We Are Zombies

That’s what happens when the Wild Gringo goes wild!

von D.S.
Permalink
Das kanadische Regie-Trio RKSS besteht aus Bruder, Schwester und Kindheitsfreund – und fast könnte man meinen, sie hätten sich selbst in ihren Protagonisten von WE ARE ZOMBIES gespiegelt: Nicht nur, dass diese in genau dem gleichen Verhältnis zueinander stehen, sie sind auch ebenso bekennende (und sympathische) Geeks. D&D-Sessions inklusive, falls der stressige Job mal Zeit dafür übrig lässt. Dieser besteht darin, Untote bei ihren Familien abzuholen, wenn die genug von ihnen haben, und sie zum Beispiel an eine Galerie zu verkaufen, welche dann einigermaßen bizarre künstlerische Experimente mit ihnen unternimmt. Dass nichts davon so richtig legal ist, versteht sich fast von selbst – und führt bald dazu, dass unsere nicht eben stressaffine Gang in ein recht komplexes Schlamassel zwischen mehreren unterschiedlichen Fronten schliddert … was für viele schräge Situationen und entsprechende Lacher sorgt.

WE ARE ZOMBIES ist eine Zombiekomödie wie keine andere. Zum einen liegt das daran, dass die Zombies hier die „Living-Impaired“ heißen und sich nicht wie ihre aus unzähligen Filmen allseits bekannten Kollegen verhalten, in keiner Weise bedrohlich sind, sondern nur nervig. Zum anderen aber auch daran, dass sie zwar handlungsseitig durchaus im Mittelpunkt stehen – insbesondere in der zweiten Hälfte des Films, als es zu einigen Wendungen kommt –, der eigentliche Kern der Erzählung aber die Freundschaft unserer geekigen Slacker zueinander ist. Und die mal kleinen, mal großen Katastrophen, in die sie gemeinsam geraten.

Man könnte sogar argumentieren, dass es sich mehr um eine Geek- als um eine Zombiekomödie handelte, wenn da nicht die erfrischenden Splattereien wären, mit denen mehrfach geprunkt wird. Vom deftigen Masken- und Creature-Design ganz zu schweigen. Ist am Ende aber auch völlig egal, denn WE ARE ZOMBIES ist vor allem eins: Ein mega-sympathischer Haufen Spaß für Genrefans, die neben Splatstick auch ein wenig Herz, Lakonie und Intelligenz in ihrem Blutbad-Amüsement schätzen. Gute 7,5 Punkte von mir!
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

08.09.2023, 02:25


I told the cook, but he couldn't hear me.

von traab
Permalink
"We are Zombies" von 2023 ist eine Zombie-Horror-Komödie aus Kanada, die einen unkonventionellen Ansatz verfolgt und sich als erfrischender Eintrag in ein begrenztes Subgenre erweist.

"Die Toten sind zurück, aber sie haben keinen Appetit auf Fleisch und Gehirne. Sie wollen friedlich unter den Lebenden existieren und in die Gesellschaft integriert werden. Die Herausforderung besteht darin, die “Beeinträchtigten” (oder “Living Impaired”, wie Zombies politisch korrekt jetzt genannt werden) in die Arbeitswelt zu integrieren. Die Überbevölkerung und ihr strenger Geruch sind ebenfalls Gesprächsthemen. Ein Megakonzern nutzt die Gelegenheit für heimliche, zombiefeindliche Experimente, während Geschäfte mit den Untoten florieren."

Warum sollte man überhaupt noch einen weiteren Zombiefilm sehen wollen, geschweige denn eine Zombie-Horror-Komödie, wo es doch schon so viele gibt, einschließlich des legendären "Shaun of the Dead"?

Ganz einfach: Weil "We are Zombies" eine originelle und höchst amüsante Grundidee hat, und einfach großartig ist.

