wenn man am Ende doch zu einem sehr versöhnlichen Ende kommt. Aber insgesamt funktioniert genau das, was italienfremde Zombiefans hier wohl am ehesten als hysterisches „Füllmaterial“ betiteln würden, für mich persönlich am besten. Der Zombieanteil dieser Weihnachtshatz … naja. Eher naiv-süß, wenn man's positiv ausdrücken will. Oder komplett egal, wenn man gehässiger (und ehrlicher) drauf ist. Am Ende zieht der Film noch aus dem Nichts eine bizarre Fulci-Shyamalan-Kreuzung aus dem ausgeleierten Hut, über die man am besten auch einfach hinwegschmunzelt. Fertig ist ein Film, in Teilen wie für mich gemacht, in Teilen aber auch auffällig stangenwarig. Fast eher auf TV-Niveau.<br/><br/>Italienische Delikatessen<br/><br/>Fazit: Night of the Living Italian… Die Hassliebe zur italienischen Sippschaft und Familie atmet „Unholy Night“ überdeutlich und köstlich. Erst recht, wenn man damit wie ich persönliche Erfahrung hat. Als Zombiekomödie allerdings ist das arg schmächtig.]]></description>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 23:09:15 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Impatient. Bored. Annoyed.</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Nervous (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 3.0 von 10<br/><br/>Regisseur Abner Pastoll hat 2019 mit seiner Hauptdarstellerin Sarah Bolger einen fesselnden, ungewöhnlich realistischen Gangsterthriller gemacht – A GOOD WOMAN IS HARD TO FIND. Umso erstaunlicher ist es, dass er sieben Jahre später mit seinem zweiten Langfilm etwas abliefert, das aussieht wie ein amateurhaftes Erstlingswerk.<br/><br/>Sarah ist ihrem Ehemann Sungsoo nach Korea gefolgt und mit ihm in das leer stehende Haus seiner Tante gezogen. Auf dem Dachboden finden sie ein altes Grammophon mit einer Schallplatte, die aber außer Knacksen keine hörbaren Geräusche von sich gibt. Doch nach dem ersten Abspielen verändert sich plötzlich Sarahs Gehör: Sie kann Männerstimmen nur noch gedämpft wahrnehmen. Zudem hat sie unkontrollierte Ohrblutungen. Die Ärzte können nichts feststellen, vermuten eine stressbedingte Reaktion und empfehlen einen Psychiater. Sarah ignoriert das und freundet sich mit ihrer Nachbarin Eunbyeol an. In der Gegend verschwinden Frauen und ein Serientäter ermordet Männer. Eine ältere umhergeisternde Frau im gelben Regenmantel soll wohl Asia-Horror referenzieren. Sarahs Mann findet eine ominöse Botschaft in der Schallplattenhülle, die er aber zerknüllt, ohne dass Sarah die lesen konnte.<br/><br/>Was nach den Zutaten für einen raffinierten Mysterythriller klingt, bleibt genau das – ein Haufen Zutaten. Pastoll sagte selbst, dass er einfach nach Korea gegangen sei und den Film gemacht hat. Wie er die Themen, die ihm vorschwebten, zu einem sinnvollen oder zumindest interessanten Ganzen verbinden könnte, hatte er sich vorher offenbar nicht überlegt. Der Hörverlust kann als kulturelle und/oder eheliche Entfremdung gelesen werden, er kann genauso gut bedeuten, dass Sarah Männer nicht mehr versteht und sich lieber den Frauen (in diesem Fall: der Nachbarin) zuwendet. Vielleicht verliert sie auch einfach nur den Verstand. Pastoll gibt keinerlei Hinweise, allerdings hat man nie den Eindruck, er hätte selbst eine künstlerische Vision beim Dreh gehabt, geschweige denn einen Masterplan.<br/><br/>Auch Sarah Bolger, eigentlich eine fähige Schauspielerin, agiert hier extrem eindimensional, lächelt freundlich alles weg, wenn sie nicht gerade blutet. Darüber hinaus herrscht zwischen den sich eigentlich so nahestehenden Personen hier keinerlei Chemie, weder die Ehe noch die enge Freundschaft nimmt man den Figuren ab. Der Film ist extrem kühl und flach ausgeleuchtet, nicht mal das Makeup-Department war professionell genug, das ständige Gesichtsglänzen von Frau Bolger zu überpudern.<br/><br/>Das alles ist insofern enttäuschend, weil Pastoll und Bolger so einen vielversprechenden Erstling hingelegt haben. Vielleicht drehen sie ja nächstes Mal wieder in Irland. Mit einem ordentlichen Drehbuch.]]></description>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2026 14:26:49 GMT</pubDate>
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      <title>Dieser Fuchs gibt keine Fucks</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Fox (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.0 von 10<br/><br/>„The Fox“ ist ein oft urkomischer Genremix und ein wenig der australische Anti-„The Lobster“, wenn er einen Jäger und frisch verlobten Mann auf einen ausgebufften Fuchs hören lässt, der dessen angeknackste Beziehung mit einem weirden Vorschlag retten will…<br/><br/>Die (Bett-)Decke zwischen Menschen und Tieren ist dünn…<br/><br/>Typisch australisch – aber weltweit witzig! So könnte man „The Fox“ beschreiben, dessen Akzente manchmal etwas schwer zu verstehen sind und der am Ende vielleicht nicht ganz weiß, wie er einen luftdichten Deckel auf das grenzgeniale Konzept, die kauzige Kleinstadt und die etlichen Konflikte kriegt. Er lässt's dann einigermaßen akzeptabel auspendeln. Doch ansonsten gibt's zu dieser (naiv versexten) schwarzen Komödie wenig zu meckern. Instinkte und Irrglauben. Die letzte (Sprech-)Rolle für Sam Neill ist ein Hit – er geht mit etlichen lauten Lachern und wird sehr vermisst werden! Olivia Colman steht ihm in nichts nach. Und auch die restlichen „realen“ Darsteller spielen das mit enorm viel Mut, Zeigefreudigkeit, Spielwiese und einfach nur komödiantisch famosem Timing. Vor allem Jai Courtney hat jetzt richtig seine verrückte Weirdonische gefunden – ich gönn's ihm von Herzen! Aber vor allem brilliert das Drehbuch in „The Fox“. Wer ist Fuchs, wer ist fuchsteufelswild, wer fickt's und wer gibt keinen Fick mehr?! Alles herrlich offbeat und zum Mitgrölen. Bei keinem Film auf dem Fantasy Filmfest diesen Monat in Köln wurde lauter, öfter und herzlicher gelacht. Okay, war recht depressiv und nihilistisch, das diesjährige Aufgebot. Trotzdem will das etwas heißen, wenn das Publikum dermaßen anspringt! Und „The Fox“ gewinnt die Sympathien einfach spielerisch, frech, oft schlicht genial. Mit unerwarteten Haken, ausgeklügelten Finten und verflixten doppelten Böden. Klasse Pärchenfilm. Auch um zu testen, ob man denselben (abgründigen) Humor hat. Ein familienfreundliches – und dann doch wieder nicht ganz familienfreundliches – Fest!