The Restoration at Grayson Manor

Schick gefilmte, hübsch bizarre und blutige Offbeat-Comedy

von D.S.
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Von den Produzent:innen von YOU ARE NOT MY MOTHER, SEA FEVER und VIVARIUM kommt eine äußerst queere, äußerst abseitige schwarze Komödie, die vor allem durch ihre wunderbar neben der Spur agierenden Hauptdarsteller:innen überzeugt – und glatt als Kreuzung aus SALTBURN, RE-ANIMATOR und IDLE HANDS durchgeht.

Im Mittelpunkt steht Boyd Grayson, seines Zeichens in irischen Clubs schwer angesagter Pianist, der von jemandem gespielt wird, den man als FFF-Gänger:in vielleicht nicht unbedingt kennt, aber fragt mal eure kleinen Schwestern: Chris Colfer, der in 121 Episoden von GLEE Kurt Hummel (und laut der IMDb auch mal Finn Hudson) verkörpert hat. Als offensiver Bisexueller leidet er massiv darunter, dass er mit seiner stockkonservativen Mutter unter einem Dach im muffigen Grayson-Herrenhaus leben muss: lässt sie ihn doch nicht nur ständig herablassend spüren, dass sie seine Vorliebe für Männer nicht akzeptiert, sondern belästigt ihn außerdem kontinuierlich mit ihrem Wunsch nach einem Enkelkind. Auch sie ist grandios besetzt, nämlich mit Alice Krige, die jüngst in GRETEL & HANSEL eine andere Art Hexe gespielt hat, insbesondere jedoch als Borg-Königin in STAR TREK berühmt geworden ist.

Bald hat Boyd aber drängendere Probleme: Bei Renovierungsarbeiten im Herrenhaus kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem er seine Hände verliert. Statt ihn ins Krankenhaus zu bringen, engagiert seine Mutter einen mysteriösen Spezialisten für Neuroprothetik, der synthetische Gliedmaßen für ihn herstellen und mit seinem Nervensystem verbinden soll. Wie sich allerdings bald herausstellt, wurde der Arzt von den Medien mit dem Spitznamen „Butcher Doctor“ belegt, und das aus gutem Grund. Da passt es irgendwie ins Bild, dass sich Boyds künstliche Hände auf einmal selbstständig zu machen beginnen – und eine Blutspur durchs altehrwürdige Anwesen ziehen …

In jedem Fall aber passt es zum köstlich überdrehten Tonfall und der exaltierten Figurenriege des zweiten Spielfilms von I SELL THE DEAD-Regisseur Glenn McQuaid. Für mich persönlich hat es zwar ein Weilchen gedauert, mit ebendieser warm zu werden, dann fühlte ich mich jedoch allemal gut unterhalten. Dicke 6 Punkte von mir.
D.S.

21.08.2026, 14:33



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