Ich war anfangs skeptisch, denn Horror-Komödien sind oft eine heikle Sache, und Humor ist bekanntlich äußerst subjektiv. Doch dieser Film traf bei mir genau den richtigen Nerv, und das bereits in der allerersten Szene.

Was diesen Film so erfrischend macht, ist die gelungene Mischung aus humorvollen Dialogen, cleveren Ideen und einer Prise ekligem Zombie-Horror. Das Ganze ist mitreißend und unterhaltsam und kommt schnell auf den Punkt, ohne die Story unnötig aufzublähen.

Besonders erwähnenswert ist das Creature-Design, welches die Zombies angemessen blutig und ekelerregend darstellt. Außerdem gibt es einige großartige Running Gags.

Mit einer Laufzeit von nur 80 Minuten verliert der Film keine Zeit und bleibt kurzweilig. Besonders beeindruckend war eine Szene, in der einer der übermenschlichen Zombies mit einer Handkreissäge, in bester "Terrifier"-Manier, vertikal aufgeschlitzt wurde, was im Publikum zu Szenenapplaus führte - völlig zu Recht.

"We are Zombies" ist nicht nur ein unterhaltsamer Zombie-Film, sondern auch ein origineller Ansatz zur Frage, wie man mit Zombies in unserer Gesellschaft umgeht. Er bietet eine gelungene Mischung aus Horror und Komödie, die sich definitiv sehen lassen kann, besonders wenn man auf trashige Zombie-Komödien steht.

Seid jedoch gewarnt, dass der Humor hier und da etwas flach und derb sein kann.

Kurz gesagt, "We are Zombies" ist ein großer Spaß, der das Zombie-Genre auf humorvolle und unerwartete Weise neu erfindet.

"I told the cook, but he couldn't hear me."
traab
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt - Original-Review

14.09.2023, 13:11


80ger Jahre Zombies à la Carte

von Edwinita
Permalink
Der Film enthielt alles, um eine spaßige Angelegenheit zu werden. Geekige Hauptdarsteller und entsprechender Geek-Talk, 80ies Feeling, eine coole Omi, Splatter... und dennoch. Viele Gags haben nicht gezündet, die schauspielerische Leistung war teilweise zu übertrieben, die Erzählung abgehackt.

Es gibt von mir drei Sterne: Einen für die guten Ingredienzien, einen aus Respekt vor den Machern von Turbo Kid und einen für das Publikum, die ein unterhaltsames FFF Feeling zelebriert haben. Zu Hause hätte ich diesen Film auf Netflix oder Tele 5 ziemlich bald für etwas anderes abgeschaltet.
Edwinita
sah diesen Film im Zoo Palast, Berlin

15.09.2023, 11:42


Night of the Living-Impaired

von Herr_Kees
Permalink
Die Zombieapokalypse ist da, aber sie ist weit weniger schlimm ausgefallen, als Romero & Co. befürchteten: Die „Living-Impaired“ gehören eben zum Stadtbild, haben keinerlei Fleischesgelüste und können bei Bedarf auch einfach legal entsorgt werden. Das machen sich drei Nerds vom Typ „liebenswerte Loser“ zunutze, die sich als Zombieentrümpler ausgeben und die Untoten an einen Künstler vom Schlage Gunther von Hagens abtreten.

Im Zombieland nichts Neues, könnte man sagen: WE ARE ZOMBIES variiert nur erneut bereits Gesehenes, was nicht so schlimm wäre, würde er nicht versuchen, dabei auch noch witzig zu sein. Aber der Humor hier ist lebloser als die meisten der umhertorkelnden Statisten, hier hat nur Spaß, wer sich einen kindlichen – besser: kindischen – Humor bewahrt hat.