<br/><br/>Fuchsschwänze und schwarze Löcher<br/><br/>Fazit: Köstliche Beziehungssatire – mit tierischen Crowdpleaserqualitäten! (K)Ein Fuchs, wer anders denkt!<br/><br/>Die erste Regel des kölschen Grundgesetz: Et es wie et es!]]></description>
      <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 22:38:21 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Wie bitte?</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Nervous (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>„Nervous“ ist der neueste Streich von Abner Pastoll und er liefert hier eine Mischung aus Beziehungsdrama, Hörexperiment und Vinylgrusel, wenn er eine junge irische Frau in Südkorea in ein großes Haus mit ihrem koreanischen Ehemann ziehen lässt, dort einen alten Plattenspieler auf dem Dachboden findet samt mysteriöser, scheinbar „leerer“ Schallplatte – und fertig ist ein ohrenbetäubender Fluch (?!)…<br/><br/>Grammophongeständnisse<br/><br/>„Nervous“ sieht die meiste Zeit deluxe aus. „Nervous“ hat die entzückende Sarah Bolger. „Nervous“ baut eine klasse vibende UK-Korea-Brücke. „Nervous“ sollte mit dem Hook „verfluchter Plattenspieler“ genug Mainstreamhorrorgucker hinter'm Sofa hervorlocken. „Nervous“ hat ein paar richtig schöne Needledrops und Songs. Aber vor allem punktet „Nervous“ mit einer mutigen, bizarren und ungewöhnlichen Tonspur, die ich so radikal bis frech selten erlebt habe. Zwischen Tinnitus und Ohrwurm, zwischen Pfropf im Kopf und Verständigungsproblemen, zwischen Koreanisch und Englisch, zwischen Ehekrise und Schallplattenfluch, zwischen Auslassungen und stumpfem Hören… hier wird auditiv alles aufgefahren und heruntergefahren und gegeneinander (und den Zuschauer!) ausgespielt, was nur geht. Und das bekommt dicken Respekt von mir! Dass ich dadurch einige Nuancen oder vielleicht auch entscheidende Hinweise auf die „Lösung“ des Falls nicht ganz mitbekommen und gecheckt habe, liegt im kreativen und mit Wissenslücken spielenden Konzept der Sache…<br/><br/>Tinnitustrancetrugschlüsse<br/><br/>Fazit: Mutige Tonspur, generischer Grusel, bezaubernde Hauptdarstellerin, schmerzhafter Ohrenschmalz… „Nervous“ lässt einen qualitativ zwar nicht nervös im Kinosessel rumrutschen, aber er hat durchaus seine reizenden, blanken Fragezeichenstellen. Mir ist nicht alles klar, was hier warum abging – und das ist vollkommen okay…]]></description>
      <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 21:46:13 GMT</pubDate>
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      <title>Dunkle Zypressenmessen</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Motherwitch (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>„Motherwitch“ lässt auf und aus Zypern die mütterliche Trauerkloshexe los, wenn eine Frau (Ende des 19. Jahrhunderts) alle drei Kinder bei einem Unfall verliert – und danach in Kontakt mit dunklen Mächten tritt, um das eventuell rückgängig zu machen…<br/><br/>Dem Film fehlt rote Farbe…<br/><br/>Technisch habe ich nicht viel gegen „Motherwitch“ zu sagen. Die Berge und Sonnenuntergänge Zyperns sind erhaben. Mehr als das. Was für ein Fleckchen Erde! Die weibliche Hauptdarstellerin legt viel Schmerz und Wille und Wut in ihre Performance. Exotenbonus gibt's von mir dafür unbedingt. Und einige Einblicke in die Kultur des Inselstaates über etliche seiner kolonialen Besatzermächte gibt’s obendrauf. Aber hey, ich bin gekommen, um einen Horrorfilm zu sehen … und da versagt „Motherwitch“ leider unter jeden halbwegs anständigen Ansprüchen. Das ist wie gesagt alles interessant. Urlaubsreif. Aber nie spannend. Nie innovativ (im Folkhorrorbereich). Nie grausam (genug). Nie gänsehauterzeugend. Hübsch plätschert's vor sich hin und her und hin und her. Und ich habe unerbittlich gegen zufallende Augen zu kämpfen. Erst recht an einem vollen Festivaltag, was denke ich der wahrscheinlichste Ort ist, wo man „Motherwitch“ antrifft und wo er gegen die meiste Konkurrenz in der schwarzen Erde von Zypern untergeht…<br/><br/>Lore vor den leeren Latz<br/><br/>Fazit: Tolle zypriotische Landschaften, intensive Leading Lady, tragische Familienverluste, glaubhaftes Erscheinungsbild… In allerlei Genrebelangen allerdings zaghaft, zäh und zerbrechlich. Zu wenig, zu mild, zu blass. Ganz einfach.]]></description>
      <pubDate>Mon, 14 Sep 2026 21:15:51 GMT</pubDate>
