Satan’s Slaves 2: Communion

Satan tauscht seine Sklaven wie Unterhosen

von Leimbacher-Mario
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Joko Anwars „Satan's Slaves“ hatte mir vor fünf Jahren gut gefallen, hatte er damit doch ein gutes Stück Indonesien auf die Grusellandkarte gepackt. Selbst wenn mir mittlerweile allzu detaillierte Erinnerungen an den exotischen Schocker fehlen. Nun kommt der Nachfolger „Communion“ ebenfalls auf das Fantasy Filmfest und lässt die Untoten in einem grauen Betonblock tanzen, fast wie einst in den Videotheken der 80er oder gar indiziert unter der Ladentheke. In einer Nacht voller Donner, Kreischen und Leichen. Mittendrin die Familie, die wir aus dem Original kennen und deren Schicksal eng mit dem teuflischen Kult um Raminom verbunden scheint…

„Satan's Slave 2: Communion“ erinnert in seinen besten Momenten an Lamberto Bava („Demoni 2“), Lucio Fulci oder die feinsten Momente aus der „V/H/S“-Reihe, kann dieses Niveau oder immerhin das seines Vorgängers jedoch leider nie allzu lange halten. Viel zu lange fragmentarisch und sprunghaft erzählt, mit Charakteren und Nebenkriegsschauplätzen überfrachtet, findet die Story erst wirklich im Finale zu sich, als sich auf die Jugendlichen und Kernfamilie konzentriert wird. Davor wirkt das unkonzentriert und gedehnt, mit wortwörtlich mehr Schatten als Licht, mit wenig Bezugspunkten oder Sympathieträgern. Das hat meiner Meinung nach kein Recht an die zwei Stunden zu reichen, das muss den asiatischen Regisseuren und Studios mal einer klipp und klar sagen. Das ist eine One Night-/One Setpiece-Geisterbahn, nicht „Lawrence von Arabien“. Es gibt arge Probleme mit der Beleuchtung, die Atmosphäre in dem creepy Plattenbau (der wirklich verlassen ist und in dem es Spuken soll) hat dafür was. Der Mythos und die Legacy, die im Hintergrund aufgebaut wird, interessiert mich kaum. Der Epilog wirkt sogar unfreiwillig komisch. Und ich weiß nicht, ob ich mir wirklich wünsche, dass Anwar daraus eine Reihe oder zumindest Trilogie macht. Hier ist der Druckabfall schon bei Part II deutlich. Selbst wenn er durch ein paar clever designte Schocks, Hintergrundbilder und sogar pubertäre Witze der Kinder (!) immerhin über Wasser bleibt.

Fazit: Mehr Beton, mehr Buus, mehr Budget, mehr Beschattung - aber nicht unbedingt der bessere Film als sein Vorgänger. Für mich eine aufgeblähte Geistergaudi und Jumpscarebahn mit indonesischem Flair. Eher so lala.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

06.02.2023, 00:45


Im Hochhaus ist die Hölle los

von Herr_Kees
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So ein Pech aber auch: Da zieht die Familie von Rini, die im ersten Teil den kleinen Bruder an die böse Geistermama verloren hat, ausgerechnet in einen Plattenbau, in dem es ebenfalls spukt. Irgendein ominöses Jubiläum naht, ein Sturm zieht auf, die gesamte Region wird überschwemmt, alle sitzen fest und weil es 1984 ist, hat natürlich niemand ein Handy. Aufgrund eines tragischen Hausunfalls liegen auch schon einige einbalsamierte Tote in diversen Wohnungen herum, jetzt noch ein Stromausfall und Joko Anwars Geisterbahn kann starten!

Der Regisseur zieht dann auch so ziemlich alle Register des zeitgenössischen Spukfilms, man kann ihm richtiggehend dabei zusehen, wie er die einzelnen Setups plant und mit den dazugehörigen Jumpscares auflöst. Das ist bisweilen wirkungsvoll, Sinn macht die Aneinanderreihung dieser unheimlichen Begegnungen auf 14 Stockwerken nicht, zumal dazwischen erheblicher Leerlauf herrscht, wenn ein paar Grüppchen von Jugendlichen versuchen, dem Spuk auf die Spur zu gehen. STRANGER THINGS scheint auch in Indonesien ein Erfolg zu sein.

Wenn in den letzten Filmminuten noch ein Erklärbär Ex Machina die Dinge einzuordnen versucht, wird aus dem wenigen Sinn des gerade Gesehenen dann vollends reiner Schwachsinn, was Anwar aber bestimmt nicht davon abhält, auch noch einen dritten Teil zu drehen. Gruselig.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

07.02.2023, 15:51




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