So ist WAZ nicht mehr als eine Low-Budget-Variante von besseren Filmen, die hier aus Pietätsgründen nicht im selben Atemzug genannt werden sollen.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

22.09.2023, 01:09


So sind Zombies nicht totzukriegen

von Leimbacher-Mario
Permalink
„We Are Zombies“ ist der neueste Retro-Splatter-Spaß von RKSS, den Machern von „Turbo Kid“ und „Summer of 84“. Und die frechen, freien und stilsicheren Kanada-Nerds enttäuschen Fans wie mich nicht - das muss man in einem dermaßen ausgelatschten Subgenre erstmal schaffen… Die retrotastische Zombiesause beißt sich irgendwo zwischen „Robocop“, „The Battery“ und „Day of the Dead“ durch eine recht ungewohnte Zombie“apokalypse“. Denn es gibt hier zwar massig Untote, die Menschen bleiben nicht im Jenseits - doch diese neue Art von Homo Sapiens ist kein Stück aggressiv, nur etwas dümmlicher, wodurch sich für zwei Freunde und Nerds ganz neue Geschäftsfelder rund um diese gammelig-gemütlichen Wesen ergeben…

Fun of the Living Dead

Von Hollywood mit „Zombieland“ über UK mit „Shaun of the Dead“ bis zur restlichen Welt und Indieszene, etwa mit „Dead Snow“ oder „Anna & the Apocalypse“ - wenn man im Subgenre der Zombiekomödie seine Sporen verdienen will, hat man es nicht leicht. Aber wer, wenn nicht RKSS, könnte dieser Herausforderung gewachsen sein? Und mit ihrem „We Are Zombies“ lösen sie diese Hoffnung, dieses durch ihre bisherigen Arbeiten fast schon Versprechen, sehr launig ein. Nichts Welterschütterndes. Kein Meisterwerk. Hell No! Aber voll in ihrem Strom, voll im Saft und mit einer Menge Kurzweile, Herz, Genrevorbildern und -wissen gesegnet. Und Style. Natürlich Style. Der diesmal wesentlich hip-hoppigere Synthiescore von Le Matos ist wie zu erwarten eine Bank. Würde ich jederzeit zu durch die Stadt cruisen. Unsere Heldengruppe macht 'ne Menge her und man schließt sie schnell ins Herz. Wenn es splattert, was etwas seltener passiert als ich erwartet habe, dann tut es das aus vollem Hals. Die Gesellschaftssatire bei Zombies gehört ja schon zum guten Ton, wird hier vor allem cool durch „Zwischenwerbespots“ à la Verhoeven umgesetzt. Der Film nimmt weder sich noch Mutter Theresa zu ernst, fühlt sich eher nach Fingerübung statt Fortschritt für die Truppe an - und hat mir doch den Abend versüßt!

Fazit: RKSS bleiben sich treu, erfinden die Zombiekomödie zwar nicht neu, splattern aber sympathisch ohne Scheu. Und ich sag: hoffentlich gibt’s bald neue Projekte - toi toi toi!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

22.09.2023, 01:46




Alle Bewertungen im Überblick:
lazy_beanies
Michaela
D.S.
Review zeigen
splattercheffe
geier-wally
powerslide
TokTokTok
morpheus1
LeslieVernon
traab
Review zeigen
Yavannah
Dvdscot
cthulhu314
Edwinita
Review zeigen
Leimbacher-Mario
Review zeigen
mdbnase
seppgui
Christian
Voice
BARROCK
MrHenke
Maverick
Hondo
meiklsan
Herr_Kees
Review zeigen
Giallorossa
MrRossi
Umelbumel
todi
Mercy-Sky
Zurbaron
ChuckNorris
Hoppelhase1
Schuli
missmoneypenny223
VegasTime
sowhat
Wishbringer
Where_is_my_to-o-o-o-o-e1
Ken Kral

Weitere Informationen (externe Links):
Unterstütze f3a.net durch eine(n) Leihe/Kauf bei unseren Partnern. #VerdientProvisionen


OFDb€ 13,98 € 14,98
amazon.de€ 12,99 € 14,99


Der tatsächliche Preis kann abweichen! Preise werden max. stündlich aktualisiert. Markierte Preise sind seit dem letzten Abruf ↓ gesunken oder ↑ gestiegen.