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      <title>Seelenpein</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Ones Who Grieve (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>Jacob van Veren führt Haus und Hof mit eiserner Hand, Frau Emilie und Tochter Zelie sind mehr oder weniger zu Haushaltssklaven degradiert. Jacob hat alles Recht dazu – es ist ihm gottgegeben. Zudem ist Jacob der „Masker“ seines Kantons. Als solcher ist er die letzte Hoffnung für Menschen, die an der „Black Veil“-Seuche erkrankt sind. Und „letzte Hoffnung“ heißt in dem Fall, dass er wenigstens noch ihre Seele rettet – indem er ihnen *** SPOILER ->alle Zähne zieht, Mund und Augen zunäht, ihnen eine selbstgeschnitzte Holzmaske mit Vorhängeschloss über den Kopf stülpt und sie in der Wildnis aussetzen lässt<- SPOILER ***. Kurz: Der Mann verrichtet Gottes Werk. Tochter Zelie will die Demütigungen nicht länger mitmachen, doch vor ihrem allmächtigen und überaus sadistischen Vater scheint es kein Entkommen zu geben.<br/><br/>Regisseur Quarxx hat auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben, es hätte aber ebensogut vom Marquis de Sade persönlich stammen können. Jeder Hoffnungsschimmer, jede gutmeinende Person, jede Chance auf eine bessere Zukunft werden im Keim erstickt, es gibt in diesem kaltherzigen Film keine Hoffnung – eine Haltung, die der Film noch über den Abspann hinaus trägt.<br/><br/>Das ist schwer zu ertragen. Von Unterhaltung kann man hier nicht mehr sprechen, eher von Faszination. Ein wenig Masochismus schadet auch nicht, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Interessant ist er allemal – auch was sich Quarxx sozusagen als Variante des *** SPOILER ->Zombie<- SPOILER ***films einfallen lässt, ist sehenswert.]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 22:56:41 GMT</pubDate>
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      <title>Full Metal Puberty</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Plague (2025) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Ben ist neu im Wasserball-Camp – und neu in der Stadt. Einige Jungs hier sind schon länger dabei, eine eingeschworene Gemeinschaft von 12- und 13-Jährigen mit ihren eigenen Ritualen. Dazu gehört auch, Eli zu meiden. Der etwas pummelige Junge, der auch im Wasser sein T-Shirt nicht auszieht und sich überhaupt etwas weird benimmt, hat einen heftigen Hautausschlag, sie nennen es „The Plague“. Für den schwächlichen Ben, eigentlich selbst ein potenzielles Opfer mit seinem Boston-Akzent, steht fest, dass er auf jeden Fall dazugehören wird, auch wenn das bedeutet, sich gegen Eli zu stellen. Doch das wird immer schwerer und Ben steht bald vor einer Gewissensprobe, die zeigen wird, was er für ein Mensch ist, beziehungsweise werden will. Eine klassische Coming-of-Age-Problematik.<br/><br/>Dass Kinder grausam sein können, ist bekannt, wie Gruppendynamiken unter Jungs oder Männern funktionieren, auch. Zwar haben wir es hier mit einer eher lockeren Zusammenkunft im Rahmen eines Sommer-Trainingscamps zu tun und nicht mit einer Extremsituation wie eine Drillkaserne in den USA der 70er, aber der Film wirkt in vielen Szenen wie ein Teenie-Remake von FULL METAL JACKET.<br/><br/>Joel Edgerton, der hier auch als Produzent fungiert, portraitiert als einziger Erwachsener einen denkbar ungeeigneten Coach – „that was the worst pep talk ever“, sagt ihm Ben einmal. Die Eltern spielen nur durch ihre Abwesenheit eine Rolle: eine gestorbene Mutter, ein strenger Vater, Erziehungsberechtigte, die froh sind, ihre Problemkinder mal für ein paar Wochen los zu sein. Der ganz normale Horror, subtil, alltäglich. Inszeniert ist das alles für ein Debüt eindrucksvoll stilsicher, untermalt mit einem Soundtrack, der Elemente von Ennio Morricone mit Kinderstimmen umsetzt.<br/><br/>Sehenswert und spürenswert.]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 22:52:19 GMT</pubDate>
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      <title>Stitchfinder General</title>
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       <description><![CDATA[<h3>The Ones Who Grieve (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 8.0 von 10<br/><br/>Schon mit „All the Gods in the Sky“ und „Pandemonium“ hat Regisseur Quarxx bewiesen, wie garstig und grimmig französisches Fantasyhorrorkino ausarten kann. Kreativ und kantig. Nun legt er mit „The One Who Grieve“ aber nochmal eine bis dreizehn Schippen drauf, wenn er einen zombieartigen Seuchenhorror und vor allem einen religiösen Seuchen„doktor“ auf das mittelalterliche (Fantasy-)Europa loslässt, gegen den aktuelle gesellschaftliche Probleme, alternative Behandlungsmethoden oder gar Corona aussehen wie ein Bällebad aus Zuckerguss…<br/><br/>Seuchen, Sargnägel &#x26; Schandflecke<br/><br/>Einen „Zombiefilm“, wie es ihn noch nie gab, hat Quarxx hier gedreht. Einen Western, wie es ihn noch nie gab, hat Quarxx hier gedreht. Und einen Seuchenfilm, hat Quarxx hier gedreht, wie es ihn noch nie gab. Irgendwo zwischen „Brimstone“, „Witchfinder General“, humorlosem „I Sell the Dead“ und „The Living Dead at Manchester Morgue“. Ein starker, roher und ungemütlicher Schocker. Mit frischen Ideen und Genrekombinationen, mit einer der fiesesten Vaterfiguren seit Ewigkeiten und klerikalen Gänsehautgesängen zwischen Himmel und Hölle. Quarxx nimmt hier erneut keine Gefangenen. Er rupft ein blutiges Hühnchen mit der Kirche, mit Tesla, mit religiösen Fanatikern, mit Kultführern. Und sicher noch mit ein paar Parteien mehr. Er scheut sich definitiv nicht, Leuten auf die Füße zu treten, vor den Kopf zu stoßen und in die Magengrube zu hauen! Er scheut sich ebenso (erneut) nicht vor Gewalt an Kindern. Und er scheint einfach absolut kein zittriges Händchen zu haben, wenn's an Tabus und Härten geht. Ohne dabei allein alles um des Schockes willen zu machen. Er wirkt nicht wie ein Edgelord à la Refn oder von Trier. Auch im anschließenden Q&#x26;A in Köln auf dem Fantasy Filmfest null. Ein angenehmer, netter und ehrlicher Kerl. „The Ones Who Grieve“ ist allerdings das Gegenteil davon… Eine bravuröse Breitseite der Torturen, Tragik und toten Tugenden. Und das in den Abspann hineinlaufende Finish würde selbst der Teufel persönlich kaum finsterer hinbekommen…<br/><br/>Die schwarze Seele Frankreichs<br/><br/>Fazit: Schon die beiden bisherigen Quarxx-Filme waren alles andere als Quark. Aber mit „The Ones Who Grieve“ potenziert, kanalisiert und konzentriert er seine Talente, Kraft und Qualitäten nochmal deutlich. Bitterböses Fantasywestern(!)horrormonstrum aus Frankreich… Definitiv kein „Spaßfilm“. Inklusive einem der bösesten Bösewichte dieses Kinojahrzehnts. Fieses, furchtloses Teil!]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 22:50:46 GMT</pubDate>
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      <title>Turkish Eraserhead</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Mutter: The Diary of a Mother (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 5.0 von 10<br/><br/>Als Gül von der Geburt nach Hause kommt, braucht sie erstmal eine Kippe und einen Schluck aus der Rotweinflasche. Denn das, was sie da geboren hat, ist so schrecklich, dass ihr Schlappschwanz von einem Mann sofort Reißaus genommen hat. Was aber auch immer dieser rohe Fleischklumpen mit Haaren und Tentakeln (?) sein mag – es ist ihr Kind. Und sie wird für ihr Kind sorgen.<br/><br/>Nach den üblichen Problemen in dieser Art Film, wo Babys an der Brust lieber nagen als zu saugen, steht als Nächstes die Nahrungsbeschaffung an. Wer nun allerdings eine blutige Splatterschlachtplatte mit Monsterbaby erwartet, ist falsch gewickelt. Wir haben es hier – mal wieder – mit einer als Horrorfilm getarnten Gesellschaftskritik zu tun, die den Fokus mehr auf die Probleme einer alleinerziehenden Mutter aus der verarmten Unterschicht legt als auf Monsterhorror. Nun wurden beide dieser Geschichten schon einige Male erzählt und MUTTER hat keiner richtig viel hinzuzufügen.<br/><br/>Der Film ist erwartbar düster und deprimierend. Falls jemand die offensichtliche ERASERHEAD‑Hommage nicht versteht, gibt es später noch einen völlig unzusammenhängenden Chansonauftritt („Macabre“), der wie ein Remix aus „Llorando“ im „Club Silencio“ und „In Heaven“ der „Lady in the Radiator“ erscheint. Anerkennenswert ist das Creature Makeup, bei der später etwas gealterten Hauptdarstellerin wurde weniger sorgfältig gearbeitet.<br/><br/>Fazit: Schön, dass man solche Filme auch mal aus etwas exotischeren Ländern zu sehen bekommt, allerdings dürfen sie uns dann gerne auch mal etwas Neues erzählen und nicht nur alte Geschichten mit Lokalkolorit anreichern.]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 22:50:20 GMT</pubDate>
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      <title>Venice in Peril</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Don’t Look Now (1973) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 9.0 von 10<br/><br/>Es gibt nur wenige Filme, die einen schon in ihren ersten Sekunden in Bann ziehen, ganz gleich, wie oft man sie gesehen hat. DON‘T LOOK NOW ist so ein Film. Gäbe es nur diese erste Szene, das Mädchen im roten Regenmantel, der Teich, der Regen, die Eltern im Haus, die rotgekleidete Gestalt auf dem Dia, das verschüttete Wasser, das die Farben löst und rot auf dem Bild verläuft, der Vater mit dem schlammbedeckten Mädchen im Arm, dieser stöhnende Schrei – man könnte, ja, müsste bereits von einem Meisterwerk sprechen. Doch der Film fängt ja gerade erst an.<br/><br/>Wie Nicholas Roeg, sein Cutter Graeme Clifford, Kameramann Anthony Richmond, Komponist Pino Donaggio und überhaupt alle Beteiligten hier mit Schnitt, Kameraführung, Farbgebung, Schnitt, Musik (diese Musik!) und immer wieder: Schnitt! ein ganzheitliches Filmkunstwerk schaffen, das ist einfach wunderbar anzusehen.<br/><br/>Und die Anfangssequenz ist nur eine von vielen, die man für immer im Gedächtnis eingebrannt hat: Der Unfall in der Kirche, der eine gefühlte Ewigkeit andauert. Die Sexszene, die – umrahmt und montiert mit Alltagsszenen eines langjährigen Ehepaars – eine noch immer unerreichte Intimität auf die Leinwand bannt (und das, obwohl sie am ersten Tag gedreht wurde und Christie und Sutherland sich vorher nicht kannten!). Das Trauerschiff auf dem Kanal. Das verzerrte Gesicht der blinden Seherin. Die letzte Konfrontation, Auflösung, Erlösung?<br/><br/>Obwohl der Film als Meilenstein des Horrorfilms gilt, ist er, insbesondere mit jahrzehntelangem Abstand und gemessen an heutigen Genrebeiträgen, eigentlich wenig furchteinflößend. Dafür verbreitet er von Anfang an eine bedrückende Atmosphäre, die auch nach dem Film noch lange anhält. Ein Meisterwerk, ohne Zweifel.]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 22:47:10 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Mutterinstinkt vs. Überlebensinstinkt</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Mutter: The Diary of a Mother (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>„Mutter“ ist ein weiterer harter und humorloser Genrebeitrag aus der Türkei, in dem eine Mutter ein Kind bekommt, das körperlich ganz anders ist als normale Kinder, und somit ein automatischer Ausschluss aus der Gesellschaft und ein Fortlaufen des Vaters folgen…<br/><br/>Wir Mütter vom Besiktaszoo<br/><br/>Monsterbabys – oder weiter gedacht auch erwachsene „Monster“ wie „Der Elefantenmensch“ – gibt es im Genre viele. Eine Mama-Monster-Geschichte wie in „Mutter“ allerdings noch nicht. Vielleicht weil er kaum dem (Horror-)Genre angehört?! Lassen wir das einfach mal stehen. Spielt auch wenig eine Rolle. Denn auch ein ekliges, unangenehmes, gesellschaftskritisches Drama kann ja durch ein Monsterbaby gewinnen. Aber leider hat mich „Mutter“ weder über den Drama- noch über den Monsterwinkel allzu begeistert. Mitgenommen schon. Mitleid hatte ich definitiv mit Mutter und Geschöpf. Mehr aber auch nicht. Viel Leiden, viel Schmerzen, viel Depressionen, viele graue Haare über Nacht, viel Last auf den Schultern, viele psychologische wie gesellschaftliche Druckpunkte, viel Metapher, viel brodelnde Wut, viel Verzweiflung, viel „Aua!“ wenig „Oha!“. Ganz und gar kein schlechter Film. Und dass ich mich durch ihn gehörig durchbeißen musste, gehört zum System bzw. seinem Anliegen. Gut machen ihn diese massiven Schmerzen und dieser trostlose Kummer aber für mich nicht automatisch. Unwohlfühlkino!<br/><br/>Es hat deine Augen!<br/><br/>Fazit: Monstermiseryporn. Tragisch, traurig, trügerisch. Hier tut mir viel leid – aber der Zuschauer irgendwie auch ein gehöriges Stück… Ich bleibe definitiv lieber bei „Basket Case“, „Elmer“ oder „It's Alive“!]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 21:17:26 GMT</pubDate>
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      <title>Zwischen Müdigkeit und Mitternacht</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Get Shorty (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>Ein weiterer Zehnerpack an Kurzfilmen stand auf dem Fantasy Filmfest 2026 an – haben sich die zwei Stunden gelohnt oder folgte eine Ernüchterung auf die nächste? Haben die Macher und Filmauswähler noch ein gutes Händchen und einen unterhaltsamen Geschmack oder wird's Zeit für frischen Wind und andere Meinungen, Themen und Vibes?<br/><br/>— Dies ist nicht die Reihenfolge in der die Shortys in Köln liefen —<br/><br/>Book U Can Ask???s (6/10)<br/>Eine ungewöhnliche Geistergeschichte… oder gar Freundschaft?!… Pfiffig erzählt mit der einen Voiceoverstimme, zügig vorbei, naiv-süße „Computereffekte“, simple „Fish outta Water“-Geschichte. Aber im Grunde jetzt auch nichts Besonderes oder etwas, das hängenbleibt. Mitläufershorty.<br/><br/>Charlie Is not a boy (5,5/10)<br/>Ein ungewöhnlicher Nachwuchs eines ungewöhnlichen Metzgers in einer ungewöhnlichen Welt… Famoses, queeres Setdesign und ein paar bittere Denkanstöße durch die pastellfarbene Blume. Aber im Endeffekt doch eher mit Fragezeichen über der außergewöhnlich hässlichen Frisur…<br/><br/>Flock (7,5/10)<br/>Als eines Tages alle Schafe der ruralen Gemeinde verschwinden, wird der letzte Bauer, der seine Schafe wirklich liebt, vom Rest seines Dorfes bedrängt… Sauhochwertig produziert vom BFI, mit heftigen Robert Eggers-Vibes, einer bitterbösen Metapher und intensiven audiovisuellen Schnipseln. Könnte für einige dennoch anstrengend und letztendlich zu offen bleiben…<br/><br/>Goodbye, Monster (7/10)<br/>Ein Monster kommt unter'm Bett hervor – und muss sich von einem jungen Teenager verabschieden, den er scheinbar durch weite Teile seiner Kindheit begleitet hat… Starker, unschuldiger und überraschend emotionaler kleiner Shorty, mitproduziert vom Fangoria. Ein bisschen „Monster AG“-Flashbacks. Positiv.<br/><br/>In the Weeds (3,5/10)<br/>In einer Welt, in der schöne Gärten mehr zählen als Freunde und Beziehungen, macht eine besonders aggressive, neuartige Blume einem eitlen Ehemann Kopfzerbrechen… Das reicht mir nicht. „Greener Grass“ meets „Little Shop of Horrors“ – aber als generischer Magerquark. Schneller vergessen, als Bambus wächst.<br/><br/>Jealous People Are Ugly People (6,5/10)<br/>Der Titel sagt alles – wünsche Anderen nichts Schlimmeres, als dir selbst zustoßen soll… Wahre, wichtige Message. Aber die Umsetzung hätte noch gemeiner und böser und splattriger sein können…<br/><br/>The Last Jiangshi (5,5/10)<br/>What We Do in the Hongkongcinema… Eine vampirische und lustige Mockumentary über den Letzten seiner Art … und eine unerwartete Bromance… Top-Ausgangslage und Idee. Aber dann doch irgendwie nur ein Hongkong’esker Abklatsch. Auch viel zu lang für zu wenig Ideen.<br/><br/>Man Eating Pussy (6,5/10)<br/>Ein schwer kranker Mann besucht eine ganz besondere, (liebes)hungrige Dame… Verrückte Idee. Für manche vielleicht plump. Bockstarke Elektrobeats. Famoses Maskendesign. Zwischen Ekel und Geilheit.<br/><br/>The Old Lady &#x26; the Eternity (8/10)<br/>Eine spanische Oma leistet als eine der letzten Menschen in einer computergesteuerten Zukunft urkomisch Widerstand… Mein dann doch recht deutlicher Favorit des Aufgebots. Mit dieser abgefuckten und ausgekochten Latinaoma ist nicht zu spaßen – das weiß auch jeder Roboter, jede K.I., jeder Invasor…<br/><br/>Square Peg in a Black Hole (5,5/10)<br/>Eine schwarzes Loch auf der Toilette beleuchtet den Sinn des Lebens nochmal ganz neu und anders… Deutsch-augenzwinkernde Verrücktheiten zwischen Philosophie und Plattitüde. Manchmal genial. Oft aber eher egal. Snackig. Und dennoch zu lang und mit Pacingproblemen.<br/><br/>Fazit: Auch recht wenig echte Reinfälle können zu anstrengenden zwei Stunden führen… Für mich leider einer der schwächeren und wenig unterhaltsamen Jahrgänge, seitdem ich auf'm FFF bin!]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 15:52:35 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Quentin Dupieuxs THE SIMS 4D</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Vertiginous (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Mit Monsieur Dupieux ist es immer so eine Sache: Manche seiner Filme laufen vor absurden Einfällen nur so über und andere quetschen eine einzelne Idee aus, bis nichts mehr kommt. LE VERTIGE gehört klar in die zweite Kategorie.<br/><br/>Jackie nimmt seinen besten Kumpel ins Vertrauen: Die ganze Welt sei nur eine Simulation und er könne es beweisen. Der offensichtliche Gag daran ist natürlich, dass sowohl Jackie und Bruno als auch ihre gesamte Umgebung in Form einer späten 90er-, bzw. frühen 00er-Jahre-Computeranimation dargestellt werden. Jackies 265 Punkte umfassende Liste an „Beweisen“ ist dann auch eine Auflistung typischer Glitches und Bugs früher PC- und Playstation-Spiele wie feststeckende Figuren, unvollständige Personen und irrealer Fehler wie der Aufzug, der auf jedem Stockwerk gleichzeitig vorhanden ist. Für Gamer ein Fest.<br/><br/>Die Umsetzung in der entsprechenden Retro-Optik ist tatsächlich sehr liebevoll gemacht, mit ihrer klobigen Grafik und all ihren Unperfektheiten. Allerdings ist dieser Witz dann doch bald auserzählt und die Meta-Ebene mit ihren Seinsreflektionen à la MATRIX und dem offensichtlichen Applebashing im Finale ist nun auch nicht gerade abendfüllend. Und so stellen sich doch tatsächlich selbst bei nur 67 Minuten ein paar Längen ein. Trotzdem ein weiteres sehenswertes Filmexperiment von Monsieur Dupieux.]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 09:16:07 GMT</pubDate>
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      <title>Inconvenience Store</title>
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       <description><![CDATA[<h3>AnyMart (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 5.5 von 10<br/><br/>Arbeit ist die Hölle. Zumindest in dieser Darstellung eines Mini-Marts in Tokio und seiner Angestellten. Unzufriedene Kunden, zu niedrige Umsätze, Druck vom Franchisegeber, klauende Kollegen und dann auch noch deprimierende Dates. Es dauert nicht lange bis zum ersten Selbstmord.<br/><br/>Das ist nicht die lakonisch-coole Welt von CLERKS, das ist ein deprimierendes Portrait der japanischen Arbeiterklasse, im besten Falle noch eine Gesellschaftssatire mit sehr sehr trockenem Humor.<br/><br/>Authentischerweise ist ANYMART wenig packend inszeniert – trotz nicht mal 90-minütiger Laufzeit spürt man die Länge der Schichten und die Gleichförmigkeit des Lebens.<br/><br/>Dass es zum Ende des Films hin auch noch etwas blutig wird, ist wohl als konsequente Überspitzung des Satiregedankens gedacht, der Tonalität des Films schadet es eher. ANYMART hätte als deprimierendes Drama mit Galgenhumor deutlich besser funktioniert als mit den eher unpassenden Splattereinlagen.]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 09:14:12 GMT</pubDate>
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      <title>Arbeiten bis zum Burnout</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Species (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 7.0 von 10<br/><br/>Die junge Ärztin Margot wird in der Notaufnahme von ihrer Chefin ganz schön rangenommen. Und dann holt die sich auch noch eine seltsame Krankheit, die starke Blutungen und eine unschöne Veränderung der Haut zur Folge hat. Das darf natürlich niemand erfahren, sonst würde sie womöglich ihre Stelle verlieren. Bei ihrer geheimen Recherche stößt sie auf ähnliche Fälle, die dummerweise alle in Gewalttätigkeit und/oder Tod endeten.<br/><br/>Das Regiedebut von Marion Le Coroller ist irgendwo zwischen der treibenden Krankenhaushektik von HELDIN, der schrillen Plakativität von THE SUBSTANCE und dem femininen Bodyhorror von RAW angesiedelt. Der Film fährt jedoch genügend eigene interessante Ideen auf, sodass man lange nicht weiß, wo das Ganze hinführt. Die Entwicklung, die uns die letzten Bilder präsentieren, hätte man dann auch tatsächlich gerne noch etwas detaillierter erkundet. Das platte Brutalofinale hätte der Film hingegen gar nicht nötig gehabt.<br/><br/>Ein paar Abstriche (sic) muss man auch beim Bodyhorror machen – die entsprechenden Szenen tun meist nicht wirklich weh, zu abstrus sind die Situationen und zu künstlich/künstlerisch ist das Geschehen inszeniert. Eine echte Ärztin würde wohl den eigenen Körper kaum so "behandeln". Von solchen Details abgesehen bietet SANGUINE allerdings anregende, intelligente und kurzweilige Horrorunterhaltung, gut gespielt und inszeniert. Empfehlung!]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 09:11:50 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>„To bleak endings!“</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Hokum (2026) rezensiert von Herr_Kees</h3><br/>Bewertung: 8.0 von 10<br/><br/>Der amerikanische Bestsellerautor Ohm Baumann bucht sich für eine Woche in einem abgelegenen irischen Hotel ein, um dort im Wald die Asche seiner Eltern zu verstreuen. Es war ihr Lieblingshotel und er hofft dort auch auf Inspiration zur Fertigstellung seiner Romantrilogie. Merkwürdige Figuren und Geschichten gibt es genug: Im Wald haust ein Schnapsbrenner, der mit halluzinogenen Pilzen experimentiert und seine Frau umgebracht haben soll, ein Hotelangestellter macht mit der Armbrust Jagd auf Ziegenböcke, in der seit Jahren geschlossenen „Honeymoon Suite“ scheint es zu spuken und man erzählt sich von einer Hexe, die Kinder versklavt. Es dauert nicht lange, bis unser Autor mit all dem seine persönlichen Erfahrungen macht.<br/><br/>Dass Damian McCarthy creepy Horror kann, weiß man seit CAVEAT und ODDITY. Mit HOKUM zeigt er nun, dass er auch komisch kann. McCarthys neuester Spukfilm ist insbesondere in seinem ersten Drittel richtig witzig. Das liegt hauptsächlich an den Dialogen, aber auch am Spiel von Adam Scott. Der gibt den mürrischen Schriftsteller so trocken und straight, dass man ihn selbst dann noch irgendwie sympathisch findet, wenn er sich wie ein Arschloch verhält.<br/><br/>Dass ab und an erleichtert gelacht werden kann, ist auch bitter nötig, denn McCarthy sorgt für eine im wahrsten Sinne des Wortes unheimlich dichte Atmosphäre, die „Honeymoon Suite“ des Hotels ist creepy as hell, die Schreckschraube wird gnadenlos angezogen und die Schocks sitzen.<br/><br/>Dankenswerterweise ist HOKUM mal kein „elevated“ Metaphernhorror, sondern ein höchst effektiver Gruselthriller, der dennoch nicht allein auf den Schock hin inszeniert, sondern auch an seinen Figuren interessiert ist. So integriert McCarthy hier elegant die Backstory der Hauptfigur in die Geistergeschichte und gibt dem Film noch mit dem allerletzten Bild ein perfektes Ende.]]></description>
      <pubDate>Sun, 13 Sep 2026 09:08:45 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Stress essen Seele auf</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Species (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>Einen weiteren wuchtig-weiblichen Bodyhorrorangriff auf die Sinne aus Frankreich und ein massives Einsetzen für eine fairere, gesündere Arbeitswelt der Jugend und für kommende Generationen erleben wir mit „Sanguine“ aka „Species“, in dem eine neue Krankheit umgeht, die Stress mehr denn je auf körperliche Exzesse und Ekzeme überträgt – und das nur bei jungen Leuten…<br/><br/>Aggressive Anatomie<br/><br/>„Sanguine“ reiht sich leicht irgendwo hinter „The Substance“, „Raw“ oder „Titane“ ein, wenn er vor allem eine angehende Ärztin in dem Berufsdruck auf- sowie kaputtgehen lässt. Toll und mutig und zerstörerisch gespielt von unserer Hauptdarstellerin. Mit einigen echt schmerzhaften Hautmomenten. Wer da je mal Ausschläge, Akne und Co. jeglicher Art hatte, wird einiges wiedererkennen. Und vielleicht auch Schmerzen, seelische wie körperliche, noch besser einordnen können. Aber vor allem geht’s natürlich um Druck, Stress und Angst. Und das wird (leider) heutzutage in dieser schnelllebigen und fiesen Leistungsgesellschaft fast jeder nachvollziehen können. „Sanguine“ nimmt ganz klar Stellung, dass es so kaum weitergehen kann oder sollte. Schärfer die Ellenbogen für Entschleunigung, mehr Freundlichkeit, Verständnis und Stresssensibilisierung ausfahren kann man kaum. Und das ist natürlich großartig und unterstützenswert! Selbst wenn der Film hintenraus bzw. auch zwischendurch ruhig noch mehr explodieren und eskalieren könnte. Gerade wenn man viel Bodyhorror guckt, hat man fast alles so auch schon mal gesehen. Aber Anspannung und Puls sind durchgehend pulsierend am Start. Und um die Figuren bangt man auch genug mit. Daher ist „Sanguine“ ein empfehlenswerter Vertreter seiner Art und … Spezies.<br/><br/>Ausschlag vor der Herrin<br/><br/>Fazit: Feines, aggressives, feminines und rabiates Bodyhorrorsplittetbömbchen aus Frankreich… Ist ja keine Seltenheit mehr. Trotzdem noch immer kein altes oder unwichtiges Eisen. Alles andere als das. „Sanguine“ reiht sich in eine jetzt schon thematisch, körperlich, schleimig und atmosphärisch legendäre Reihe und Ära jedenfalls ganz gut ein!]]></description>
      <pubDate>Sat, 12 Sep 2026 23:13:05 GMT</pubDate>
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      <title>Der Jingle des Todes</title>
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       <description><![CDATA[<h3>AnyMart (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.0 von 10<br/><br/>Präzision, Disziplin, Gehorsam, (gespielte?) Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Kundenservice – alles Tugenden, Bereiche und Eigenschaften, um die die Welt Japan öfter beneidet. Aber trotzdem schimmert dazu auch immer massiv durch, wie hart, unmenschlich und unbequem es da auf dem Arbeitsmarkt oder gar in der gesamten Gesellschaft zugeht. Druck bringt Qualität, sozusagen, wenn man es beschönigend ausdrücken will. Aber „Anymart“ treibt es augenzwinkernd auf die Spitze, wenn ein junger Mitarbeiter in einem kleinen Supermarkt plötzlich merkt, dass seine Kollegen immer mehr dezimiert werden und es sich unmöglich um spontane Kündigungen handeln kann…<br/><br/>Service isst Seele<br/><br/>„Anymart“ dreht seine Arbeitsklima- und Gesellschaftskritik auf 12, wenn er etwas plump, aber definitiv nicht ohne Grund diesen Minimarkt neu rot tapeziert. Das hat schon seine heftigen Spitzen, sowohl was Humor als auch Horror betrifft. Trotzdem findet man dazwischen auch einige leere filmische Kassen, Kühltruhen, Regale und Gespräche. Daher war ich zwischen aufweckenden Schockmomenten und einschläfernder Charakterführung hin- und hergerissen. Schlecht ist „Anymart“ nicht. Ich halte ihn auch für wichtig, top beobachtet und mutig, gerade wenn man bedenkt, aus welcher (Service-)Familie der Regisseur kommt. Aber das Gefühl, dass das auch in einem „Staplerfahrer Klaus“-artigen Kurzfilm wortwörtlich ausgeschlachtet hätte werden können, das werde ich nie ganz los…<br/><br/>„Beehren Sie uns bald wieder!“<br/><br/>Fazit: Bittere Abrechnung mit den „japanischen Tugenden“. Natürlich mit lustigen Splatterspränklern. Trotzdem stand mir zwischen Bitternis, Brutalität und breitem Grinsen dann doch etwas zu viel Leere, Cringe und Zähigkeit im Raum… Trotzdem ein wichtiger, heftiger Denkanstoß.]]></description>
      <pubDate>Sat, 12 Sep 2026 23:09:20 GMT</pubDate>
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      <title>Die Sims - Q.D.-Edition</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Vertiginous (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 6.5 von 10<br/><br/>„Vertiginous“ lässt die frühen 00er wieder aufleben und zwei (animierte) Männer damit hadern, dass ihre quadratische, pixelige, unscharfe, teils unlogische und verbuggte Welt womöglich nicht die reale sein könnte…<br/><br/>Zwischen PS2 und Psychobrei<br/><br/>Wieder mal eine richtig coole Idee von Dupieux, der aus solchen kleinen Aufhängern und Bierdeckelpitchs immer irgendwie halbwegs einen unterhaltsamen und surrealen Langfilm zimmert. Und „Vertiginous“ ist dafür ein weiterer Beweis. Kurz, knapp, knuffig. Bugs und Glitche, zwischen CJ und Neo, Psychologie und Existenzängsten, bizarrer Humor und Männerfreundschaft. Alles ein putziges Potpourri der Kurzweil, Kumpelhaftigkeit und Komik. Und am Ende doch eben nur dieses eine Ding, diese eine Idee, dieser eine Catch, dieser eine Brainfart … dem, wenn's wirklich drauf ankommt, die Luft ausgeht. Dann lässt Dupieux das frech und ungeniert auslaufen. Nach knapp über einer Stunde. Kann man machen. Kann man mögen. Kann man aber auch als nur angedacht ansehen. Und kann ich daher in letzter Konsequenz nicht vollumfänglich feiern. Trotzdem mehr als passabel und teils genial. Teils macht der Film aber eben auch den polnischen Abgang…<br/><br/>Surreale Spiegel der Seelen<br/><br/>Fazit: Locker-lustiges Gedankenspiel vom Meister des Abstrusen. Drückt visuell und psychologisch natürlich bei meinen Jahrgängen, die mit „Matrix“ und PS1/2 groß geworden sind, sehr viele richtige, wichtige und witzige Knöpfe. Aber irgendwie für mich am Ende trotzdem wieder mal „nur“ eine Stil- und Fingerübung von Dupieux. Die so aber eben nur er kann und durchzieht. Daher trotzdem lockerflockig gut!]]></description>
      <pubDate>Sat, 12 Sep 2026 23:05:53 GMT</pubDate>
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      <title>Stilgemälde der Schusswunden</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Tristes Tropiques (2025) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 7.5 von 10<br/><br/>„Tristes Tropiques“ ist ein stylisher, ultraharter und entsättigter Asiagangsterbrecher für die Gorefraktion, wenn wir einem taubstummen Jungen folgen, der zusammen mit vielen anderen kleinen Kindern von einem legendären und fast schon geisterhaften Dschungelsöldner entführt, aufgezogen und ausgebildet wird – und nun im Erwachsenenalter um sein Überleben kämpfen muss…<br/><br/>Regenwald der verlorenen Kinderseelen<br/><br/>Heutzutage sind FSK und Co. ja unendlich großzügiger als noch vor 15 Jahren, geschweige denn vor 40 Jahren, aber bei „Tristes Tropiques“ ist mir mehrfach wortwörtlich durch den Kopf geschossen, dass der früher in Deutschland keine Chance auf einen ungeschnittenen Release gehabt hätte. Aber Zeiten ändern sich ja – zum Glück! So oder so ist dieser Gang(ster)thriller ein brutales Brett, eine schwitzige und schwierige Ballerballerina zwischen Leichenbergen und Laberbacken. Mal ist das „John Rambo“, dann wieder „Maischberger“ in der koreanischen Unterwelt. Die stotternden Zeitlupen kann ich gar nicht ab. Und oft wird hier schon höchst lächerliches und selbstverliebtes Zeug geredet. Oft auch maximal aufgeblasen und nervig um den heißen Brei gequatscht. Für zwei Stunden gibt's wirklich außergewöhnlich wenig echte Story. Ja, ja und ja… Aber wenn man diese Collage der Gewalt und diesen Tornado der Zerstörung dennoch auf sich wirken und über sich stürmen lässt, im Guten wie Schlechten, im Krachenden wie Kitschigen, dann kommt hier definitiv kein einziger Fan von asiatischer Ultraviolence ungeschoren davon…<br/><br/>Wenn John Rambo Wick dein Ziehvater ist… <br/><br/>Fazit: Was für eine trist-tropische, nihilistische Gangsterschlachtencollage… Ein Zeitlupenrausch. Ein Pathosfleischwolf. Viel Gelaber kann nicht ablenken vom nächsten höchst beeindruckenden Massaker. Böse und menschenverachtend. Bitter und niederschmetternd. Stilsicher und stumm.]]></description>
      <pubDate>Sat, 12 Sep 2026 00:06:00 GMT</pubDate>
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      <title>Tuschen statt Kuschen</title>
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       <description><![CDATA[<h3>Buddy (2026) rezensiert von Leimbacher-Mario</h3><br/>Bewertung: 9.0 von 10<br/><br/>„Buddy“ kippt trippige Kindershows aus den 90ern à la „Barney and Friends“ in eine kuschelig-kranke Killerdecke, wenn die titelgebende TV-Figur seinen unschuldigen Kinderfreunden plötzlich das bunt-poppige Leben zur Hölle macht…<br/><br/>Ein tiefer Brunnen<br/><br/>Holy moly, was ein Fest! „Buddy“ geht weit über den ersten trashigen und polarisierenden Anschein hinaus, wenn er Kindheitserinnerungen in Alpträume verwandelt, wenn er Autokraten den Kampf ansagt, wenn er irgendwo die wahnsinnige Mitte zwischen „Sesamstraße“, „Turbo Kid“, „Labyrinth“, „Backrooms“, „Wizard of Oz“ und „Stranger Things“ trifft. Ein Vorschulcurveball der Splatterstufe III. Für mich ist das kreativ wie visuell und auch vom Partyspaß schlicht einer der Filme des Jahres! Und dabei hat er auch noch 'ne Menge zu sagen… Kommender Kult mit kilometerweiter Ansage. Der wird die Generation „Obsession“ von hinten durch's Auge im langsamen Sturm erobern. Da bin ich mir ganz, ganz sicher. Retromanie getötet. Kinder zum Abschuss frei. Ein Killer, wie es ihn noch nie gab. Psychopathen in Neonfarben. Flimmerkisten der falschen guten Laune. Fernsehkonsum des Todes. Familien gespalten und am Abgrund. Slasher, Monstermovie, Satire, Metamassaker. Alles in einem. Und sein ganz eigenes Ding. Voller toller Details. Party wie Anklage. Ein Geniestreich!<br/><br/>Die Quäletubbies<br/><br/>Fazit: Einer der buntesten, kreativsten und besten Slasher-/Monstermovies seit der Jahrtausendwende. Reizende Kombi, geniale Idee, top Ausführung. Plüschiger, prall gefüllter, popkulturkritischer Paradecrowdpleaser. Ich bin begeistert!]]></description>
      <pubDate>Fri, 11 Sep 2026 23:14:11 GMT</pubDate>
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